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11.09.2019 | Abfallwirtschaft

Umstellung auf elektronische Datenübertragung bei grenzüberschreitender Abfallverbringung

Angeregt durch die Landesdirektion Sachsen hat die Eigensche Trocken- und Umwelttechnik GmbH ihre grenzüberschreitende Abfallverbringung nach Polen auf die elektronische Voranmeldung umgestellt. Das erspart ihnen 75% der Bearbeitungszeit bei der Anmeldung und sie gewinnen zusätzlich bis zu zwei Tage durch die sofortige Freigabe der Sicherheitsleistung. Diese erfolgt durch die elektronische Verwertungsbestätigung in der Verwertungsanlage.

Die Eigensche Trocken- und Umwelttechnik GmbH Altbernsdorf (ETU) bietet die Sanierung von mineralischen Abfällen durch Behandlungsverfahren wie zum Beispiel mikrobiologische Behandlung an. In diesem Zusammenhang exportieren sie u.a. mineralische Abfälle nach Polen. Ein Prozess, der entsprechend umfangreiche Anforderungen an die Antragsstellung, die Dokumentations- und Nachweispflichten stellt. Bereits vor dem Transport zur Verwertungsanlage ist eine Vielzahl an Formularen auszufüllen und Dokumente sind bereitzustellen. Da der manuelle, papierintensive Prozess der grenzüberschreitenden Abfallverbringung entsprechend lange dauert, regte die Landesbehörde Sachsen die ETU dazu an, auf eine elektronische Lösung umzustellen. Um diese zu finden sowie um Zeit und Ressourcen einzusparen und die Rechtssicherheit in den einzelnen Prozessen zu erhöhen, startete die ETU einen Auswahlprozess. Nach intensiver Prüfung entschied man sich für das eTFSportal von Axians eWaste, zu dem alle Beteiligten aufgrund dieser cloudbasierten Browserlösung ohne jegliche Softwareinstallation sofort entsprechenden Zugang erhielten.

Frank Capek, Prokurist der ETU erläutert: „Ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl des elektronischen Notifizierungssystems war für uns, dass der gesamte Prozess – also von der Beantragung der Notifizierung bis hin zu den Transportdokumenten, unterstützt wird. Auch wurde eine Lösung gesucht, die Abfalltransportbeteiligte, die noch nicht auf die elektronische Notifizierung setzen, z.B. über Fax oder E-Mail mit einbezogen werden können, damit alle unsere Notifizierungsvorgänge ausnahmslos über ein einheitliches System verwaltet werden können.“

Die Vorteile sprechen für sich: immenser Zeitgewinn durch schnellere Notifizierung und Freigabe der Sicherheitsleistung für die Verwertungsvorgänge, nachhaltige Kostenersparnis durch Vereinfachung der Arbeitsprozesse, höchste Transparenz durch elektronische Speicherung und umfassender Überblick in Echtzeit.  

Frank Capek bestätigt: „Im Vergleich zum Papierweg vorher benötigen wir durch die elektronische Notifizierung bei der Anmeldung zur Abfallverbringung nur noch 25% der Zeit. Zudem wird das Gewicht der LKWs an der Waage in der Verwertungsanlage direkt über die Software eingetragen. Zusätzlich wird die Sicherheitsleistung jeder einzelnen Verbringung direkt bei der elektronischen Bestätigung der Verwertung automatisch freigegeben. Das ergibt einen Zeitgewinn von bis zu 2 Tagen, da wir früher hinsichtlich der Sicherheitsleistungen erst einmal warten mussten, bis 2/3 der Tagesfuhren durch waren, bevor die Lkws zurückkommen konnten. Entsprechend erhöht sich heute auch unsere Lager- und Umschlagskapazität“.

Die Umstellung auf eine elektronische grenzüberschreitende Abfallverbringung ermöglicht nicht nur den digitalen Austausch aller erforderlichen Transportbelege, auch können diese individuell auf Basis von Vorlagen und Stammdaten in der jeweilig gewünschten Landessprache ausgestellt werden. Die Übertragung der Daten an die sächsiche Behörde erfolgt ebenfalls elektronisch.

Ferner sind Erstellung, Ausdruck, Signatur, Versand und Aktualisierung der gewünschten Vorgänge im Stapel möglich.