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24.11.2023 | Allgemeine Meldungen

Kräfte bündeln – für Frauen in ländlichen Regionen

LandFrauen und kommunale Gleichstellungsbeauftragte arbeiten gemeinsam für eine geschlechtergerechte Regionalentwicklung

Je ländlicher die Region, desto größer der Gender Care Gap, desto höher die Teilzeitquote von Frauen und desto schlechter die soziale und technische Infrastruktur. Auch in der Kommunalpolitik sind Frauen insbesondere in ländlichen Räumen unterrepräsentiert - gerade junge Frauen bleiben politischen Strukturen oft fern. Knapp 70 LandFrauen und kommunale Gleichstellungsbeauftragte aus ländlichen Räumen haben sich zu diesen Themen in Berlin auf der ersten gemeinsamen Zukunftskonferenz ausgetauscht, was dieser Situation entgegengesetzt werden kann.

Ekin Deligöz, Parlamentarische Staatssekretärin BMFSFJ, sagte ihrem digitalen Grußwort an die Gäste: „Nach Jahrzehnten der Landflucht wird der ländliche Raum immer attraktiver. Junge Familien schätzen die Nähe zur Natur, den eher bezahlbaren Wohnraum, die engagierte Nachbarschaft. Doch insbesondere Frauen stehen hier häufig vor Problemen.“ Deligöz weist insbesondere auf Vereinbarkeitsprobleme, Mobilität, medizinische Versorgung und mangelhafte Beratungsinfrastruktur — etwa bei häuslicher Gewalt — hin. Schwierigkeiten die Frauen in besonderem Maße treffen.

Claudia Müller, Parlamentarische Staatssekretärin BMEL, nahm in ihrer digitalen Botschaft, die Vernetzungsabsicht der Konferenz in den Blick: „Mit Ihren Stimmen machen Sie auf die dringenden Probleme und Ungerechtigkeiten aufmerksam, mit denen Frauen in unserer Gesellschaft immer noch konfrontiert sind. Sie setzen damit ein eindrucksvolles Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts in Ihrer Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte, aber auch als Ehrenamtlerin in Ihren Verbänden.“

In verschiedenen Formaten arbeiteten die Teilnehmer*innen zum Thema Prävention Häuslicher Gewalt in ländlichen Regionen, zum Thema Selbstbestimmung gewaltbetroffener Frauen, entwickelten Vorschläge zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sowie an Ideen, wie Frauen in der (Kommunal-) Politik gestärkt werden können.

Petra Bentkämper, Präsidentin Deutscher LandFrauenverband: „Es heißt ja so schön „Frauen bildet Banden“ - und genau das haben wir heute getan. Es ist schon bemerkenswert, wieviel Expertise und Power sich da heute versammelt haben. Ich bin sicher, dass diese Kräfte eine enorme Schlagkraft haben werden.“

Silke Tamm-Kanj, Bundessprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen: „Unser Ziel ist es, Bündnisse und Kooperationen zwischen dem Deutschen LandFrauenverband und der BAG, den Gleichstellungsbeauftragten zu schaffen, die in die ländlichen Regionen hineinstrahlen und dort gelebt werden. Wer gleichwertige Lebensverhältnisse will, muss Gleichstellung stärken.“

Die gemeinsame Zukunftskonferenz fand am 23.11.2023 in Berlin statt und wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen und dem Deutschen LandFrauenverband e.V. gemeinsam organisiert. Ziel war die Vernetzung von kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und LandFrauen, um Synergien aufzuzeigen und die Zusammenarbeit zu fördern – für eine geschlechtergerechte Regionalentwicklung.