Stadtquartier „In den Nordstadtgärten“ mit dem Architekturpreis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet
Das neue Stadtquartier „In den Nordstadtgärten“ ist eines der größten Wohnbauprojekte in Nürnberg. Nun wurde das Projekt der auf Quartiersentwicklungen spezialisierten KIB Gruppe mit dem Architekturpreis der Stadt Nürnberg 2018 ausgezeichnet. Die wichtigsten Vergabekriterien: Gestalterische Qualität, Nachhaltigkeit und Standortgerechtigkeit.

Luftbild Nordstadtgärten (Abbildung: KIB Gruppe)
Alle zwei Jahre würdigt der Architekturpreis der Stadt Nürnberg Bauten, städtische Räume und Freianlagen, die erfolgreich und langfristig zum baukulturellen Reichtum und zur Lebensqualität in der Stadt beitragen. Mit 40 Häusern und 574 Wohneinheiten auf 40.000 Quadratmetern Grundstücksfläche nimmt das Stadtquartier „In den Nordstadtgärten“ schon aufgrund seiner Größe prägenden Einfluss auf seine Umgebung. Die positive Strahlkraft des Projekts in städtebaulicher, architektonischer und gesellschaftlicher Hinsicht gab den Ausschlag für die Entscheidung des Preisgerichts.
Auf dem früheren Areal der Traditionsbrauerei Tucher ist seit Baubeginn im Juni 2011 ein lebendiger Stadtteil mit viel Grünflächen, zeitloser Ästhetik und modernen Wohnungsgrundrissen entstanden. Besonders lobt die Jury um den Vorsitzenden des Baukunstbeirats Professor Thomas Will die lichte und offene Bauweise des „Stadtbausteins“, die sich nach Süden zur Stadt öffnet, aber trotzdem klar vom öffentlichen Raum und den umgebenden Straßen abgrenzt. Insbesondere der Erhalt und die Integration des Tucher-Turms – in dem ebenfalls Wohnungen untergebracht sind – setzt ein aus der Distanz sichtbares Signalelement und steht für die Geschichte des Quartiers.
Die sechs Gebäudeensembles fungieren dabei jeweils als eigenständige Quartiere mit eigener Prägung. Aus dem Kontrast zur „Innenwelt“ der Höfe zwischen den Wohngebäuden ergibt sich ein Spannungsfeld, in dem sich die Symbiose aus moderner Funktionalität und historischen Gebäuden entfalten kann. Die Jury spricht insofern von einem „Unikat“, das neue, aber dennoch vertraut wirkende Bausteine in ein harmonisches Ganzes überführt und zugleich die Identifizierbarkeit der einzelnen Mikro-Quartiere gewährleistet. Die hellen Putzfassaden nehmen mit der zusätzlichen Verwendung des Materials Klinker, das pro Quartier in unterschiedlicher Art und Dichte eingesetzt wurde, einen Bezug zu den Bestandsgebäuden auf dem Areal auf. Hierzu tragen auch architektonische Besonderheiten, wie die fast in Vergessenheit geratenen Portaldurchgänge bei, die „In den Nordstadtgärten“ in einen aktuellen Nutzen übersetzt werden.
Die Nutzungsmöglichkeiten des Stadtquartiers sind vielfältig, wie der geschäftsführende Gesellschafter der KIB Gruppe Richard Minartz erklärt: „Die Bewohner der verschiedenen Eigentums- und Mietwohnungen sowie der speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnittenen Service-Wohnungen sollen hier ein innovatives und lebendiges Umfeld vor finden.“ Insbesondere die geschützten Bereiche zwischen den Häusern mit ihren freien, fließenden und nicht nur vom rechten Winkel bestimmten Grünflächen betonen den eigenwilligen Charakter des neuen Quartiers und steigern die Aufenthaltsqualität erheblich. Hinzu kommen die Kindertagesstätte „Turmfalken“, die direkte Anbindung an den neugestalteten Schillerplatz sowie das Café im ehemaligen Sudhaus mit eigener Kaffeerösterei.
Die Entscheidung über die Vergabe des Architekturpreises traf der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung am Donnerstag, 22. November 2018. Berücksichtigt wurden insgesamt 20 eingereichte Arbeiten.