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05.12.2023 | Energie

Mit Pflanzenkohle den Klimaschutz voranbringen

Der Bayerischer Klimaschutz bekommt eine neue Facette: Insgesamt sechs dezentrale Demonstrationsanlagen sollen die Herstellung von Pflanzenkohle zur stofflichen Verwendung in den verschiedensten Produktbereichen voranbringen. Dazu hatte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber im Sommer ein neues Förderprogramm aufgelegt.

Nun hat das Technologie- und Förderzentrum in Straubing die ersten zwei Förderbescheide erlassen: Für eine Anlage im niederbayerischen Velden, Landkreis Landshut, und für eine im oberbayerischen Vaterstetten, Landkreis Ebersberg. Insgesamt sollen in den beiden Anlagen mehr als 700 Tonnen Pflanzenkohle jährlich erzeugt werden. Das entspricht rund 1.400 Tonnen langfristig gebundenem Kohlendioxid. Zudem soll die entstehende Wärme in Nahwärmenetze eingespeist werden. Zur Realisierung der beiden Projekte fallen Investitionskosten von rund zwei Millionen Euro an. Eingesetzt wird ausschließlich stofflich nicht nutzbares Waldrestholz und Material aus der Landschaftspflege.

„Das ist für mich gelebte Bioökonomie: Die Potenziale des ländlichen Raums nutzen, stofflich veredeln und die dabei abfallende Energie sinnvoll nutzen“, sagte Ministerin Michaela Kaniber in München. Die Richtlinie „DemoPyro“ ist eine Maßnahme im Rahmen der Bioökonomiestrategie Bayern. Nach den Worten der Ministerin ist es beim Klimaschutz nicht nur Ziel, weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre zu emittieren, sondern auch CO2 aus der Atmosphäre langfristig zu binden. Und das gelingt zurzeit nur durch technisch sehr aufwändige und energieintensive Anlagen – oder eben durch stofflich genutzte Pflanzenkohle.

„Pflanzenkohle zu erzeugen und zu nutzen hat mehrere Vorteile: Sie kann nicht nur bisher verwendeten fossilen Stoffe ersetzen. Die Herstellung über Pyrolyse bietet – quasi als Nebenprodukt – auch noch Wärme. Damit können Gebäude beheizt und kleine Wärmenetze versorgt werden. Zudem bindet das Verfahren CO2 langfristig“, sagte Michaela Kaniber.

Pflanzenkohle ist, wenn sie bestimmte Standards einhält, ein vielseitig einsetzbares Produkt: für Kosmetika, als Mittel für die Tierhygiene in landwirtschaftlichen Betrieben oder als Baustoffe. „Neben dem Klimaschutz ist ein unschlagbarer Vorteil von Pflanzenkohle, dass damit auch ein neues Absatzprodukt für unsere Landwirtinnen und Landwirte entsteht“, so Kaniber.

Informationen zum Förderprogramm und zu den beiden geförderten Anlagen gibt es beim Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing (siehe Link).