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03.12.2015 | Moderner Staat

3. Kommunales GIS-Forum mit breitem Themenspektrum

Von der unbebauten Brachfläche in der Stadt über Standorte und Einzugsbereiche von Schulen bis zur Frage, wann und ab welcher Haltestelle ein Bus ans gewünschte Ziel fährt – das sind nur einige der zahlreichen Anwendungsfelder geographischer Daten, die beim 3. Kommunalen GIS-Forum des Runden Tisches GIS e.V. Mitte November in Neu-Ulm präsentiert wurden.

 
 
 
 
.Länderübergreifende Datennutzung Schon in der Keynote zum Auftakt des Treffens mit rund 130 Teilnehmern betonte Landrat Thorsten Freudenberger vom Landkreis Neu-Ulm die Bedeutung von Geodaten für das Alltagsgeschäft der Städte und Gemeinden. Was das konkret bedeutet, machten im Anschluss die zahlreichen Fachvorträge deutlich. Die Themenspanne reichte von der Schulentwicklung, über die Kartierung und das Management von Brachflächen in bereits bebauten Gebieten, bis zu den Aspekten der fach- und länderübergreifenden Nutzung von Geoinformationen.

Direkt an der Landesgrenze von Bayern und Baden-Württemberg hatte der Münchner Verein bereits vor zwei Jahren beim ersten GIS-Forum die grenzüberschreitende Nutzung von kommunalen (Geo-)Daten angeschoben und gemeinsam mit den Landesvermessungsbehörden der beiden Bundesländer sowie den Städten Ulm und Neu-Ulm ein Pilotprojekt zum gegenseitigen Datenaustausch initiiert. Das mündete in diesem Jahr in die offizielle Unterzeichnung einer Erklärung der beiden Präsidenten der Landesvermessungsämter zur verstärkten Zusammenarbeit, um allen Kommunen entlang der gemeinsamen Landesgrenze die Daten des jeweiligen Nachbarn so einfach und so kostengünstig wie möglich zu übermitteln.

Open Data und INSPIRE
Weitere Beiträge des Forums befassten sich unter anderem mit den Angeboten kommerzieller Datenanbieter, wie auch mit möglichen Konzepten für Open Data bei kommunalen Daten. Die Frage, wie Kommunen aktuell von der europäischen Richtlinie INSPIRE betroffen sind, war ebenfalls Gegenstand der Tagung. INSPIRE sieht vor, dass zahlreiche digitale Datenbestände allgemein der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Das betrifft zwar vor allem die Bundesländer als zuständige Instanz für die Geobasisdaten, aber die Richtlinie nennt auch eine Reihe von Fachthemen, die mitunter in kommunaler Hoheit liegen.

Kommunale mobile Dienste
Ein weiteres großes Thema des kommunalen GIS-Forums war die Entwicklung  stetig wachsender mobiler Datendienste, die auf Geodaten basieren. Das betrifft zum Beispiel Anbieter von Fahrplanauskünften aber auch die Kommunen selbst, die mit eigenen Apps inzwischen digitale Bürgerdienste aufbauen können, wie Beispiele aus Friedrichshafen zeigten. Ergänzend dazu gab es auch einen Vortrag zum Fördermodell für den Breitbandausbau in Bayern.

Eine Digitalagentur präsentierte aus der Zusammenarbeit von Entwicklern und Marketingexperten die jüngsten Erkenntnisse zu den Themen Usability von Apps. Sie sorgte auch für einen Ausblick auf künftige Konzepte und präsentierte die Datenbrille von Google als Beispiel für kommende Interfaces, die sich von der klassischen Bildschirmpräsentation auch von kartographischen Daten lösten. Auch Geodaten werden danach zu einem Baustein vernetzter Systeme, die sich immer mehr dem Nutzer anpassten und immer weniger Fachkenntnisse verlangten.

Vernetzung durch Runden Tisch GIS e.V.
Der Runde Tisch GIS als Veranstalter des Forums nutzte die Gelegenheit, seinem langjährigen ehemaligen Vorsitzenden und Mitbegründer Prof. Dr. Matthäus Schilcher die Urkunde zum Ehrenvorsitzenden zu übereichen. In einer kurzen Laudatio wies Dr. Klement Aringer, Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern, auf die Eigenschaft von Geoinformationen hin, quer durch zahlreiche andere Fachgebiete Nutzen zu stiften. Die Vernetzung von behördlicher Praxis, wissenschaftlicher Forschung und unternehmerischem Handeln war vor diesem Hintergrund die Gründungsidee des Runden Tisches GIS im Jahr 2000, die sich bis heute in Veranstaltungen wie dem Kommunalen GIS-Forum ausdrücke..

Über den Runden Tisch GIS e.V
Der Runde Tisch GIS e.V. ist eines der größten ehrenamtlich organisierten Netzwerke zum Thema Geoinformation im deutschsprachigen Raum, das sich seit seiner Gründung den Wissenstransfer auf die Fahne geschrieben hat. Das Dreieck aus Behörden, Unternehmen und Wissenschaft, in dem sich die Geoinformationswirtschaft gewöhnlich bewegt, wird beim Runden Tisch GIS zum Kreis, in dem alle Beteiligten gleichberechtigt ihr Know-how einbringen und ihre Interessen austauschen können. Der Verein bündelt ein sowohl breites, wie auch vertieftes Know-how in Sachen Geoinformation. Darüber hinaus liefern spezielle Kompetenzpools – aktuell zu den Themen „Mobile Anwendungen „Stadt 3D++ – Stadtmodelle und ihre Anwendungen“ und „Geodateninfrastrukturen“ – Input für Veröffentlichungen sowie Forschungs- und Fortbildungsangebote. In Kombination mit seiner hohen wissenschaftlichen Reputation macht das den Runden Tisch GIS e.V. zu einem glaubwürdigen und neutralen Akteur im Geobusiness, der als gemeinnütziger Verein keinerlei wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgt. Der Runde Tisch GIS e.V. kann daher Fachdiskussionen und Themen der Branche unbefangen aufgreifen, frühzeitig Entwicklungstrends beschreiben und ihre Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft sichtbar machen. Die über 200 persönlichen und institutionellen Mitglieder des Runden Tisches GIS kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.