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06.12.2021 | Klima- und Umweltschutz, Umwelttechnik, Wasser und Abwasser

Bundesumweltministerium unterstützt Verbandsgemeinde Wöllstein beim Klimaschutz

Das Bundesumweltministerium fördert die energetische Sanierung und Optimierung der Kläranlage Gau-Bickelheim in den kommenden vier Jahren mit 4,8 Millionen Euro aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).

Bild: Werner - stock.adobe.com

Das Projekt zeigt, wie kommunale Klärschlammbehandlung gemeinschaftlich besser werden kann und wie gleichzeitig der Klimaschutz voran gebracht wird. Mit diesem innovativen Modellprojekt werden jährlich etwa 1.600 Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart.

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium: "Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die auch entscheidend in unseren Kommunen stattfindet. Deshalb unterstützen wir die Verbandsgemeinde Wöllstein gerne beim modellhaften Aufbau einer interkommunalen Klärschlammbehandlung. Landkreise, Gemeinden und Städte haben beim Klimaschutz eine herausragende Rolle. Klimaschutz findet oft in Berlin, Brüssel oder jüngst auch in Glasgow statt. Das sind wichtige Gespräche und Entscheidungen, die einen weltweiten Rahmen für unsere Aktivitäten schaffen. Aber hier im Rheinhessischen Hügelland, in der Kläranlage in Gau-Bickelheim, da wird Klimaschutz konkret."

Mit der Umstellung von simultaner aerober Schlammstabilisierung auf Schlammfaulung wird Eigenstromversorgung mit einem Blockheizkraftwerk erreicht. Außerdem werden die Schlämme von den Kläranlagen Wöllstein und der Betriebskläranlage eines Fleischverarbeitungsbetriebs per Pumpleitungen an die Faulung angeschlossen. Entsorgungspflichtige Fette können so als Co-Fermente zur Energieerzeugung auf der Kläranlage Gau-Bickelheim eingesetzt werden. Das steigert den Gasertrag. In den Medien- oder Infrastrukturgräben, die die drei Kläranlagen verbinden, werden neben den Leitungen für Klärschlamm, Klärgas und Filtratwasser auch Kommunikationskabel verlegt. Das steuert die Anlage optimal und effizient.

Das BMU unterstützt und initiiert über die NKI mit dem Förderaufruf für investive kommunale Klimaschutz-Modellprojekte wegweisende Investitionsvorhaben im kommunalen Umfeld. Solche Projekte sind effizienter Klimaschutz. Sie bringen Kommunen der Treibhausgasneutralität näher. Seit 2016 hat das Bundesumweltministerium im Rahmen des Förderaufrufes bundesweit rund 60 Klimaschutz-Modellprojekte gefördert. Zusammen entspricht das einem Fördervolumen von etwa 160 Millionen Euro.

Vom 1. März bis 30. April 2022 können Kommunen erneut innovative Projektskizzen einreichen. Die besten Projekte werden in einem wettbewerblichen Verfahren ausgewählt. Dann können die Städte, Gemeinden und Landkreise wieder Anträge stellen.