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26.04.2021 | Energie, Klima- und Umweltschutz

Kommunaler Klimaschutz in NRW: Kommunikationskampagnen für den Klimaschutz gestartet

Am 22. April 2021 starteten in den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster insgesamt 134 Gemeinden und Kreise gleichzeitig mit Kommunikationskampagnen zum Klimaschutz, die möglichst viele Menschen zu den Themen erneuerbare Energien, Gebäudesanierung, Nutzerverhalten, Mobilität und Klimafolgenanpassung informieren und zu eigenen Aktivitäten motivieren sollen.

Veranstaltungen und viele lokalen Aktionen sollen das Thema Klimaschutz auf der lokalen Ebene voranbringen und Wissen und Tipps für das eigene Handeln im Alltag vermitteln. Im Regierungsbezirk Detmold wird die Kampagne bereits seit zwei Jahren umgesetzt. Dort sind inzwischen sechs Kreise, die kreisfreie Stadt Bielefeld sowie 59 weitere Städte und Gemeinden aktiv.

Das Konzept und die dazugehörigen Informationsmittel für alle Kampagnen hat die EnergieAgentur.NRW im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums entwickelt. Sie koordiniert die Kampagnen vor Ort über ihre KlimaNetzwerker*innen, die in den Regionen arbeiten – gemeinsam mit der Bezirksregierung Arnsberg und dem Münsterland e.V. und der OWL GmbH.   
NRW-Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart lobte in einer Video-Grußbotschaft das Engagement der teilnehmenden Kommunen und Kreise: „Die Kommunen gehen in Nordrhein-Westfalen beim Klimaschutz voran: Sie erstellen Klimaschutzkonzepte, gehen Selbstverpflichtungen zur Minderung ihrer Treibhausgasemissionen ein und setzen Maßnahmen erfolgreich um. Klimaschutz wird hier längst als eine große Chance begriffen. Ich freue mich sehr, dass die Kommunen in den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster ihren Einsatz mit den Klimakampagnen zusätzlich bekräftigen und die Bürgerinnen und Bürger zu mehr klimaschonendem Verhalten anregen.“  

Die Medienpakete, Werbe- und Informationsmittel zur Kampagne, die für die jeweiligen Orte angepasst werden können, stellt die EnergieAgentur.NRW den Kommunen zur Verfügung. Gute Erfahrungen mit der Klimakampagne gibt es seit zwei Jahren in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) – hier wurden die Informationsmittel erstmals eingesetzt. Schirmherrin dieser bislang einmaligen Allianz für den Klimaschutz ist dort die Präsidentin der Bezirksregierung Detmold, Judith Pirscher. Umgesetzt wird hier die Kampagne mit Unterstützung der regionalen Klima.Netzwerkerin der EnergieAgentur.NRW im Regierungsbezirk, Petra Schepsmeier. 

Erleichterung für die Kommunen

„Die Kampagne erleichtert den Kommunen die Arbeit enorm: Das Rad muss nicht überall neu erfunden werden, Themen werden über kommunale Grenzen hinweg sichtbar, die professionellen Medien sind schnell und bequem abrufbar“, sagt Petra Schepsmeier. „Ob als erste klimapolitische Aktivität oder als ergänzendes Instrument: Ganz Ostwestfalen-Lippe nutzt die Medien und die kostenlosen Verleihmaterialien im Rahmen von Stadtfesten, Vortragsreihen und Wettbewerben. Hier können wirklich alle mitmachen. Bei zwei Millionen Menschen summieren sich die täglichen Routinen zu einem enormen Beitrag für den Klimaschutz.“ 

Mit den nunmehr drei Rahmen-Kampagnen in den Regierungsbezirken, Arnsberg (ca. 3,2 Millionen Einwohner), Münsterland (ca. 1,6 Millionen Einwohner) und Ostwestfalen-Lippe (ca. 2 Millionen Einwohner) sind in der Summe nunmehr 200 Kommunen, kreisfreie Städte und Kreise mit Klimakampagnen der EnergieAgentur.NRW aktiv. Das Gebiet der Kampagnen umfasst insgesamt 6,7 Millionen Einwohner. 

Projektleiter Jochem Pferdehirt von der EnergieAgentur.NRW: „Mit dem Erfolg dieser Kampagnen sehen wir erneut, wie zentral und wichtig die Rolle der Kommunen beim Klimaschutz ist. Wir sind überwältigt von der Zahl von 200 aktiven Kommunen und Kreisen. “  

Start im Regierungsbezirk Arnsberg am 22.4.2021 

„Klimaschutz mit BRAvour“: Unter diesem Titel ist die Klimakampagne der Bezirksregierung Arnsberg mit einem digitalen Auftakt gestartet. 70 Kommunen und zwei Kreise im Regierungsbezirk Arnsberg sind mit dabei, um ihren Bürgerinnen und Bürger das Thema Klimaschutz nahezubringen. 

Regierungspräsident Hans-Josef Vogel sagte zum Start: „Der Klimawandel ist die Herausforderung unserer Zeit. Staat, Wirtschaft und wir alle als Bürger*innen sind hier die Akteure. Ich freue mich, dass 70 Kommunen unseres Regierungsbezirkes jetzt gemeinsam ihre kommunale Intelligenz einbringen, um auch im Klimaschutz die wichtigen bürgerschaftlichen Potentiale durch lokale Aspekte, Motivation, Information und Beratung zur Entfaltung zu bringen. Zum Beispiel beim Thema ‘Solaranlagen auf die Dächer‘.“  

Adrian Mork, Leiter Stabstelle Klimaschutz, Energie und Nachhaltigkeit bei der Bezirksregierung Arnsberg, ergänzt: „70 Kommunen bedeutet, dass wir mit der Klimaschutzkampagne 3,2 Millionen Menschen im Regierungsbezirk erreichen können. Damit geben die Menschen sowie die Kommunen und Kreise im Regierungsbezirk nicht nur ein Statement zu mehr Klimaschutz vor der Haustür ab, sondern sie werden selber tätig und entscheiden sich zum Beispiel für Photovoltaik auf dem Hausdach.“ 

Umgesetzt werden die Kampagnen mit Unterstützung der regionalen Klima.Netzwerkerinnen der EnergieAgentur.NRW im Regierungsbezirk, Claudia Mahneke und Julia Reifenrath. 

Start im Münsterland am 22.4.2021 

Im Münsterland trägt die regionale Klimaschutzkampagne das Motto „Münsterland ist Klimaland“ und ging mit gleich zwei digitalen Auftaktveranstaltungen an den Start. Mit dabei ist fast das ganze Münsterland: 57 Kommunen, die vier Münsterland-Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie die Stadt Münster haben sich dazu zusammengeschlossen. 

In einer gemeinsamen Videokonferenz bekannten sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der teilnehmenden Kommunen sowie die vier Landräte zur Kampagne. Regierungspräsidentin Dorothee Feller betonte als Schirmherrin die Bedeutung des kommunalen Klimaschutzes: „Dieses münsterlandweite Bekenntnis zum Klimaschutz ist ein wichtiges Zeichen. Das im Pariser Abkommen beschlossene Ziel, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu halten, muss sowohl auf der internationalen, als auch auf der lokalen Ebene umgesetzt werden; wir alle können einen Beitrag leisten. Dieses Engagement möchten wir mit der regionalen Klimakampagne in den Mittelpunkt stellen und auch anderen Lust auf Klimaschutz machen.“  
Klaus Ehling, Vorstand der regionalen Management-Organisation Münsterland e.V., sieht in der Kampagne einen großen Mehrwert für die Region: „Naturverbundenheit gehört zur DNA der Menschen im Münsterland. Die hohe Lebensqualität in unserer Region ist eine unserer großen Stärken, die wir schützen müssen. Mit der Kampagne möchten wir noch mehr Einheimische dazu animieren, nachhaltig zu leben und sich für den Klimaschutz zuhause oder mit der Gemeinschaft vor Ort zu engagieren.“ 

Einen ersten Blick auf das Design und die Gesichter der Kampagne werfen Bürgerinnen und Bürger bei digitalen Veranstaltung „Global denken, lokal handeln – denn: Münsterland ist Klimaland“. Engagierte Münsterländerinnen und Münsterländer stellten in einer Talkrunde vor, wie sie klimaschonend leben und gaben Tipps, um Energie zu sparen oder Emissionen zu senken. Anschließend wird Professor Mojib Latif einen Vortrag zu den Ursachen und Folgen des globalen Klimawandels halten. Latif ist Präsident der Deutschen Gesellschaft des bekannten Club of Rome, einem internationalen Zusammenschluss von Experten*Innen, der sich bereits seit 1972 für eine nachhaltige Zukunft einsetzt. 

Umgesetzt wird die Kampagne in der Region von den KlimaNetzwerker*innen der EnergieAgentur.NRW, Birthe Schnitger und Maximilian Kromer, sowie dem Münsterland e. V. in enger Zusammenarbeit mit den  Münsterland-Kreisen und der Stadt Münster.