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05.08.2020 | Allgemeine Meldungen, Gebäudemanagement, Stadtplanung

Gut ein Viertel der 25-Jährigen wohnte 2019 noch im Haushalt der Eltern

Der Wunsch nach Selbständigkeit, ein entfernter Studienplatz oder der Berufseinstieg – die Gründe, warum junge Menschen die elterlichen vier Wände verlassen, können vielfältig sein. Doch nicht immer ziehen junge Erwachsene aus.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wohnten im Jahr 2019 von den 25-Jährigen noch mehr als ein Viertel (28 %) im Haushalt der Eltern.
Das Auszugsverhalten junger Menschen hat sich in den vergangenen 20 Jahren kaum verändert: Im Jahr 2000 lebten rund 30 % der 25-Jährigen mit ihren Eltern unter einem Dach.

Töchter verlassen das Elternhaus früher als Söhne

Mit 25 Jahren wohnte im Jahr 2019 nur noch rund jede fünfte junge Frau (21 %) im elterlichen Haushalt. Die Söhne lassen sich mit dem Auszug etwas mehr Zeit: Im Alter von 25 Jahren lebten noch knapp 34 % bei den Eltern. Dieser deutliche Unterschied zwischen den Geschlechtern bleibt auch im fortschreitenden Alter bestehen. Mit 30 Jahren wohnten immerhin noch 13 % der Männer als lediges Kind mit im Elternhaushalt, jedoch nur 5 % der Frauen. Im Alter zwischen 30 und 40 Jahren reduzieren sich diese Anteile noch einmal deutlich: Mit 40 Jahren wohnten nur noch 4 % der Männer und knapp 1 % der Frauen bei den Eltern.

In den ländlichen Gebieten ist der Anteil der 20- bis 25-Jährigen, die noch bei den Eltern leben, deutlich höher als in den Städten: So wohnten in Niedersachsen noch 47 % dieser Altersgruppe im elterlichen Heim. Im angrenzenden Hamburg waren es 32 %. In den östlichen Bundesländern fiel das Ergebnis ähnlich aus: In Brandenburg lag der Anteil bei 47 %, in Berlin bei 36 %.  

EU-Vergleich: Auszug aus dem Elternhaus erfolgt in Deutschland relativ zeitig

Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) lag das geschätzte durchschnittliche Alter beim Auszug aus dem Elternhaus in Deutschland 2019 mit 23,7 Jahren etwas niedriger als im EU-Durchschnitt (25,9).

Aufgrund der unterschiedlichen finanziellen und kulturellen Rahmenbedingungen variiert das Auszugsverhalten junger Menschen in der EU je nach geografischer Lage sehr deutlich. Vor allem in den nordeuropäischen Ländern ziehen Kinder früh von zu Hause aus. Mit 17,8 Jahren hatte Schweden das niedrigste Auszugsalter. Auch in Dänemark (21,1 Jahre) und Finnland (21,8 Jahre) verließen Kinder das Elternhaus vergleichsweise früh. Im Gegensatz dazu ist das Auszugsalter in den süd- und osteuropäischen Ländern vergleichsweise hoch. Der höchste durchschnittliche Wert wurde mit 31,8 Jahren in Kroatien gemessen. Aber auch in der Slowakei (30,9), Italien (30,1) und Bulgarien (30,0) zogen Kinder spät bei den Eltern aus.

Das Auszugsalter ist zwischen 2010 und 2019 im EU-Durchschnitt leicht von 26,1 Jahren auf 25,9 gesunken. In Deutschland ging es im gleichen Zeitraum von 24,1 Jahren auf 23,7 zurück. 

Überall in der EU, mit Ausnahme Luxemburgs, zogen Töchter früher aus als Söhne. In Deutschland betrug das durchschnittliche Alter beim Auszug aus dem Elternhaus 2019 bei Frauen 22,9 Jahre und bei Männern 24,4.

Methodische Hinweise:
Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung treffen zu können, werden die Daten hochgerechnet.

Die Daten zum EU-Vergleich stammen aus der Eurostat-Datenbank (siehe Link)