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31.03.2017 | Klima- und Umweltschutz

Scharf: Spitzenforschung zum Klimawandel in den Alpen bündeln

Der Klimawandel wird in den Alpen immer deutlicher sichtbar. International vernetzte Klimaforschung und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels werden deshalb in Zukunft noch wichtiger. Das betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf gestern beim 3. Symposium des Projektverbundes "Virtuelles Alpenobservatorium (VAO)" in Bozen:

Wechselwirkung (© Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

"Der Klimawandel ist Fakt. In den Alpen ist die Temperatur in den vergangenen 100 Jahren um etwa 1,5 Grad Celsius gestiegen. Das ist beinahe doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. Der dramatische Gletscherschwund dokumentiert das eindrucksvoll. Auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, nehmen wärmeliebende Pflanzenarten immer mehr zu. Sie verdrängen gleichzeitig Arten, die an die Kälte angepasst sind. Auf diese Veränderungen müssen wir frühzeitig reagieren. Mit dem Virtuellen Alpenobservatorium wollen wir die Klimaforschung gemeinsam mit unseren europäischen Nachbarn vorantreiben." 

Das VAO ist ein von der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus | Zugspitze initiierter Zusammenschluss alpiner Forschungsstationen und Teil der Alpenkonvention. Ziel des VAO ist, die Klima- und Höhenforschung grenzüberschreitend zu intensivieren.

Scharf: "Der Klimawandel kennt keine Landesgrenzen. Wir brauchen eine Wende im Denken und im Handeln. Dafür schafft die Wissenschaft unverzichtbare Grundlagen. Unser Ziel ist eine enge Vernetzung internationaler alpiner Forschungseinrichtungen in einem Virtuellen Alpenobservatorium. Damit bündeln wir die Spitzenforschung aus Alpen-Europa – aus Deutschland, der Schweiz, aus Österreich, Slowenien, Italien und Frankreich. Weitere Partner des VAO sind Norwegen und Georgien, die ebenfalls alpenähnliche Gebirge haben. VAO unterstützt damit auch die Europäische Nachbarschaftspolitik. Das Netzwerk soll eine neue Qualität in die europäische Klimaforschung bringen. Dafür brauchen wir gemeinsam ein maßgeschneidertes EU-Förderprogramm. Dafür werde ich in Brüssel werben." Das Bayerische Umweltministerium fördert die Zusammenarbeit bereits mit 3 Millionen Euro. Bei der Forschungsarbeit des VAO geht es darum, die Auswirkungen des Klimawandels im gesamten Alpenbereich präziser und detaillierter als bisher zu prognostizieren. Die Messdaten werden in einem zentralen Alpen-Datenanalyse-Zentrum zusammengeführt – einer Einrichtung, die in dieser Form bisher einmalig ist. 

Bayern reagiert auf den Klimawandel mit dem Bayerischen Klimaschutzprogramm 2050. Von der energetischen Sanierung staatlicher und kommunaler Gebäude über die Renaturierung von Mooren bis hin zu Projekten der Energietechnologie: Bayerns bewährte Mehrfachstrategie umfasst ein ganzes Maßnahmenpaket aus Reduktion, Anpassung, Forschung, gesellschaftliche Bewusstseinsbildung und internationaler Zusammenarbeit. Bis 2050 strebt die Staatsregierung an, die Treibhausgas-Emissionen in Bayern auf weniger als 2 Tonnen pro Kopf und Jahr zu senken.