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06.12.2018 | Stadtplanung

Es ist nicht 5 vor 12, sondern 5 nach 12: Mit Stadtgrün gegen den Klimawandel

Seit Anfang der Woche beraten die Vertreter von 200 Staaten im polnischen Kattowitz auf der Klimakonferenz vor allem über den weltweit stetig steigenden CO2-Ausstoß. Auch Deutschland gehört zu den Ländern, die ihre Klimaziele bis 2020 nicht erreichen werden. Zu den Grundproblemen zählen für Helmut Selders vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. unter anderem die zunehmende Oberflächenversiegelung und zu wenig Investitionen ins öffentliche Grün.

Jogger in einem Hamburger Park (Foto: Graf Luckner für BdB/ENA)

 „Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen wir endlich sorgsamer mit unseren Grünflächen umgehen und uns ihrer immensen Bedeutung für Mensch und Umwelt bewusst werden“, fordert Helmut Selders vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., der seit 2018 die Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ durchführt. „Angefacht von der allgemeinen Verstädterung können wir seit Jahren beobachten, wie immer mehr Grünflächen zugunsten von Baugrund versiegelt werden“, so Selders weiter. Dabei heizt sich ein versiegelter Untergrund viel stärker auf als ein begrünter, und überschüssiges Wasser kann im Fall von Starkregen deutlich schlechter abfließen.

„In der Diskussion um den Klimawandel wird häufig vergessen, dass wir ein ganz natürliches Mittel zur Verfügung haben: die Natur selbst. Und viel hilft hier ausnahmsweise auch einmal viel“, so Selders. Bäume und Pflanzen nehmen CO2 auf und binden sogar Feinstaub, sie geben Sauerstoff ab und verbessern damit die Luftqualität, sie spenden Schatten und speichern temporär auch große Wassermassen. Für verschiedenste Standorte gibt es die passenden Bäume und Pflanzen, die, sachgerecht gepflanzt und anschließend gepflegt, über Jahrzehnte helfen, das Mikroklima in Städten zu regulieren.

„Der Klimawandel ist real, aber wir können seine negativen Begleiterscheinungen zumindest abmildern. Das Wissen zu den Gehölzen der Zukunft ist da: Welche Bäume halten große Hitze und Stürme aus, welche Sträucher sind besonders insektenfreundlich. Was wir jetzt brauchen, sind kluge Stadtplanungskonzepte und mutige Entscheidungen, die langfristig greifen. Denn wenn wir weiterhin kurzfristig denken, werden wir langfristig den Preis dafür zu zahlen haben“, fasst Selders zusammen.

Über „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“

Die Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ wurde vom europäischen Baumschulverband ENA (European Nurserystock Association) initiiert. Ihr Ziel ist es, kommunale Entscheider, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten sowie Garten- und Landschaftsbauer für eine grüne Stadtentwicklung zu begeistern. In Deutschland wird die Kampagne vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. durchgeführt. Der BdB repräsentiert Deutschland als eines von sieben Teilnehmerländern neben Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden.

Über den Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. ist die berufsständische Vereinigung und Interessenvertretung der Baumschulen. Als Vertretung der rund 1.000 angeschlossenen Betriebe hat der BdB die Aufgabe, die Baumschulwirtschaft nach innen und außen zu stärken, wettbewerbsfähig zu machen und zu halten. Die Branche kultiviert Gehölze auf aktuell weit über 20.000 Hektar mit einem jährlichen Produktionswert von über 1. Mrd. Euro. Auf Landesebene ist der BdB in 15 Landesverbände unterteilt, in denen zum großen Teil kleine und mittelständische Baumschulunternehmen organisiert sind. Die Betriebe vereinigen sich unter dem Leitmotiv der Branche „Grün ist Leben – Baumschulen schaffen Leben“. Seit 1993 ist der BdB zusammen mit weiteren Verbänden des Gartenbaus Gesellschafter der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) und ist an der Planung und Umsetzung von Bundesgartenschauen (BUGAs) und Internationalen Gartenbauausstellungen (IGAs) beteiligt.