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23.06.2022 | Energie, Klima- und Umweltschutz

Stärkstes Treibhausgas: Bezug von Schwefelhexafluorid 2021 um 1,4 % gestiegen

Klimawirksame Stoffe nehmen Einfluss auf die Erderwärmung und tragen zum Klimawandel bei. Das stärkste bekannte Treibhausgas ist Schwefelhexafluorid (SF6), dessen Treibhauspotenzial die Klimawirksamkeit von Kohlenstoffdioxid (CO2) um das 23 500-Fache übertrifft.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben deutsche Unternehmen im Jahr 2021 insgesamt 743,2 Tonnen dieses Stoffs bezogen, das waren 10,0 Tonnen mehr als im Jahr 2020 (+1,4 %). Die bezogene Menge SF6 entspricht 17,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (Global Warming Potential, GWP).

Abgabe an Zwischenhändler und Hersteller optischer Glasfaser stark gestiegen

SF6 wurde im Jahr 2021 mit einer abgegebenen Menge von 500,7 Tonnen (67 %) hauptsächlich in der Elektroindustrie und im Apparatebau eingesetzt. Weitere bedeutende Abnehmergruppen sind mit 112,1 Tonnen (15 %) Zwischenhändler und mit 49,5 Tonnen (7 %) Hersteller von optischen Glasfaserkabeln. Insbesondere an die Zwischenhändler (+37 %) und die Hersteller von optischen Glasfaserkabeln (+16 %) wurde gegenüber 2020 deutlich mehr SF6 abgegeben.

Abgabe von Stickstofftrifluorid leicht gesunken

Auch das Treibhausgas Stickstofftrifluorid (NF3) hat einen sehr hohen GWP-Wert von 16 100 und baut sich extrem langsam in der Atmosphäre ab. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 63,4 Tonnen NF3 an die deutsche Wirtschaft abgegeben, das entspricht rund 1,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Gegenüber 2020 war dies ein Rückgang um 2,4 %. NF3 wird vor allem in der Halbleiterindustrie zum Ätzen oder Reinigen der Beschichtungskammern eingesetzt, etwa bei der Herstellung von Flachbildschirmen.

Freigesetzte SF6-Menge entsprach 0,4 % aller Treibhausgasemissionen im Jahr 2020

Die an die Industrie abgegebene Menge an SF6 entspricht nicht der in die Atmosphäre freigesetzten Emissionsmenge. Das Gas wird zu großen Teilen in­nerhalb geschlossener Systeme verwendet und damit (vorerst) nicht freigesetzt. Direkt freigesetzt wurden im Jahr 2020 nach Berechnungen des Umweltbundesamtes zur nationalen Treibhausgas-Berichterstattung 3,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente SF6. Dies entsprach einem Anteil von 0,4 % an den gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland in Höhe von rund 728,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. NF3 hingegen wurde nach dieser Berechnung in sehr geringem Maß tatsächlich freigesetzt, nämlich nur in einer Menge von 0,01 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.