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02.09.2019 | Klima- und Umweltschutz, Stadtplanung

Hochwasser, Starkregen, Hitze und Stürme – wie kann Klimaanpassung in Großstädten gelingen?

Der Klimawandel hat uns auch in Nordrhein-Westfalen erreicht: Jährlich brechende Temperaturrekorde sowie sich häufende Starkregenereignisse und Stürme sind Anzeichen eines sich verändernden Klimas. Vor allem die urbanen Räume in Nordrhein-Westfalen spüren die Folgen:

die häufig dicht bebauten und entsprechend versiegelten Innenstädte führen zur Ausbildung eines Stadtklimas, mit ausgeprägter Hitzeinselproblematik und Überflutungsgefahr bei Starkregen.

Das Forum zur Anpassung an die Folgen dieses Klimawandels in Großstädten in NRW am Mittwoch den 4. September 2019 beim LANUV in Duisburg, Wuhanstraße 6, widmet sich dieser Thematik. Die EnergieAgentur.NRW führt die Veranstaltung im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und in Kooperation mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), dem Städtetag NRW und dem Regionalverband Ruhr (RVR) durch.
Begrüßt werden die Teilnehmer durch Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen.

Umweltministerin Heinen-Esser: "Das Ausmaß der Belastungen klimatischer Extremereignisse für Mensch und Umwelt kann durch strategisch geplante Anpassungsmaßnahmen reduziert werden. Die Klimaveränderungen machen einen Umbau unserer Städte erforderlich. Daraus können Kommunen eine Tugend machen und z.B. durch die Steigerung des Grünanteils lebenswerte, attraktive Städte gestalten." Im Rahmen der Veranstaltung werden sowohl Anpassungsmaßnahmen im Allgemeinen vorgestellt als auch auf die Vorgehensweise der Stadt Rotterdam eingegangen. “Rotterdam gilt als ein internationales Best-Practise-Beispiele in der Klimaanpassung. Ich erhoffe mir viele neue Ansätze und Ideen durch den Austausch und Inspiration für unsere Großstädte, die Klimaanpassung beherzt anzugehen“, so die NRW-Umweltministerin.

Lösungsansätze für die besondere Betroffenheit der Großstädte sollen bei der Veranstaltung in fünf parallel stattfindenden Workshops erarbeitet werden, die unterschiedliche Schwerpunktthemen behandeln. Dabei wird diskutiert, wie Bürger und Bürgerinnen gewinnbringend in Klimaanpassungsprozesse eingebunden werden können, wie sich Strukturen zur Klimaanpassung in den Verwaltungen verstetigen lassen oder wie es gelingen kann die Dachbegrünung in den Städten auszubauen bzw. welche erfolgreichen Ansätze zum Umgang mit Starkregen es in den Großstädten NRWs gibt. Darüber hinaus wird erörtert wie die Städte bei der Erstellung von Hitzeaktionsplänen vorgehen können.

„Bereits heute sind nach der Klimaanalyse des LANUV mehr als 5 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen bei sommerlichen Wetterlagen besonders großen Hitzebelastungen ausgesetzt,“ konstatierte Dr. Thomas Delschen, Präsident des LANUV. „Insbesondere in dicht bebauten Städten können bis zu 70 Prozent der Bevölkerung betroffen sein. Es ist wichtig, dass wir Vorsorge treffen, denn bis zur Mitte des Jahrhunderts wird nahezu jeder zweite Nordrhein-Westfale mit großen Hitzebelastungen zu kämpfen haben“, so Delschen.

„Der Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel sind für die Städte zentrale Zukunftsaufgaben. Sie erwarten jedoch, dass der Bund und auch das Land Nordrhein-Westfalen Regelungen für eine tragfähige Finanzierung klimaschützender Maßnahmen vorsehen,“ sagt Axel Welge vom Städtetag NRW. „Die Städte benötigen dabei Planungssicherheit durch die Verstetigung von Förderprogrammen und vereinfachte Antrags- und Bewilligungsverfahren.“

In 2018 und 2019 wurden in allen fünf Regierungsbezirken des Landes Regionalforen zur Klimaanpassung durchgeführt. Das Forum für Großstädte stellt den Abschluss dieser Veranstaltungsreihe dar. Die Regionalforen und auch das Forum für Großstädte dienen als Auftakt für die Etablierung regionaler Netzwerke zur Anpassung an den Klimawandel, die durch den Klimaanpassungsnetzwerker der EnergieAgentur.NRW, Dr. Tobias Kemper, initiiert werden. „Der Handlungsdruck in den Großstädten ist auf Grund des besonderen Stadtklimas entsprechend groß. Daher wollen wir auch den Großstädten die Gelegenheit geben, sich zukünftig stärker untereinander auszutauschen und zu vernetzen.“

„Zum Thema Klimaanpassung sind die Städte im Ruhrgebiet bereits gut vernetzt,“ weist Martin Tönnes als zuständiger Planungsbeigeordneter auf die klimarelevanten Aktivitäten des Regionalverbandes Ruhr hin. „Unsere Regionalen Grünzüge sind ein Zukunftsschatz, die für die Anpassung an den Klimawandel unverzichtbar und zu bewahren sind. Ihre klimaökologische Bedeutung zur Reduzierung der Hitzeinseln in den Städten können wir durch unsere städteübergreifenden Daten anschaulich belegen. Seit Jahren findet der „Runde Tisch Klimaanpassung“ mit den Ruhrgebietskommunen beim Regionalverband Ruhr statt. Durch die Aktivitäten der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ von Land, Kommunen und Emschergenossenschaft wurden wichtige Projekte und Maßnahmen auf dem Gebiet der Klimaanpassung innerhalb der Region umgesetzt.“