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09.12.2019 | Klima- und Umweltschutz, Nutzfahrzeuge - Elektro-Mobilität, Stadtplanung

Für eine sozialverträgliche Verkehrswende: NABU startet Dialogprozess

Der NABU dringt auf die Entwicklung einer gemeinsamen Roadmap für die anstehenden Umwälzungen im Mobilitätssektor. Auf seiner heutigen Konferenz „Sozialverträgliche Verkehrswende“ startete der NABU in Berlin einen entsprechenden Dialogprozess mit Gewerkschaften und Sozialverbänden.

Gleichzeitig rief er dazu auf, die Verkehrswende als gesamtgesellschaftliches Großprojekt zu begreifen, das nur im Verbund wesentlicher Akteure gelingen könne. Der Zivilgesellschaft komme dabei eine entscheidende Rolle als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Interessenlagen zu, die es aktiv auszufüllen gelte. Ziel sei es, die teilweise unterschiedlichen Positionen von Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden einander weiter anzunähern und so einen gerechten Übergang in ein zukunftsfähiges Mobilitätssystem zu organisieren. Nur so könne auch einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft angesichts der enormen Herausforderungen vorgebeugt werden. 

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Eine sozial verträgliche Verkehrswende kann nur gemeinsam gelingen. Für den Klimaschutz braucht es zentrale Weichenstellungen wie den Abbau umweltschädlicher Subventionen für fossile Kraftstoffe. Um diese Hebel in Bewegung zu setzen, ist ein gesellschaftlicher Konsens notwendig. Entscheidend wird sein, den Transformationsprozess und den damit verbundenen Strukturwandel in der Fläche zu organisieren. Der NABU mit seiner Verwurzelung in den Regionen möchte seinen Teil zum Gelingen dieses Mammutvorhabens beitragen. Die Anliegen der Beschäftigten der Automobilindustrie müssen bei der Verkehrswende ebenso berücksichtigt werden, wie die Frage nach inklusiver, verlässlicher und bezahlbarer Mobilität. Dann können die Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor schnellstmöglich und umfassend wirksam werden.“ 

Daniel Rieger, Leiter Verkehrspolitik: „Die verkehrspolitische Debatte war bisher vor allem von Schreckensszenarien und einem gegeneinander Ausspielen von Klimaschutz- und Arbeitnehmerinteressen geprägt. Die berechtigte Frage nach der Sozialverträglichkeit von Klimaschutzmaßnahmen wurde politisch dazu instrumentalisiert, am bestehenden System festzuhalten. Dabei schafft die derzeitige Verkehrspolitik selbst erhebliche soziale Verwerfungen. Sie diskriminiert sozial Benachteiligte und schwächere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer und hinkt beim Klimaschutz massiv hinterher.

Die Autoindustrie setzt durch ihr zögerliches Vorgehen beim Umstieg auf emissionsfreie Antriebe ihre Zukunftsfähigkeit und damit hunderttausende Arbeitsplätze aufs Spiel. Wir stehen beim Umbau des Mobilitätssektors im Stau. Eine partnerschaftlich entwickelte Roadmap für eine sozialverträgliche Verkehrswende erscheint vor diesem Hintergrund als einzig erfolgversprechender Ansatz.“  

Auf der NABU-Konferenz „Die Verkehrswende sozialverträglich gestalten“ am heutigen Montag in Berlin nehmen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der IG Metall, ver.di, dem Sozialverband Deutschland, dem Deutschen Städtetag, der evangelischen Kirche, Umweltverbänden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil.  

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