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04.12.2018 | Digitalisierung, Moderner Staat

Stowasser: Die Künstliche Intelligenz verändert die Welt – Deutschland muss aufholen

„Künstliche Intelligenz wird die prägende Universaltechnologie des Jahrhunderts,“ prophezeit Prof. Dr. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa- Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, am Rande des diesjährigen Digital-Gipfels am 3. und 4. Dezember 2018 in Nürnberg.

Dort wurde die KI-Strategie der Bundesregierung vorgestellt. „Artificial Intelligence (AI) made in Germany“ soll laut Bundesregierung zum weltweit anerkannten Gütesiegel werden. „Diese Chance sollten Unternehmen, Politik, Sozialpartner und Forschung nutzen,“ lautet der Appell von Stowasser.

Deutschland muss Geschwindigkeit aufnehmen

Der wirtschaftliche Erfolg und die Beschäftigtensituation eines Hochlohnlandes wie Deutschland hängt nun von der Innovationsfähigkeit in der Künstlichen Intelligenz ab. Bei dieser Technologie liegen die USA und China derzeit weit vorne und Deutschland (noch) abgeschlagen im Mittelfeld. „Deutschland hat aber mittlerweile eine Strategie zur Stärkung der Künstlichen Intelligenz in allen Bereichen der Wirtschaft. Und dabei kann es nur ein Ziel geben: Deutschland soll zum weltweit führenden Standort für KI werden,“ so Stowasser weiter. Stowasser begrüßt die Maßnahmen der KI-Strategie – eine Konkretisierung der Umsetzung ist aber dringend und schnellstens von Nöten. Vorgesehen ist beispielsweise, die Forschung in Deutschland und Europa soll gestärkt zum Innovationstreiber werden. Der Transfer aus der Forschung in die Praxis soll beschleunigt werden. Internationale Fachkräfte sollen angeworben werden. Auch die Einrichtung neuer KI-Lehrstühle in Deutschland ist vorgesehen. Schließlich soll auch die Gründungsdynamik für KI-Geschäftsmodelle entfacht werden.

Künstliche Intelligenz und die Arbeitswelt 5.0

KI bietet nicht nur allerhand Chancen für innovative Geschäftsmodelle von Unternehmen und Institutionen. Die Arbeitswelt in den Unternehmen erfährt ebenfalls umwälzende Veränderungen. KI-Instrumente oder lernende Arbeitssysteme entwickeln die Arbeitswelt 4.0 zur Arbeitswelt 5.0. Steht die Arbeitswelt 4.0 im Fokus der vernetzten Digitalisierung und der Flexibilisierung von Arbeitsort, -zeit, -organisation sowie Handlungsfreiheit, so wird die Arbeitswelt 5.0 mit intelligenter Assistenz, lernenden Robotern und benutzeroptimierter Informationsbereitstellung bereichert. Für die Beschäftigten bedeutet der Einsatz von KI noch mehr Flexibilität, anspruchsvollere Tätigkeiten, individuell angepasste Informationen sowie Erleichterung bei monotonen geistigen Routinetätigkeiten.

Da KI-Technologie und Lernende Systeme das Potenzial haben, im Bereich der Informations- und Wissensarbeit die Flut an arbeitsrelevanten Informationen zu reduzieren bzw. zu kanalisieren, sowie lernende Robotersysteme und KI-basierte Automatisierungslösungen im Bereich der Produktionsarbeit stark beanspruchende physische Tätigkeitsanteile übernehmen können, besteht die Aussicht, dass Beschäftigte in einer KI-geprägten Arbeitswelt tendenziell verminderte Belastungen erfahren werden können. Dies wirkt sich im besten Fall positiv auf die Belastungswirkungen der Beschäftigten aus.