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21.09.2020 | Stadtplanung

Wärmeinseln sind ein heißes Thema für die Städte

Mit einem Spaziergang durch die Düsseldorfer Innenstadt startete die EnergieAgentur.NRW heute (21. September) die regionalen Vernetzungstreffen zur Klimafolgenanpassung in der Region Niederrhein/Düsseldorf.

 „Hitzeinseln sind durch den Klimawandel zu einem heißen Thema für die Städte geworden. Durch die sehr dichte Bebauung kühlen sich die Stadtzentren insbesondere bei Hitzewellen, wie sie in den letzten Jahren gehäuft aufgetreten sind, nachts nur noch sehr unzureichend ab, was vor allem die nächtliche Erholungsphase stark beeinträchtigt“, erläutert Dr. Tobias Kemper von der EnergieAgentur.NRW. Corona-bedingt durften insgesamt 15 Teilnehmer 2,5 Kilometer lang den Spuren des Klimawandels durch Düsseldorfs Innenstadt folgen.

Der Weg führte an neun Stationen durch die städtische Wärmeinsel, die ein typisches Merkmal des Stadtklimas und damit auch des Klimas von Düsseldorf ist. An den einzelnen Stationen wurden beispielhaft Klimaanpassungsmaßnahmen vorgestellt, Klimaveränderungen sichtbar gemacht und auf die Besonderheiten des Düsseldorfer Stadtklimas hingewiesen.

„Der Klimawandel ist keine Zukunftsvision, er findet statt und er äußert sich bereits heute. Neben schleichenden Veränderungen wie dem Anstieg der Durchschnittstemperaturen oder Veränderungen in den Jahresniederschlagsmengen vor allem durch eine Zunahme und Intensivierung von sogenannten Extremwetterereignissen. Daher nimmt die Bedeutung der Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels immer weiter zu. Insbesondere Städte müssen sich, neben den ohnehin bestehenden Herausforderungen, mit den Klimafolgen auseinandersetzen und Strategien zum Umgang mit diesen entwickeln, um ihrer Daseinsvorsorge gerecht zu werden, lebenswert zu bleiben und zukunftsfähig zu sein.“, so Dr. Tobias Kemper, der zusammen mit Elke Cardeneo vom Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz Düsseldorf den Klimaspaziergang leitete.

Wie eine zukunftsfähige Innenstadtarchitektur aussehen kann, gab es beim „Kö-Bogen II“ zu sehen. Der Neubau, der vom Architekten Christoph Ingenhoven entworfen wurde, hat die größte Grünfassade Europas. Insgesamt acht Kilometer Hainbuchenhecke machen den „Kö-Bogen II“ zu einem Hingucker. Die Fassade hat denselben klimatischen und Luftreinhaltungseffekt wie 80 Stadtbäume.

Der Klimaspaziergang durch Düsseldorf war Auftakt weiterer Veranstaltungen, die mit dem Ziel durchgeführt werden, die Akteure der Klimafolgenanpassung zu vernetzen. Mit dem gleichen Ziel sind Onlineveranstaltung für den Regierungsbezirk Arnsberg (18./19. November) und Ostwestfalen-Lippe (24./25. November) geplant. Bereits am 26. Oktober wird in Düren ein „Bördeforum zur Klimafolgenanpassung“ als Hybridveranstaltung – Teilnahme ist dann online oder vor Ort möglich – stattfinden.