Public Manager
16.07.2019 | Abfallwirtschaft, Nachhaltigkeit

SRH veröffentlicht Konzern- und Nachhaltigkeitsbericht

Abfallvermeidung, Mülltrennung und Abfallverwertung sind die Voraussetzungen einer zukunftsfähigen Abfallwirtschaft in Hamburg. Der heute veröffentlichte Konzern- und Nachhaltigkeitsbericht der Stadtreinigung Hamburg widmet sich diesmal den komplexen Fragen der Umweltauswirkungen, der Vermeidung und des Recyclings von Plastik.

(Copyright: SRH)

Erstmals ist der umfangreiche  Bericht mit einer Ausgabe von LOOP, dem neuen SRH-Magazin für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit, kombiniert.

Das Pro-Kopf-Aufkommen von Restabfall aus Hamburger Privathaushalten ist 2018 mit 208 kg um 6 kg gesunken (2017: 214 kg/EW/a). Trotz der auf 1,87 Mio. Einwohner gewachsenen Bevölkerung sammelte die SRH 2018 in den schwarzen Restmülltonnen einschließlich der Mengen aus dem Kleingewerbe nur rund 440.300 t Abfall. Im Jahr 2017 waren es noch 447.900 t. Damit setzt sich der Trend rückläufiger Restmüllmenge bei gleichzeitig steigenden Wertstoffmengen fort. Die Gesamtrecyclingquote, der von der SRH im Jahr 2018 erfassten und behandelten Abfälle, lag bei 58 Prozent; damit nähert sich die SRH weiter der Zielvorgabe des Hamburger Senats, bis 2030 die Recyclingquote für Hamburger Siedlungsabfälle auf 65 Prozent zu steigern.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, betont in seinem Vorwort des Konzern- und Nachhaltigkeitsberichtes die Rolle der SRH als wichtiger Garant einer nachhaltigen Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft für die Hansestadt: „Die Stadtreinigung Hamburg hat sich zu einem modernen Produzenten von Recycling-Rohstoffen und klimafreundlicher Wärme und Strom entwickelt. Im vergangenen Jahr konnten mehr als 1,6 Millionen Megawattstunden Energie gewonnen werden – so viel wie nie zuvor.“

Für SRH-Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Siechau war das Berichtsjahr in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich: „Unsere Sauberkeitsoffensive in Grünanlagen, auf Spielplätzen und öffentlichen Wegen wirkt und die sichtbaren Erfolge waren vermutlich auch ein wichtiger Grund, die Stadtreinigung in einer FORSA-Umfrage zum beliebtesten Unternehmens Hamburgs zu wählen. Auch die Nominierung für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis war für uns ein Highlight des vergangenen Jahres. Über diese beiden Anerkennungen haben sich alle 3.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gefreut und sie sind Motivation für uns, den eingeschlagenen Weg einer nachhaltigen Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft konsequent weiter zu verfolgen.“

Wirtschaftliche Entwicklung: SRH solide und zukunftsorientiert aufgestellt

Die Umsatzerlöse der SRH in 2018 in Höhe von 394,2 Mio. € lagen vor allem aufgrund höherer Erträge aus Erstattungen der Freien und Hansestadt Hamburg für die Ausweitung der Reinigung (+ 27 Mio. €) über dem Niveau des Vorjahres (361,9 Mio. €).
 
Zum 31.12.2018 waren rund 97 Prozent aller anschlussfähigen Hamburger Privathaushalte an die blaue Papiertonne angeschlossen. Bei der grünen Biotonne erreichte diese Anschlussquote 95 Prozent.
Das gesamte von der SRH gesammelte und behandelte Abfallaufkommen betrug einschließlich der Gewerbeabfälle 1.078.100 t und lag damit um 12.200 t niedriger als im Vorjahr (1.090.319 t).

Ressourcen- und Abfallwirtschaft: Service für mehr Recycling

Die rund 589.000 grünen, blauen, gelben und schwarzen Abfall- und Wertstofftonnen (2017: 582.300 Gefäße) der Größen zwischen 60 und 1.100 Liter Fassungsvermögen wurden in 2018 rund 20 Millionen Mal geleert. Hinzu kommen inzwischen 625 platzsparende unterirdische Großbehälter (Unterflurbehälter) mit einem Fassungsvermögen von bis zu fünf Kubikmetern, die von der Wohnungswirtschaft nach wie vor stark nachgefragt werden. Mittlerweile gibt es in Hamburg deutlich mehr grüne, blaue und gelbe Wertstoff- als schwarze Restmülltonnen.

Gut 1.000 Mitarbeiter der Müllabfuhr, darunter inzwischen auch sechs Frauen, sammelten mit 199 Fahrzeugen 440.253 t Restmüll (2017: 447.859 t) und 63.061 t Bioabfall (2017: 69.088 t) aus Hamburger Privathaushalten. Im Jahr 2018 hat die Stadtreinigung Hamburg insgesamt 96.900 t Altpapier gesammelt (2017: 98.200 t). Ursache der etwas geringeren Altpapiermenge ist die stark sinkende Auflage von Printprodukten, die durch einen Mengenzuwachs bei Kartonagen (vorwiegend aus dem Versandhandel) nicht vollständig kompensiert wird. Ein geringes Pflanzenwachstum in der Trockenperiode des vergangenen Jahres verminderte die Bioabfallmenge gegenüber dem Jahr 2017 (69.088 t) um 6.027 t auf 63.061 t. Die SRH-Tochtergesellschaft WERT GmbH erfasste 6.351 t Plastik und Metall (sog. stoffgleiche Nichtverpackungen) in den gelben Hamburger Wertstofftonnen und -säcken (2017: 6.106 t), davon wurden 2.471 t stofflich verwertet (recycelt). Zusammen mit Verpackungsabfällen wurden in den gelben Tonnen und Säcken 38.723 t Verwertungsabfall gesammelt (2017: 37.283 t).

Mit der Mülltrennung und der anschließenden stofflichen Verwertung von Altpapier, Bioabfall, Kunststoffen und Metallen ersparten die SRH und die Bürgerinnen und Bürger Hamburgs der Umwelt 2018 rund 236.200 t Kohlenstoffdioxid (CO2). Das SRH-eigene Biogas- und Kompostwerk Bützberg erzeugte 2018 aus 53.754 t Bio- und Grünabfall 19.250 t Qualitätskompost und speiste Biogas mit einem Energiegehalt von 15.356 MWh direkt in das Gasnetz ein. Bei der energetischen Verwertung der von der SRH erfassten Abfälle wurden 2018 in den Müllverwertungsanlagen der SRH 1,62 Mio. MWh Energie in Form von Strom oder Fernwärme erzeugt und in die Energienetze eingespeist. Durch die energetische Verwertung von Abfällen sowie durch Gut-schriften für Erzeugung von erneuerbaren Energien aus Fotovoltaik, Deponiegas und Wind sparte die SRH in 2018 so insgesamt 206.800 t Kohlenstoffdioxid (CO2) ein und versorgte rund 142.000 Haushalte mit umwelt- und klimafreundlicher Fernwärme.

Flächenreinigung, Winterdienst und öffentliche Toiletten: Unser Einsatz für eine saubere Stadt

Im Jahr 2018 reinigten die 1.025 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Reinigungsdienstes der SRH wöchentlich im Durchschnitt 5.874 Kilometer Fahrbahn und 3.228 Kilometer Gehwege. 17.500 rote SRH-Papierkörbe wurden 48.100 mal pro Woche geleert. Seit Übernahme der Steuerungsverantwortung für die Sauberkeit und Flächenreinigung in der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der Reinigung von 32 km² Park- und Grünanlagen ab 1.1.2018 konnte die SRH auch durch eine grundlegende Neuorganisation der Flächenreinigung die Sauberkeit der Stadt spürbar verbessern (siehe 2. Link).
Bei 1.246 Einsätzen sorgte der Verkehrssicherungsdienst (VKS) der SRH rund um die Uhr für eine schnelle Beseitigung von verkehrsbehindernden Unfallspuren.

Im Jahr 2016 beauftragte der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die SRH mit der Übernahme von Bau, Betrieb und Unterhaltung für 125 öffentliche Toiletten zum 1.1.2017. Die Stadtreinigung Hamburg hat dieses neue Tätigkeitsfeld zur Zufriedenheit der Hamburgerinnen und Hamburger mit einem erheblichen Zugewinn an Sauberkeit und Service-Qualität erfolgreich etabliert und auf inzwischen 131 Toilettenanlagen ausgebaut.

In der Wintersaison 2018/2019 war der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg in 450 Einzeleinsätzen wenig gefordert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter streuten rund 3.350 Tonnen Salz und Kies, um die Fahrbahnen, Fußgängerüberwege, Bushaltestellen, ausgewählte Radwege und anliegerfreie Gehwege zu sichern. Auf den Fahrbahnen der wichtigen Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr fuhr die SRH im vergleichsweise milden Winter neun stadtweite Räum- und Streueinsätze.

Nachhaltigkeitsbericht: Umfassende und geprüfte Berichterstattung

Seit 2007 veröffentlicht die SRH regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte und gehört damit zu den Pionieren der für große Unternehmen ab 2017 EU-weit verpflichtenden Nach-haltigkeitsberichterstattung.
 
Auch in diesem Jahr ist die Stadtreinigung Hamburg im Bereich „Mittelgroße Unter-nehmen“ für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Die Auszeichnung wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.
Jetzt veröffentlicht die Stadtreinigung Hamburg (SRH) bereits zum vierten Mal einen Konzernbericht mit integriertem Nachhaltigkeitsbericht. Dieser Bericht ist nach den international anerkannten GRI-Leitlinien (GRI Standards) der Global Reporting Initiative (GRI) gemäß der Berichtsoption „comprehensive“ erstellt, was höchste Berichtstiefe und -qualität bedeutet. Mit dieser umfassenden und geprüften Darstellung hat die Stadtreinigung Hamburg ein Berichtsniveau etabliert, das selbst bei international agie-renden DAX-30-Unternehmen noch nicht die Regel ist.

Die Stadtreinigung Hamburg sieht sich als wichtiger gesellschaftlicher Akteur der Freien und Hansestadt Hamburg auch in der Verantwortung, einen Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) zu leisten. Aus diesem Grund wurde das Nachhaltigkeitsprogramm mit mittel- bis langfristigen Zielen in diesem Jahr erstmals mit den SDGs verknüpft.