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09.02.2021 | Energie, Gebäudemanagement, Klima- und Umweltschutz

Virtueller Gebäudetag „Building the Future“

Wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier beim „virtuellen Gebäudetag“ des BMWi am Montag bestätigte, gibt es noch großen Nachholbedarf für Gebäude in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) mahnt erneut an, mehr Schwung in die Energiewende im Gebäudesektor zu bringen und damit nicht auf die nächste Legislaturperiode zu warten.

 „Der Gebäudesektor ist für ca. ein Drittel der nationalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Deshalb muss die Transformation in einen klimaneutralen Gebäudebestand als ein Kernelement der deutschen Energie- und Klimapolitik verstanden werden. In ihrer Gesamtheit stehen Wärmepumpen, Solarthermie und Geothermie technisch ausgereift und in großer Breite zur Verfügung. Hier muss jetzt verstärkt investiert werden“, so BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

Erneuerbare Energien im Wärmesektor haben sich entgegen des gesamtwirtschaftlichen Trends während der Corona-Pandemie als Stabilisator erwiesen. „Die attraktiven Förderbedingungen führten im vergangenen Jahr dazu, dass sich die Förderanträge für Erneuerbare Heizsysteme verdreifacht haben“, hebt Peter hervor. „Das zeigt deutlich: Aktiver Klimaschutz ist für die Bevölkerung auch in der Pandemie ein zentrales Thema. Bevölkerung und Unternehmen wollen in Erneuerbare Energien investieren und aktiv zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende beitragen“.

Dass die Transformation im Gebäudesektor in Richtung Klimaneutralität mit deutlichen Beschäftigungspotenzialen verknüpft ist, wurde zuletzt im Rahmen einer Kurzstudie der Prognos AG (siehe 1. Link) gezeigt, welche gemeinsam vom Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) und dem BEE in Auftrag gegeben wurde.

Obgleich die Bundesregierung in den letzten beiden Jahren eine Reihe von Maßnahmen verabschiedet hat, welche sich positiv auf den Ausbau der Erneuerbaren Wärme auswirken, reichen diese in ihrer Gesamtheit nicht aus, um einen Ausbau der Erneuerbaren Energien in der notwendigen Dynamik zu gewährleisten. „Deshalb bedarf es weiterer Maßnahmen, wie etwa die Stärkung der Nutzungspflicht für Erneuerbare Energien beim Heizungstausch im Gebäudebestand, deutliche und vorhersehbare Preissignale im nationalen und europäischen Emissionshandel sowie eine attraktive Ausgestaltung der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze und eine deutliche Absenkung des Strompreises, um Erneuerbaren Strom umfassend im Wärmesektor nutzbar zu machen. Auch hierzu hat der BEE bereits Vorschläge gemacht“, so Peter abschließend.

Zusätzliche BEE-Forderungen zum Ausbau der Erneuerbaren Wärme finden sich im BEE-Positionspapier (siehe Link).