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07.05.2019 | Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit

Klöckner: Plastik darf sich nicht in unseren Böden und Meeren wiederfinden

Bundesministerin lädt zu Expertenworkshop „Reduzierung von Kunststoffabfällen entlang der Lebensmittelkette“ ein – pro Kopf werden in Deutschland jährlich 220 Kilogramm Plastikmüll produziert

Mit Vertretern des Handels und der Verbraucher hat sich die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, heute über die Möglichkeiten zur Reduzierung von Kunststoffmüll ausgetauscht. Ziel ist es, mögliche Handlungsfelder wie Forschungsbedarf, Kommunikations- und Dialogmaßnahmen aufzuzeigen.  

Dazu Julia Klöckner: „Die großen Mengen an Plastikmüll, die täglich produziert werden, sind ein globales Problem. Und sie sind eine Gefahr für sensible Ökosysteme, die wir nicht aufs Spiel setzen dürfen. Im Meer und in unseren Böden darf sich Plastik nicht wiederfinden. Und doch kennen wir alle die Bilder von Plastikteppichen in den Ozeanen – 135.000 Säugetiere und eine Millionen Seevögel sterben jährlich an den Folgen.   Schauen wir nach Deutschland: Pro Kopf und Jahr produzieren wir 220 Kilogramm Plastikmüll, liegen damit weit über dem europäischen Durchschnitt. Wir alle sind daher aufgerufen, uns Gedanken über eine Reduzierung zu machen. Gleichzeitig sind Verpackungen aber kein Selbstzweck, mit einem Verzicht auf Kunststoffe ist es nicht getan. Denn sie schützen Lebensmittel vor Krankheitserregern oder tragen zu deren Haltbarkeit bei und beugen somit Lebensmittelverschwendung vor. Diese verschiedenen Zielsetzungen müssen wir im Blick haben. Daher ist ein umfassendes Recycling entscheidend. Vor allem geht es aber um innovative Lösungen, um Plastik entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren. Das unterstütze und fördere ich mit meinem Ministerium.“  

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat zur Reduzierung von Plastikmüll entlang der Lebensmittelkette bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen und Projekte angestoßen:  

  • Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau wird an Lösungen für die Reduktion von Verpackungen und den vermehrten Einsatz von Mehrwegverpackungen gearbeitet. So wird es zum Beispiel einen Leitfaden für verpackungsfreie Supermärkte geben.
  • Mit etwa drei Millionen Euro werden Forschungsprojekte für die Entwicklung intelligenter und innovativer Verpackungen gefördert.
  • Mittels des Programms zur Innovationsförderung wird die Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen aus Makroalgen gefördert.
  • Im Rahmen des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe wurden erst kürzlich Projektideen für biobasierte Kunststoffverpackungen für Lebensmittel gesucht.
  • Das Thünen-Institut konzentriert sich aktuell auf Projekte, die den Verbleib von Makro- und Mikroplastik in der Umwelt im Fokus haben.

Hintergrund
Nach der EU-Richtlinie 94/62/EG über Verpackungen und Verpackungsabfälle sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, jährlich über Verbrauch und Verwertung von Verpackungen zu berichten. Laut einem Bericht des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2016 in Deutschland 18,16 Millionen Tonnen Verpackungen verbraucht und fielen als Abfall an. Kunststoffverpackungen wurden zur Hälfte recycelt. Seit dem 1. Januar 2019 gilt das neue Verpackungsgesetz, das Verpackungsabfälle vermeiden und Recycling stärken soll. Es sieht die Förderung von Mehrwegverpackungen vor.