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08.08.2011 | Allgemeine Meldungen, Klima- und Umweltschutz

Huml: Artenschutzprojekt rettet seltene Fledermausart

Der Freistaat Bayern setzt sich für den Erhalt bedrohter Tierarten ein - mit Erfolg: Deutschlands letzte Fledermauskolonie der "Großen Hufeisennase" ist gerettet. Dies betonte Umweltstaatssekretärin Melanie Huml heute bei der offiziellen Eröffnung des sanierten Fledermaushauses in Hohenburg (Lkr. Amberg-Sulzbach). "In Hohenburg befindet sich die letzte Fledermauskolonie der Großen Hufeisennase in Deutschland.

(Foto: www.Naturregion-Trier.de)

Mit vereinten Kräften ist es uns gelungen, den Lebensraum für diese Art zu bewahren", sagte Huml. Mit der Sanierung des Fledermaushauses leistet Bayern seinen Beitrag zum internationalen "Jahr der Fledermaus" 2011/12. Das Fledermaushaus wurde in den vergangenen beiden Jahren mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II in Höhe von ca. 1,1 Millionen Euro renoviert. Der Freistaat förderte das Projekt mit knapp 350.000 Euro. Installiert wurde zudem eine Videoanlage, die vom Bayerischen Umweltministerium mit 17.000 Euro bezuschusst wurde. Damit können die Fledermäuse und ihre Jungtiere künftig von jedermann beobachtet werden. "Das Artenschutzprojekt verbindet nachhaltigen Artenschutz und besondere Naturerlebnisse für die Menschen in der Region. Es trägt damit auch zur touristischen Entwicklung der Region bei", so Huml.

Die Fledermauskolonie der Großen Hufeisennase in Hohenburg wurde im Jahr 1992 entdeckt. Die nächsten Vorkommen sind in Luxemburg/Lothringen, der Schweiz sowie in den österreichischen Alpen. Bei dem Projekt wirkten neben dem Bayerischen Umweltministerium die Regierung der Oberpfalz, die Gemeinde Hohenburg und der Landesbund für Vogelschutz mit. "Die Maßnahmen zur Rettung der Großen Hufeisennase in Bayern sind beispielhaft für andere Vorkommensgebiete in Mitteleuropa", so Huml. Die Große Hufeisennase hat ihren Namen von einem hufeisenförmigen Hautaufsatz auf der Nase, der die Ultraschall-Rufe bündelt. Zurzeit leben in der Kolonie mindestens 40 Weibchen mit 30 Jungtieren, etwa 30 Männchen leben in der Umgebung.