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04.11.2019 | Energie, Klima- und Umweltschutz

Fachforum Bioethanol – Potenzial erkennen und nutzen

Auf dem 17. Internationalen Fachkongress für erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft“ am 20. und 21. Januar 2020 sind zahlreiche Parallelforen den technischen und wirtschaftlichen Anforderungen der künftigen Antriebe und Kraftstoffe im Autoverkehr sowie in der Luft- und Schifffahrt gewidmet.

Zudem werden diese Anforderungen vor dem Hintergrund der ambitionierten deutschen und europäischen Klimaschutzziele beleuchtet. Als Beimischung zu Benzin oder als Reinkraftstoff ist Bioethanol der weltweit am stärksten verbreitete Biokraftstoff. Am zweiten Tag des Fachkongresses steht Bioethanol daher im Fokus eines Parallelforums mit Experten aus Verbänden, Normung, Forschung und Unternehmen in Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) geht davon aus, dass weder in Deutschland noch in den übrigen EU-Mitgliedstaaten allein die Förderung der Elektromobilität sowie schärfere Flottengrenzwerte ausreichen, um fristgerecht die ambitionierten europäischen Ziele zur Minderung der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen im Transportsektor zu erreichen. Vor diesem Hintergrund ist eine differenzierte Betrachtung alternativer Kraftstoffe und ihre jeweilige Verfügbarkeit zur Minderung der Treibhausgasemissionen im Verkehr von großer Bedeutung. Allein durch die Nutzung von Bioethanol in fossilem Benzin wurden im Jahr 2018 in Deutschland rund 3,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Dies entspricht schon jetzt 1,0 Mio. Autos mit Null Emissionen auf deutschen Straßen.

Folgende Präsentationen werden im Forum “Bioethanol – Potenzial erkennen und nutzen“ am 21. Januar 2020 ab 9.00 Uhr gehalten:

Erschließung des Potenzials des Verbrennungsmotors mit hochwertigen Kraftstoffen - das Konzept des Hochoktankraftstoffs
Ewa Abramiuk-Lété, Head of Sustainable Fuels, Cefic (European Chemical Industry Council, vormals EFOA), eröffnet das Parallelforum mit einem Vortrag über hochoktanige Kraftstoffe, die durch Beimischung von Bioethanol für einen höheren Wirkungsgrad und mehr Effizienz des Verbrennungsmotors sorgen. Die chemischen Vorteile von Bioethanol als Oktan-Booster sind seit längerem bekannt und von internationalen Fachleuten bestätigt.

Pränormative Forschung zu den Emissionen von mittleren Ethanol/Benzin-Mischungen und Benzin in Selbstzündungsmotoren zur sofortigen Erreichung der Ziele der neuen Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II)
Ortwin Costenoble, Senior standardization consultant, Netherlands Standardization Institute (NEN), hat bereits seit 2006 an zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen wie beispielsweise „Open-Bio – Opening bio-based markets via standards, labelling and procurement“ und „International calibration gas standards set now ready for global usage“ gearbeitet. Im Forum präsentiert der Experte des niederländischen Normungsinstituts seine neueste Forschungsarbeit zur Verringerung von CO2-Emissionen durch die Nutzung von Ethanol in Verbrennungsmotoren.

Französische Erfolgsgeschichte bei E10 und E85 mit zugelassenen E85-Umwandlungskits – kann sie europaweit nachgeahmt werden?
In seinem Vortrag berichtet Sylvain Demoures, Generalsekretär des Syndicat National des Producteurs d'Alcool Agricole (SNPAA – Verband der französischen Alkoholhersteller), über die Entwicklung eines von den Automobilherstellern mit Garantie versehenen Umwandlungskits zur Nutzung von E85 mit bis zu 85 Prozent Bioethanol im Benzin. Franzosen sind damit in der Lage, ihr Auto mit Benzinmotor zu einem verlässlichen Flex-Fuel-Vehicle (FFV) umzuwandeln und somit das kostengünstigere E85 zu nutzen. Dies hat zu einem sprunghaften Anstieg des Absatzes von E85 und gleichzeitig zu einer zunehmenden Akzeptanz von E10 in Frankreich geführt. Sylvain Demoures berichtet über den aktuellen Trend und die Aussichten für eine Nachahmung durch europäische Nachbarstaaten.

Schnell und nachhaltig ist kein Widerspruch: Einsatz von E20 im Automobilsport – 24h-Rennen Nürburgring – Erfahrungen mit dem Treibstoff AdvancE20 der CropEnergies AG
Dr. Jörg Bernard, Südzucker AG (Zentralabteilung Forschung, Entwicklung und Technologische Services) und Thomas von Löwis, Geschäftsführer der Four Motors GmbH, informieren gemeinsam über die Entwicklung von E20 für den Automotorsport und die mehrjährigen Praxiserfahrungen auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt. Bereits seit 2003 arbeitet Four Motors mit dem Rennfahrer Smudo („Die Fantastischen Vier“) und Teamchef Thomas von Löwis konsequent daran, das Umweltbewusstsein im Hinblick auf die Mobilität zu schärfen sowie umweltfreundliche, nachhaltige Innovationen zu entwickeln und zu erproben. Das Bioconcept-Car des Teams Four Motors hat bei den VLN-Rennen (Langstreckenmeisterschaft) bereits mehrere Siege in der Klasse der Alternativen Treibstoffe (AT) eingefahren.

Am zweiten Kongresstag bieten elf weitere Foren ein breites Themenspektrum aus allen Bereichen der erneuerbaren Energien im Mobilitätssektor: Internationale Experten stellen Neuigkeiten aus der technischen Entwicklung, Forschung, Zertifizierung, Marktanalyse und den Handelsströmen vor und diskutieren mit den Kongressteilnehmern. Darüber hinaus bieten auch die  Messestände Gelegenheit zum fachlichen Austausch und Netzwerken.
Informationen über das vollständige Programm, die Anmeldung und das Aussteller-Forum finden Sie unter dem 1. Link.

Bis zum 30.11.2019 können Sie sich unter dem 2. Link noch zum Frühbuchertarif anmelden.