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02.10.2014 | Energie, Gebäudemanagement, Klima- und Umweltschutz

Rheinberg knackt die Marke: 300 Energiesparer NRW

Peter Knitsch, Staatssekretär in Nordrhein-Westfalens Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, zeichnete heute (1. Oktober) besonders energieeffiziente Wohngebäude in Rheinberg mit 30 Plaketten als „Energiesparer NRW“ aus. „Gerade in der energetischen Sanierung von Altbauten und in der Nutzung Erneuerbarer Energien liegen große Energiespar- und Klimaschutzpotentiale, die wirtschaftlich erschlossen werden können. Hier sind Einsparungen von bis zu 75 Prozent machbar. Die Auszeichnung als ‚Energiesparer NRW‘ ist ein sichtbares Zeichen für den Vorbildcharakter der Immobilien. Und wie man in Rheinberg sieht, finden die positiven Vorbilder reichlich Nachahmer“, so Markus Feldmann, der das Projekt im Auftrag des Landes bei der EnergieAgentur.NRW betreut. Keine zweite Kommune in NRW hat derart viele Plaketten verliehen bekommen. Rheinberg ist damit die Hauptstadt der Energiesparer in NRW.

Seit dem Start der Kampagne „Energiesparer NRW“ 2006 wurden allein in Rheinberg 312 Energiesparer-Auszeichnungen für energetisch sanierte Altbauten und effiziente Neubauten sowie die Nutzung erneuerbarer Energien verliehen. Insgesamt wurden zwischen 2006 und 2013 in ganz Nordrhein-Westfalen 1987 Plaketten vergeben. Die Effizienz von Wohngebäuden ist wesentlicher Bestandteil der Klimaschutzpolitik. Vom Gesamtenergieverbrauch eines Privathaushaltes entfallen mehr als zwei Drittel auf die Raumheizung. Feldmann: „Wir wissen seit langem: Die Neubauten sind nicht unser Problem. Sorgen bereiten uns die Bestandsgebäude. Die Verschwendung von Heizenergie in Nordrhein-Westfalen ist gigantisch. Drei Viertel der Gebäude sind vor 1980, also vor der ersten Wärmeschutzverordnung, errichtet worden.“ Ursache des hohen Energieverbrauchs ist demnach neben alten, ineffizienten Heizsystemen vor allem eine schwächelnde Gebäudehülle. „Selbst, wenn die Heizung noch nicht zum alten Eisen gehört, lässt sich häufig noch energetisches Optimierungspotential finden“, so der Experte von der EnergieAgentur.NRW. So liege der Schlüssel zu niedrigen Nebenkosten häufig im Austausch alter Fenster und der Dämmung von Fassaden, Dächern, obersten Geschoss- oder Kellerdecken. Vernünftig gedämmt, reduziert sich der Heizenergiebedarf – und die neue Heizungsanlage kann eine Nummer kleiner ausfallen. Durch eine wärmetechnische Sanierung ließe sich der Heizenergieverbrauch bei Gebäuden im Bestand im Durchschnitt um zwei Drittel reduzieren, rechnet Feldmann vor.

Die Auszeichnungen wurde in den Räumen des katholischen Kindergartens St. Nikolaus vergeben. Der Kindergarten wurde im vergangenen Jahr neu errichtet und beherbergt drei Kindergruppen sowie ein Familienzentrum. Die Energieversorgung erfolgt durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW). Staatssekretär Knitsch verlieh diesmal insgesamt 30 Plaketten, davon gingen zwei an Passivhäuser und gleich zwölf an Immobilien, die per Photovoltaik-Technik Strom aus der Sonne gewinnen.

„Effizienz und Nachhaltigkeit sind seit vielen Jahren die Leitmotive unserer lokalen Klimaschutzpolitik in Rheinberg. Dass unsere Kommune derart erfolgreich im Landesvergleich ist, ist ein deutlicher Ausdruck für die Richtigkeit unseres Weges, den wir eingeschlagen haben“, erklärt Dieter Paus, 1. Beigeordneter der 30.000-Einwohner-Stadt Rheinberg anlässlich der Verleihung. Deshalb werde die Nachhaltigkeit auch breiten Raum im Rahmen der LEADER-Bewerbung der Region „Alpen, Rheinberg, Sonsbeck, Xanten“ 2014 – 2020, bei der es um die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes geht, einnehmen.

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