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25.08.2020 | Energie, Klima- und Umweltschutz

EnergieAgentur.NRW zeichnete vier Verwaltungen mit dem European Energy Award aus

In Ratingen im Klostergarten erhielten heute (25.8.2020) als Anerkennung für ihr mehrjähriges Engagement in Sachen Kommunale Energiewende die Kommunen Ratingen, Schwalmtal, Schwerte und Kevelaer den European Energy Award (eea).

Aus der Hand von Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, die im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums das Energiemanagementverfahren durchführte, und Ilga Schwidder von der Bundesgeschäftsstelle des European Energy Award nahmen die Stadtspitzen von Ratingen, Kevelaer der Gemeinde Schwalmtal sowie Schwerte das weiße Ortsschild entgegen, das ihre Kommune als Preisträger ausweist. Alle Preisträger absolvierten ein mehrjähriges Energiemanagementprogramm – wer mindestens 50 % der erreichbaren Punkte nach einem entsprechenden Audit erreichte, erhält nun den Award, wer 75 % oder mehr erreichte, erhält den Award in Gold.

Die Maßnahmen, die die Ausgezeichneten vor Ort umsetzten sind so vielfältig wie die Kommunen und Kreise in NRW. Die Stadt Ratingen nimmt seit 2010 am eea teil, sie setzt auf eine nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik, um den Energieverbrauch und die Klimabelastungen zu reduzieren. Mit diesem Leitbild geht die Stadt Ratingen eine langfristige Selbstverpflichtung ein, um Energieeinsparung, energieeffizientes Verhalten und die Nutzung von erneuerbaren Energien selbst durchzuführen, zu unterstützen und voranzutreiben. Die Stadt Ratingen verfolgt dabei quantitative und qualitative Ziele aus dem integrierten Klimaschutzkonzept. So will die Stadtverwaltung durch vorbildliche Projekte städtische Liegenschaften sanieren und erneuerbare Energien einsetzen. In diesem Zusammenhang ist an der Friedrich-Ebert-Realschule die komplette Beleuchtung im Rahmen eines BMUB-Förderprojektes auf LED umgestellt worden. Die jährliche Energieeinsparung beträgt ca. 30.860 kWh, das sind rund 71 Prozent des Energieverbrauches, der jährlich an der Realschule für die Beleuchtung anfällt. Dadurch werden die CO2-Emissionen um 863 Tonnen reduziert. Die Auszeichnung nahm Bürgermeister Klaus Konrad Pesch entgegen.

Bereits seit 2009 nimmt die Wallfahrerstadt Kevelaer am Niederrhein am eea teil. In dieser Zeit wurde unter anderem ein Bürgerwindprojekt mit Unterstützung der Stadtwerke Kevelaer realisiert. Insgesamt erzeugen die fünf Windkraftanlagen jährlich rund 30 Millionen kWh Strom. Die 28.000-Einwohner-Stadt hat sich zudem das systematische Energiemanagement der kommunalen Gebäude, die Information für Bürger zum effizienten Bauen und Sanieren sowie die Förderung des Fahrradfahrens als Ziele gesetzt. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem die Energie- und Modernisierungsmesse „Dein Haus – Made in Kevelaer“ in Kooperation mit Kevelaerer Unternehmen durchgeführt. Zudem wurde eine Beschaffungsrichtlinie zur „Grünen Beschaffung“ für Büromaterial in der Verwaltung erstellt. Die Auszeichnung nahm Bürgermeister Dr. Dominik Pichler entgegen.

Auch die Liste der umgesetzten Projekte in Schwalmtal ist lang: So wurde zum Beispiel das Rathaus saniert und in diesem Zuge mit LED-Technik ausgestattet. Zudem sorgt nun ein Rankgerüst an der Gebäudefassade für eine klimaschonende Wärmeregulierung. Die Straßenbeleuchtung wurde ebenfalls auf LED umgestellt. Darüber hinaus wurden in zwei Schulen die Heizungsanlagen modernisiert und Projekte zur Verbesserung des ÖPNV umgesetzt. Die Gemeinde Schwalmtal nimmt seit 2010 am eea teil. Die Auszeichnung nahm Bürgermeister Michael Pesch entgegen.

Die Stadt Schwerte im Regierungsbezirk Arnsberg nimmt seit 2016 am eea teil, sie legt seitdem einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf den Bereich der Mobilität. Dazu wurde von der Stadt das „Mobilitätskonzept 2025“ erstellt. Im Rahmen der Umsetzung wurde mit der Installation von Elektroladesäulen im Stadtgebiet begonnen. Um der alternativen Mobilität mehr Vorrang einzuräumen, wurde eine Stellplatzsatzung mit verbindlichen Festsetzungen vorzuhaltender Fahrradabstellplätze erarbeitet. Bei der Wärmeversorgung wurde der Ausbau des Nahwärmenetzes in der Innenstadt durch die Stadtwerke Schwerte GmbH umgesetzt. Die Auszeichnung nahm Bürgermeister Dimitrios Axourgos entgegen.

Weitere Informationen und Portraits der Preisträger zu den jeweils umgesetzten Maßnahmen finden sich auf der Webseite (siehe Link).