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05.10.2015 | Energie

Flughafen Stuttgart wird Energiedienstleister

Die Flughafen Stuttgart GmbH wird als erstes Unternehmen im Pilotprojekt „Demand Side Management Baden-Württemberg“ seine flexiblen Stromlasten vermarkten. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) zeigt in dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Pilotprojekt, wie Unternehmen mit dieser Dienstleistung die Energiewende unterstützen können. Sie passen dabei gegen eine Vergütung ihren Stromverbrauch (Last) flexibel an Schwankungen im Stromsystem an. Dies hilft insbesondere, die fluktuierende Einspeisung aus erneuerbaren Energien auszugleichen.

„Mit der Vermarktung der flexiblen Stromlasten beginnt die entscheidende Phase des Projekts. Jetzt wird sich zeigen, wie Demand Side Management in der Praxis funktioniert und welchen Beitrag es zur Energiewende leisten kann“, so Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller. Er wird die Ergebnisse des Projekts voraussichtlich am 14. Dezember in Stuttgart präsentieren.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, ergänzt: „Wir freuen uns, mit dem Flughafen Stuttgart ein renommiertes Unternehmen für unser Projekt gewonnen zu haben. Die Betreiber wollen ihren Flughafen zu einem der nachhaltigsten in Deutschland machen. Da ist es nur konsequent, auch auf Demand Side Management zu setzen. Die aus diesem Best-Practice-Beispiel gewonnenen Erkenntnisse können gut auf andere Flughäfen übertragen werden.“

Der Flughafen Stuttgart wird unter anderem die Flexibilität seiner Klimaanlagen als Regelleistung anbieten. Klimaanlagen eignen sich gut für Demand Side Management: Sie lassen sich kurzzeitig abschalten, ohne dass die Kühlleistung spürbar beeinträchtigt wird. Im Laufe des Pilotprojekts werden bis zu zehn weitere Unternehmen ihre flexiblen Lasten vermarkten. Dabei werden sie von spezialisierten Energiedienstleistern unterstützt. Diese Praxiserfahrungen helfen bei der weiteren Entwicklung und Verbreitung von Demand Side Management.

Über Demand Side Management

Demand Side Management bedeutet, dass Unternehmen ihren Stromverbrauch gezielt an die jeweiligen Erfordernisse des Stromsystems ausrichten. Kommt es zu starken Abweichungen zwischen Stromerzeugung und -last, verringern oder erhöhen die Unternehmen ihre Nachfrage entsprechend. Dies sorgt für ein stabiles Stromsystem und damit Versorgungssicherheit.

Der Vorteil für Unternehmen: Sie können mit dieser flexiblen Stromnutzung Geld verdienen – zum Beispiel wenn sie sie als Regelleistung am Strommarkt verkaufen. Regelleistung wird von Übertragungsnetzbetreibern genutzt, um Ungleichgewichte zwischen Stromerzeugung und -last auszugleichen. In der Vergangenheit stellten überwiegend konventionelle Kraftwerke Regelleistung bereit. Im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien müssen diese durch andere Technologien und Verfahren ersetzt werden, wie zum Beispiel Demand Side Management.

Informationen zu Demand Side Management, Regelleistung und dem Pilotprojekt stehen im Internet.