5. Kommunalkongress der EnergieAgentur.NRW in Wuppertal ist ein voller Erfolg
Rund 200 Vertreter aus den 396 nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden waren heute (1. September) nach Wuppertal gekommen, um sich im Rahmen des 5. Kommunalkongresses der EnergieAgentur.NRW über aktuelle Entwicklungen rund um die „Energie in Kommunen“ zu informieren

(Foto: EnergieAgentur.NRW)
„Energiewende und Klimaschutz sind Prozesse, bei denen Kommunen vor besonderen Herausforderungen stehen. Damit ist zum einen die Umstellung der Energieversorgung auf nachhaltige, zukunftsfähige Strukturen gemeint. Zum andern aber beherrscht die Klimafolgenanpassung die Stadt- und Regionalentwicklung. Wir lassen unsere Kommunen dabei nicht im Regen stehen: Die Notwendigkeit dazu haben uns die letzten heißen Sommerwochen einmal mehr deutlich gemacht. Kurzfristige, aber regelmäßig wiederkehrende Wetterextreme machen Anpassungsprozesse nötig. Neu erworbenes Wissen muss überprüft und verbreitet werden. Dafür ist der Kommunalkongress der EnergieAgentur.NRW genau das richtige Forum“, so Peter Knitsch, Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen zur Eröffnung in der Wuppertaler Stadthalle.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Städte Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Münster, Remscheid, Solingen und die Kreise Borken, Coesfeld und Steinfurt für ihr zehnjähriges Engagement beim Projekt ALTBAUNEU von Staatssekretär Peter Knitsch ausgezeichnet.
ALTBAUNEU unterstützt seit zehn Jahren Kommunen und Kreise bei der Beratung ihrer Bürger, wenn es um die Umsetzung von Projekten der energetischen Gebäudesanierung geht. ALTBAUNEU ist eine gemeinsame Initiative von 17 Kommunen und Kreisen in Nordrhein-Westfalen und wird von der EnergieAgentur.NRW zentral koordiniert. „In Nordrhein-Westfalen sind mehr als 75 Prozent der Wohnhäuser – rund 8 Millionen Wohneinheiten – älter als 30 Jahre und damit zu einer Zeit gebaut worden, als der Wärmeschutz von Gebäuden noch nicht gesetzlich geregelt war. Es gilt nun, die verborgenen Effizienzpotenziale zu erschließen. ALTBAUNEU ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Kommunen als Partner der Bürgerinnen und Bürger gestaltend Einfluss nehmen können“, so Knitsch. Im Rahmen von ALTBAUNEU informieren die Kommunen über Fördermöglichkeiten oder helfen bei der Suche nach qualifizierten Handwerkern und Architekten für die Projektplanung und Umsetzung.
Städte, Gemeinden und Kreise sind als Betreiber von Schulen, Straßenbeleuchtung und Schwimmbädern verantwortlich für Bereiche mit hohem CO2-Minderungspotenzial. Mit ihrem Klimaschutzgesetz strebt die Landesregierung die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 25 Prozent an, bis 2050 sollen die schädlichen Emissionen sogar um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 sinken. Es ist das erklärte Ziel der Landesregierung, dass die Kommunen im Rahmen des Klimaschutzgesetzes eine herausgehobene Rolle spielen. Kommunen und Kreise sollen in die Lage versetzt werden, ihren Beitrag zum Klimaschutz noch besser zu leisten. Dazu gehören die Unterstützung bei der Ermittlung der regionalen Potentiale Erneuerbarer Energien sowie ein umfassendes Beratungspaket für die Kommunen, das zielgerichtete Angebote der EnergieAgentur.NRW umfasst.
Der Kommunalkongress begnügte sich allerdings nicht damit, auf Probleme aufmerksam zu machen, sondern es wurden ebenso praktische Tipps für die kommunale Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung, die Einbindung der lokalen Wirtschaft bei der Umsetzung von kommunalen Klimaschutzkonzepten und die Nutzung von Windkraftanlagen in Industrie- und Gewerbegebieten vorgestellt. „Wir stellen in Nordrhein-Westfalen fest, dass Politik und Verwaltung mit dem Ziel ‚Klimaschutz ‘ fast flächendeckend Pläne und Strategien zur nachhaltigen Energieversorgung erarbeiten. Um dies auch umzusetzen, wollen wir mit Expertenwissen, insbesondere im technischen Bereich, unterstützen. Best-Practice-Beispiele, die wir in diesem Zusammenhang vorstellen, sind aus unserer Erfahrung ein zusätzlicher Motivator und Mutmacher, um Klimaschutzprojekte konsequent zu realisieren“, so Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Die EnergieAgentur.NRW hat seit 2013 sechs KlimaNetzwerker in den fünf Regierungsbezirken sowie im Regionalverband Ruhr eingesetzt, um Projekte der Kommunen und von Unternehmen zu unterstützen.