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08.03.2021 | Allgemeine Meldungen, Personalwesen

Mehr Frauen in der Kommunalpolitik: Ein Gewinn für die lokale Demokratie

Beim Anteil der Bürgermeisterinnen in Deutschland gibt es keinen Positivtrend zu verzeichnen. Es werden nicht mehr, sondern weniger Rathaus-Cheffinnen. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März mahnt der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB), Frauenpolitik wieder stärker in den Fokus zu rücken. Ein hoher Anteil politisch engagierter Frauen ist ein elementarer Baustein einer zukunftsfesten Demokratie.

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„Bis vor kurzem haben wir noch geschätzt, dass jedes 10. Rathaus von einer Frau geführt wird. Nach neuesten Umfrageergebnissen sind es nun nur noch neun Prozent. Dass wir beim Anteil der Frauen in den kommunalen Führungspositionen nicht einmal das niedrige Niveau halten können, dürfen wir nicht länger hinnehmen“, sagt Referatsleiterin Dr. Janina Salden, verantwortlich für den Arbeitskreis Frauen in Kommunen und Kommunalpolitik beim DStGB und DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg.

Ein höherer Frauenanteil ist nicht nur aus demokratischen Gesichtspunkten wichtig, sondern insbesondere auch, weil Frauen Kompetenzen, Sichtweisen und Alltagserfahrungen in die Kommunalpolitik einbringen können, die unverzichtbar sind, um die örtliche Gemeinschaft zu stärken und Politik und Verwaltung zukunftsfest aufzustellen. Mehr Frauen in Kommunen und Kommunalpolitik führen auch zu einer höheren Qualität der getroffenen politischen Entscheidungen. Um mehr weibliche Führungskräfte und Repräsentantinnen zu gewinnen, muss sich der Blick vor allem auf Strukturen und Rahmenbedingungen politischen Engagements insgesamt richten.

„Dabei müssen wir uns von veralteten Rollenbildern verabschieden. Das sogenannte ‚Vereinbarkeitsthema‘ darf im Jahr 2021 kein rein weibliches mehr sein. Wir müssen Strukturen schaffen, die familienfreundlich sind; von flexibleren Arbeitszeitmodellen und Homeoffice-Regeln können junge Väter genauso profitieren wie männliche pflegende Angehörige“, führt Salden aus. Hauptgeschäftsführer Landsberg ergänzt: „Im Lockdown haben wir neue Arbeitsstrukturen entwickelt. Teilweise sehr zeitintensive Präsenztermine werden als Online-Veranstaltungen kürzer, sachlicher und effektiver. Wenn es uns gelingt, hieran anzuknüpfen, haben wir gute Chance, die Kommunalpolitik für Frauen attraktiver zu machen.“

„Aus vielen Gesprächen mit Kommunalpolitikerinnen wissen wir, wie wichtig die Netzwerke von engagierten Frauen sind, die sich über die letzten Jahre und Jahrzehnte zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung gebildet haben. Allerdings operieren diese derzeit vielfach noch eher im Verborgenen. Sie müssen mehr in der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Hierin liegt eine Chance, Nachwuchs zu gewinnen. Denn hier sind genau die Vorbilder, Wegbereiterinnen und Mutmacherinnen, die den Nachwuchs motivieren und Spaß am Gestalten vermitteln können. Die etablierten Frauen-Netzwerke müssen von sich reden machen!“, so Salden.