Public Manager
04.03.2022 | Gebäudemanagement, Klima- und Umweltschutz, Krankenhaus

Holetschek und Bernreiter wollen die Themen Wohnen, Bauen und Gesundheit enger verzahnen

Bayerns Gesundheitsminister: Wir setzen auf bezahlbaren Wohnraum für Pflegekräfte und klimafreundliche Krankenhäuser - Bauminister: Wir brauchen Bundes-Förderprogramm für Wohnheime für Pflegekräfte

Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek und Bauminister Christian Bernreiter wollen die Themen Wohnen, Bauen und Gesundheit stärker miteinander verzahnen. Darauf haben die beiden Minister heute am Freitag in München hingewiesen. Ein wichtiges gemeinsames Ziel ist zum Beispiel, neuen bezahlbaren Wohnraum für Pflegekräfte in bayerischen Großstädten zu schaffen. Außerdem sollen Krankenhäuser energieeffizienter und damit klimafreundlicher werden. 

Holetschek betonte: „Mit bezahlbarem Wohnraum können wir Pflegekräfte wirkungsvoll unterstützen. Das ist wichtig, um mehr Menschen für diesen Beruf zu gewinnen. Auch für Pflegekräfte aus dem Ausland ist die Wohnungssuche in Bayern häufig schwierig. Hier müssen wir gemeinsam Lösungen finden, wenn wir die Pflege für die Zukunft besser aufstellen wollen.“

Bauminister Bernreiter ist die Schaffung von Wohnraum für Pflegekräfte ebenfalls ein großes Anliegen: „Wir haben uns während der Corona-Pandemie mit Applaus bei den Pflegerinnen und Pflegern bedankt, aber es ist wichtig, dass diese Anerkennung auch dauerhaft erfolgt. Bezahlbarer Wohnraum ist da ein ganz wichtiger Baustein. Es ist daher eines meiner ersten Anliegen als Bauminister, die Situation am Wohnungsmarkt für Pflegekräfte zu verbessern.“ Bernreiter fordert dafür ein neues Förderprogramm vom Bund: „Laut Koalitionsvertrag will die Ampel-Koalition jährlich 400.000 neue Wohnungen bauen, davon 100.000 öffentlich geförderte. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Bund schnell Konzepte vorlegen und auch die Mittel für die Wohnraumförderung deutlich anheben! Davon sollten vor allem auch die Pflegerinnen und Pfleger profitieren. Ein neues Förderprogramm für Pflegepersonal würde genau an der richtigen Stelle ansetzen und wäre ein Anreiz für die Kommunen, für diesen Zweck Flächen bereitzustellen“, so Bernreiter.

Auch dem Zusammenhang zwischen Gesundheit und Wohnen wollen Bernreiter und Holetschek künftig noch mehr Bedeutung beimessen. „Wir müssen Gesundheit und Wohnen zusammen denken“, betonte Bernreiter. Dies sei nicht erst seit Corona wichtig. „Der Wohnraum und auch das Wohnumfeld haben Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, auf unsere Entwicklung und unsere Produktivität. Wir müssen das Bauen deshalb ganzheitlich betrachten und das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner im gesamten Planungs- und Bauprozess berücksichtigen – angefangen beim Standort, der Form des Baukörpers und den verwendeten Materialien bis hin zum Raumklima und dem Wohnumfeld.“

Weitere Informationen zum Thema gibt es in der Broschüre „Gesundheitsbewusstes Bauen und Wohnen – Hinweise für Nachhaltigkeit und Wohlbefinden“ des Bauministeriums. Darin erfahren interessierte Bauherrinnen und Bauherren auf kompakten 20 Seiten, wie man seinen Wohnraum und das Wohnumfeld durch einen ganzheitlichen Planungsansatz und mit nachhaltigen Baustoffen wohltuend und bewusst gestalten kann. Die Broschüre steht online (siehe Link) in der Rubrik „Wohnen, Bau und Verkehr“ zum Download zur Verfügung.

Holetschek setzt zudem auf mehr Umwelt- und Ressourcenschutz beim Bau und Ausbau bayerischer Krankenhäuser. Der Gesundheitsminister erläuterte: „Die Gesundheitsbranche bekommt die Folgen des Klimawandels nicht nur bei der täglichen Arbeit zu spüren – etwa durch zusätzliche Belastungen des Herz-Kreislaufsystems bei Hitzewellen oder durch die Ausbreitung verschiedener Krankheiten. Die Gesundheitsbranche trägt auch selbst zum Klimawandel bei: Die CO2-Emissionen eines Krankenhauses sind zum Beispiel ungefähr zweieinhalbmal so hoch wie die eines vergleichbaren Bürogebäudes. Es ist daher wichtig, dass wir die Treibhausgasbilanz von Krankenhäusern deutlich verbessern.“

Holetschek erklärte: „Nach Schätzungen könnte der CO2-Ausstoß allein in bayerischen Krankenhäusern durch energetische Verbesserungen um rund eine Million Tonnen jährlich reduziert werden. Zur umweltfreundlichen, nachhaltigen und energieeffizienten Bauweise bei Krankenhäusern leisten wir deshalb bereits seit Jahren mit unserer Green-Hospital-Initiative einen wichtigen, klimaschonenden Beitrag.“

Holetschek fügte hinzu: „Bayern nimmt hier bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Klar ist aber auch: Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Daher muss hier auch der Bund liefern. Da Investitionen in den Klimaschutz über die reine Gesundheitsversorgung hinausgehen, muss sich der Bund unbedingt beteiligen. Hierfür wäre eine Sonderförderung von 500 Millionen Euro der richtige Weg, um den Klimaschutz im Krankenhausbereich in ganz Deutschland nachhaltig zu verankern. Wir müssen den Klimaschutz im Gesundheitswesen mit allen Mitteln vorantreiben – und das heute und nicht erst morgen!“