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30.12.2019 | Klima- und Umweltschutz

Starkniederschläge in Süddeutschland nehmen zu - Ab 2020 neue Klimamodelle im Einsatz

Der Klimawandel führt nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand dazu, dass Starkregen in Intensität und Häufigkeit zukünftig zunehmen wird. Die länderübergreifende Kooperation KLIWA wird sich im kommenden Jahr in einem neuen Projekt mit diesem Thema befassen.

Die Bayerischen Staatsminister Hubert Aiwanger und Thorsten Glauber haben den Startschuss für den Aufbau der Landesagentur für Energie und Klimaschutz in Regensburg gegeben. Die Agentur soll dazu beitragen, die energie- und klimapolitischen Ziele in Bayern erfolgreich umzusetzen. (© Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von KLIWA: "Der Klimawandel führt nach ersten Erkenntnissen zu immer mehr lokalen, kurzzeitigen Starkregen. Mit unserer länderübergreifenden Kooperation wollen wir die Auswirkungen des Klimawandels besser verstehen und unsere Klimaanpassungsstrategien weiterentwickeln. Ab 2020 werden wir die neueste Generation von Klimamodellen auswerten, um in Zukunft auch kleinräumige Starkniederschläge darstellen zu können. Das Erforschen der Gegenwart soll einen Blick in die Zukunft ermöglichen. Je genauer wir wissen, wo extreme Niederschläge zukünftig vermehrt auftreten können, desto besser kann man dagegen Vorsorge treffen. Der Schutz vor heftigem Starkregen und Sturzfluten ist eine wichtige Säule des Hochwasserschutzes in Bayern." 

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hob anlässlich des Jubiläums hervor: "Die letzten Jahre haben mehr als deutlich gezeigt, dass der Klimawandel Süddeutschland mit zunehmender Wirkung trifft. Trockenheit und Starkregenereignisse sind die spürbaren Folgen. Auf diese Herausforderungen müssen wir reagieren. Die gemeinsame Forschung im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts KLIWA leistet in dieser Hinsicht seit zwei Jahrzehnten wertvolle Arbeit und liefert uns gute Grundlagen für unsere politischen Entscheidungen. Nur so konnten wir bereits 2005 aktiv auf den sich abzeichnenden Klimawandel reagieren. So haben wir zum Beispiel einen Klimawandelfaktor für die Bemessung von Hochwasserschutzanlagen in Baden-Württemberg eingeführt. Das trägt dazu bei, dass Anpassungsmaßnahmen in der Zukunft nicht zu immensen Kosten für die folgenden Generationen führen. Auch unser Hochwasser-, Niedrigwasser- und Starkregenmanagement entwickeln wir permanent weiter." 

Ulrike Höfken, Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, ergänzte: "Ich bin froh, dass wir uns seit 20 Jahren im Süden mit dem Thema Klimawandel und Wasserwirtschaft in einem Gemeinschaftsprojekt befassen. Die abnehmende Grundwasserneubildung, Dürreperioden und Starkregenereignisse der letzten Jahre haben uns in Rheinland-Pfalz drastisch vor Augen geführt, wie wichtig es ist, bereits heute auf den sich abzeichnenden Klimawandel zu reagieren und uns anzupassen. Die KLIWA-Erkenntnisse bilden hierbei eine wichtige Grundlage. So haben wir beispielsweise erst kürzlich auf Grundlage der KLIWA-Ergebnisse unser Strategiepapier 'Auswirkungen des Klimawandels auf die Trinkwasserversorgung – Anpassungsstrategien zur Daseinsvorsorge' für Rheinland-Pfalz auf den Weg gebracht." 

Der Klimawandel und seine Folgen treten immer deutlicher zutage: Neun der zehn bisher wärmsten Jahre wurden im 21. Jahrhundert gemessen, und die Temperaturen steigen weiter an. Insbesondere Starkregenereignisse haben eine hohe regionale Relevanz, da sie in kürzester Zeit zu Hochwasser und teils immensen Schäden führen können. Mittels neuester und hochaufgelöster Klimamodelle untersucht die KLIWA im Rahmen eines neuen Projekts im kommenden Jahr, wie sich die lokalen Starkregenereignisse zukünftig verändern. Mit den Ergebnissen soll wissenschaftlich bestätigt werden, wie sich Häufigkeit und Intensität von Starkregen aufgrund des Klimawandels verändern. Damit werden auch Aussagen darüber möglich, wie sich Starkniederschlagsereignisse in Süddeutschland räumlich verteilen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird der Klimaanpassungsbedarf ermittelt und es werden für die jeweiligen Städte und Gemeinden entsprechende Anpassungsmaßnahmen entwickelt. 

Die KLIWA ("Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft") ist eine Kooperation der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst. Seit 20 Jahren untersucht die KLIWA die klimawandelbedingten Veränderungen im Wasserhaushalt und erarbeitet Handlungsempfehlungen zur Anpassung. Im Fokus der ersten KLIWA-Jahre standen die Auswirkungen des Klimawandels auf das Hochwasser- und Niedrigwassergeschehen. Nach und nach wurde der Aufgabenbereich der KLIWA um die Schwerpunktthemen Grundwasser, Gewässerökologie, Boden und aktuell Starkregen erweitert. 

Die Ergebnisse der KLIWA werden im regelmäßig aktualisierten "KLIWA-Monitoringbericht" sowie im Rahmen von KLIWA-Symposien und durch verschiedene KLIWA-Hefte, Kurzberichte, Broschüren und Vorträge veröffentlicht. Das nächste KLIWA-Symposium wird im Jahr 2021 in Rheinland-Pfalz stattfinden.