Public Manager
02.12.2015 | Büromöbel

Büromöbel: Stimmungsaufheller oder Motivationskiller

Auch wenn wir die meiste Zeit im Büro verbringen, der Mensch kann seine Herkunft nicht verleugnen. Genetisch sind wir immer noch Jäger und Sammler, taugen mehr zum ausdauernden Laufen als zum langen Sitzen. Wir brauchen die Bewegung, um Muskeln, Sehnen und Gelenke, aber auch Organe zu trainieren und dauerhaft leistungsfähig zu erhalten. Ein Leben im Sitzen birgt enorme Gesundheitsrisiken. Die daraus resultierenden Gesundheitsbeschwerden verursachen jedes Jahr einen volkswirtschaftlichen Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe.

Analyse-Tool HUMEN deckt Sitzprobleme am Arbeitsplatz auf und informiert über Optimierungspotential. (Foto: IGR e.V.)

Köhl Air-Seat: Ein Zwei-Kammer-Luftkissen stimuliert aktiv Muskelpartien im Becken- und Rumpfbereich. (Foto: KÖHL GmbH)

Bei der Ausgestaltung des Umfeldes, an dem wir die meiste Lebenszeit verbringen, sollte daher Wert auf Ergonomie und Wohlbefinden (Bewegungsfreiheit) gelegt werden. Denn das Problembewusstsein bei Mitarbeitern für ein Wohlfühlambiente am Arbeitsplatz, zumindest aber für Möbel, die nicht gesundheitsgefährdend sind, wächst. Studien belegen, dass ein karges Arbeitsumfeld die Produktivität von Unternehmen auf Dauer stagnieren lässt. Eine Steigerung von über 30 Prozent kann dagegen durch die Einbeziehung der Mitarbeiter bei der Auswahl des Büromobiliars erzielt werden. Bei der Wahl des Arbeitsplatzes wird dieses Kriterium, gerade von qualifizierten Fachkräften, immer häufiger ins Kalkül gezogen.

Intelligente Möbel fördern die Bewegung

Selbst wenn man 30 Prozent seiner Arbeitszeit stehend verbringt und 10 Prozent gehend, wie es die gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt, verbleiben immer noch 60 Prozent der Bürozeit, die sitzend absolviert wird. Deshalb sollten Büromenschen alle 45 Minuten mindestens einmal aufstehen und sich bewegen, auch Sitz-Steh-Konzepte (Stehpulte, Stehtische) sind zunehmend im Kommen. Das A und O aber sind hochwertige Sitzmöbel, die Haltungswechsel ermöglichen und fördern. Stühle mit einer Synchronmechanik verfügen nicht nur über die Möglichkeit, sich zurückzulehnen, sie lassen auch seitliche Bewegungen zu. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts abs im Auftrag des Verbandes „Büro-, Sitz- und Objektmöbel e. V.“ (bso) setzen mittlerweile 95,4 Prozent aller Unternehmen Stühle ein, die zumindest eine einfache Form des dynamischen Sitzens mit Wechseln der Sitzposition zulassen. Allerdings kommen erst bei 19,7 Prozent der Unternehmen an sämtlichen Arbeitsplätzen und bei 38,3 Prozent nur teilweise Drehstühle mit einer Synchronmechanik zum Einsatz.

Sitzmöbel richtig auswählen

Das "Büro-Forum" des bso fasst in einer 10 Punkte-Empfehlung zusammen, welche Kriterien gute Sitzmöbel erfüllen müssen. Dazu gehört neben der Synchronmechanik natürlich auch die individuelle Einstellbarkeit der Sitzhöhe. Höhen- und breiteneinstellbare Armlehnen sind ebenso ein unverzichtbarer Bestandteil eines ergonomischen Stuhls. Wichtig ist, dass die Rückenlehne über eine Lordosenstütze verfügt, die der Lendenwirbelsäule bei aufrechter Sitzhaltung Hilfestellung leistet. Zudem muss die Rückenlehne so hoch sein, dass auch der Schulterbereich wirkungsvoll gestützt wird. Erste Orientierungshilfe bieten Qualitätssiegel wie das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, das Prüfzeichen „Ergonomie geprüft“ oder das Quality Office-Zeichen. Darüber hinaus sollte man auf die DIN EN ISO 9001 und 14001 als Unternehmenszertifizierung bei einem Premiumanbieter achten.

HUMEN nimmt Haltung unter die Lupe

Um festzustellen, wo die Schwächen der vorhandenen Stühle liegen, beziehungsweise worin die konkreten Sitzprobleme des Mitarbeiters an seinem Arbeitsplatz bestehen, bedarf es des genauen Hinschauens. Das, von der Interessengemeinschaft der Rückenschullehrer/-innen e.V. (IGR) entwickelte, Analyse-Tool HUMEN nimmt die Haltung von Mitarbeitern am Schreibtisch genau unter die Lupe. Damit können alle Büroarbeitsplätze nach ergonomischen Gesichtspunkten analysiert und bewertet werden - eine wertvolle Präventiv-Maßnahme zur Rückengesundheit am Arbeitsplatz. Die, zum Beispiel vom Sitzmöbelspezialisten Köhl eingesetzte, Analyse nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, gleicht die Ist-Position mit der Ideal-Position ab und liefert in der anschließenden Ergonomie-Beratung effektive Hinweise auf individuelle Gefährdungsbereiche und mögliches Optimierungspotential.

Bewegtes Sitzen

Muskelverspannungen, Nackenschmerzen, blockierte Wirbel und Bandscheibenprobleme haben ihre Ursache weniger im Verschleiß von Knochen und knorpeligen Verbindungen, sondern in der Erschlaffung der Muskeln. Denn Bauch- und Rückenmuskulatur halten die Wirbelsäule in Balance. Und selbst im Sitzen lässt sich etwas für diese Muskelgruppen tun. Nämlich dann, wenn der Bürostuhl die Wirbelsäule nicht nur stützt, sondern gerade die tiefer liegenden Muskeln aktiv mobilisiert und stimuliert. Erzielt werden kann dieser Stimulations-Effekt durch ein intelligentes System wie den Köhl Air-Seat. Dieses innovative Sitzpolster besteht aus einem Zwei-Kammer-Luftkissen, das in der Lage ist, Wirbelsäule und Muskulatur mit sanften Bewegungen nah am Sitzenden zu stimulieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen, den Sitz bewegenden Mechaniken, die große Schaukelbewegungen zulassen, ermöglicht der Air-Seat mehrdimensionale Mikrobewegungen. Die fest fixierten Armlehnen geben dabei sicheren Halt.

"Das Köhl Air-Seat Konzept ermöglicht mehrdimensionale Bewegungen im Sitzen. Insbesondere die tiefer liegende Rückenmuskulatur, welche die Wirbelsäule stabilisiert, wird durch die Mikrobewegungen gezielt trainiert", erklärt Christian Brunner, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Rückenschullehrer/innen e.V. (IGR).

Ergonomische Lösung mit vielen Möglichkeiten

Mit dem Air-Seat können die Stuhlserien Anteo, Selleo, Aureo und Multiplo von Köhl ausgerüstet werden. Der vorhandene Sitz wird dank Clip-System schnell und ohne Werkzeug einfach ausgetauscht. In Tests schneiden diese Stuhlserien hervorragend ab. Ausgestattet mit verschiedenen Rückenlehnen, einer multifunktionalen Synchronmechanik und einer Vielzahl an Bezugsmaterialien bieten sie jede Menge Anpassungspotential an die unterschiedlichen Arbeitsplatzbedürfnisse. Aufgrund qualitativ hochwertiger, schadstoffgeprüfter Materialien genügen die Stühle höchsten Umweltstandards und sind zu 95 Prozent recycelbar. Zudem wird das ergonomische Sitzmöbel von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) bei entsprechenden Voraussetzungen des Antragstellers bezuschusst.

Leasen statt kaufen

Hochwertige Büromöbel leasen, um in Sachen Gesundheit der Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein – warum nicht? 99,9 Prozent aller in Firmen stehenden Kopierer sind geleast. Dass auch Büromöbel geleast werden können, ist auf Geschäftsführerebene und in vielen Vorstandsetagen allerdings noch nicht wirklich angekommen. „Das in Deutschland bei Investitionsgütern akzeptierte Leasing tut sich bei Büromöbeln noch schwer“, so Köhl-Vertriebsleiter Axel Spetzger. Viele Unternehmen bieten diese Möglichkeit seit langem an, nennenswerten Anteil am Geschäft hat diese interessante Leistung allerdings noch nicht.

Fazit

Dass die ergonomische Ausgestaltung des Arbeitsplatzes, die mit hochwertigen Sitzmöbeln beginnt, entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden und die Motivation der Mitarbeiter hat, liegt auf der Hand. Doch ergonomische Büromöbel sind nicht nur eine Frage des Wohlbefindens. Der Verzicht kann gravierende Folgen für die Gesundheit der Mitarbeiter und damit für die Produktivität des Unternehmens haben. Der volkswirtschaftliche Schaden durch krankheitsbedingte Produktionsausfälle beläuft sich in Deutschland mittlerweile auf rund 45 Milliarden Euro. Umworbene Fachkräfte schauen zunehmend kritisch auf ihren zukünftigen Arbeitsplatz. Gibt er doch Aufschluss über Mitarbeiterführung, Wertschätzung des Personals und das Betriebsklima. Unternehmen riskieren langfristig Produktivitätsverluste und Ertragseinbußen, wenn sie eine zeitgemäße Arbeitsplatzausstattung ignorieren.