Public Manager
06.09.2019 | Klima- und Umweltschutz

Gemeinsame Klimakampagne in OWL zeigt Erfolg

Kaum ein anderes Thema wird derzeit so breit diskutiert wie der Klimaschutz. Weltweit gehen vor allem junge Menschen auf die Straße und fordern eine Politik, die die Bewältigung der Klimakrise als ihre Hauptaufgabe begreift. Dass sich Kommunen schon seit Jahren ernsthaft damit beschäftigen, zeigt eine Initiative in Ostwestfalen-Lippe.


2008 gründeten die ostwestfälischen Kommunen das Netzwerktreffen Klimaschutz, um sich gegenseitig bei diesem wichtigen Thema zu unterstützen. Zehn Jahre später wollten die Klimaschutzmanager mehr als den Austausch. Eine regionale Klimakampagne sollte her – alles aus einem Guss und mit großer Sichtbarkeit nach außen. Im April 2019 startete im Denkwerk Herford die Klimakampagne OWL- tatkräftig unterstützt durch die EnergieAgentur.NRW. Mit der gemeinsamen Marke und der Unterzeichnung eines offiziellen Kommuniqués sind Bürgermeister und Landräte angetreten, ihr Klimaschutzengagement sichtbarer zu machen und den Menschen eine Mitmachkampagne anzubieten, die Spaß macht und wirksam ist. Alle Medien – Plakate, Gratis-Postkarten, Klimabroschüre, usw. – sind im Baukastensystem gleichermaßen für kleine Gemeinden und große Städte nutzbar.

Das 17. OWL Netzwerktreffen Klimaschutz stand ganz im Zeichen dieser Kampagne. Inzwischen haben bereits 62 der 76 Kommunen in der Region das Kommuniqué unterzeichnet.

In Altenbeken konnte Bürgermeister Hans Jürgen Wessels über 40 kommunale Vertreter begrüßen. „Die Klimakampagne hat das Zeug, die kommunale Klimaschutzarbeit zu beschleunigen. Neben den bereitgestellten Medien geht es uns darum, alle regionalen Ressourcen an die Oberfläche holen, so dass alle von allen profitieren“. Petra Schepsmeier, Klima.Netzwerkerin der EnergieAgentur.NRW für die Region OWL freut sich über das anhaltende Interesse der Kommunen an der Zusammenarbeit.

Während am Vormittag konkrete Unterstützungsleistungen und Best-Practice-Beispiele ausgetauscht wurden, ging es am Nachmittag um konkrete Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald. Mit welchen teils dramatischen Folgen der Wald zu kämpfen hat, wurde bei einer kurzen Wanderung mit dem Bürgermeister Hans Jürgen Wessels deutlich.

So sind auch in den Wäldern um Altenbeken noch immer Spuren des Orkans Friederike sichtbar. Vor allem die flach wurzelnden Fichten hatte der Sturm umgeworfen. Sie ist neben der Buche die häufigste und auch wichtigste Baumart in der Egge. Am Kleinen Viadukt in der Dune führte Altenbekens Gemeindeoberhaupt die Teilnehmer etwas abseits vom Wanderweg, um das Ausmaß der Schäden zu verdeutlichen. „Der Borkenkäfer hatte zunächst das liegende Holz befallen, ab der zweiten Generation dann auch gesunde Bäume. Die langanhaltende Hitze und Trockenheit hat die massenhafte Vermehrung der Käfer extrem begünstigt. Etwa sechs bis acht Wochen nach dem Befall stirbt der Baum“. Wessels schätzt, dass die Fichte zunehmend aus dem Landschaftsbild verschwinden wird. Der erneut sehr trockene Sommer hinterlasse deutlich sichtbare Spuren im Wald. Dürreschäden könne man inzwischen auch in den alten Buchenbeständen, insbesondere bei Bäumen, die über 120 Jahre alt seien, ausmachen. Bis zu 10.000 Hektar der Buchenbestände im Regionalforstamt Hochstift zeigten Schadsymptome. „Als nachhaltiger CO2-Speicher ist der Wald wichtiger Klimaschützer. Der Schutz unserer Wälder ist aktiver Klimaschutz“, so der Bürgermeister.