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21.11.2016 | Klima- und Umweltschutz

Weitere 12 Millionen Euro für ein klimafestes Bayern

Durch den Klimawandel kommt es zunehmend zu Wetterextremen wie Starkregen und Sturzfluten. Darauf wies die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf heute in München hin: "Der Klimawandel sendet seine Boten auch nach Bayern. Die sintflutartigen Regenfälle im Sommer dieses Jahres waren eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte des Freistaats. Fast alle Regionen in Bayern waren betroffen, am schlimmsten der Landkreis Rottal-Inn. Unser Ziel ist, Bayern klimafest zu machen. Wir wollen die Herausforderung Starkregen und Klimawandel gemeinsam mit den Kommunen angehen. Dazu haben wir ein kraftvolles Kommunalpaket für einen noch besseren Hochwasserschutz vor Ort geschnürt. Die Sicherheit der Menschen vor den Gefahren der Natur soll weiter erhöht werden. Durch bessere Beratung, weitere Förderung und schnellere Warnung werden die Gemeinden gestärkt."

Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (© Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

Auf Initiative von Umweltministerin Scharf hat das Kabinett im Sommer eine weitere Stärkung des Hochwasserschutzes in den Regionen beschlossen: Neben 30 neuen Stellen für die Wasserwirtschaftsverwaltung wird eine zusätzliche Komponente "Sturzfluten" in das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020plus aufgenommen. An zusätzlich 20.000 Kilometern Gewässer Dritter Ordnung, für die die Gemeinden zuständig sind, werden darüber hinaus neue Hochwassergefahrenkarten erstellt. Insgesamt stehen in den kommenden beiden Jahren zusätzlich 12 Millionen Euro zur Verfügung. 

Der Umgang mit Sturzfluten erfordert das erfolgreiche Zusammenspiel verschiedener Bereiche wie Wasser- und Baurecht, Landwirtschaft und Katastrophenschutz. Deshalb hat das Bayerische Umweltministerium heute das interdisziplinäre Symposium "Herausforderung Starkregen im Zeichen des Klimawandels" in der Residenz in München organisiert. Scharf: "Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Der intensive Dialog ist ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit für unsere Bürger. Wir brauchen das Erfahrungswissen vor Ort genauso wie den engen Schulterschluss zwischen Klimaforschung und Entscheidern." Rund 300 Betroffene, Experten und Vertreter der Politik haben gemeinsam auf die Ereignisse im Sommer 2016 zurückgeblickt, zukünftige Auswirkungen und Herausforderungen des Klimawandels beleuchtet und Handlungsmöglichkeiten zur Vorsorge diskutiert. Allein für Klimaschutz, Energie und Innovation stehen im laufenden Doppelhaushalt 170 Millionen Euro zur Verfügung. Für den Hochwasserschutz investiert der Freistaat bis 2020 bayernweit rund 3,4 Milliarden Euro.