Public Manager
29.06.2017 | Beschaffungspraxis, Gebäudesanierung, Klima- und Umweltschutz

thinkstep: Leichter nachhaltig bauen

Weniger Energie, weniger Emissionen, weniger Abfälle – nachhaltiges Bauen ist die Zukunft. Damit das gelingt, muss bereits der Einkauf auf die Nachhaltigkeit der Materialien achten. Die EU hat jetzt ihre Kriterien für eine umweltfreundliche öffentliche Beschaffung (Green Public Procurement GPP) für Planung, Bau und Management von Bürogebäuden veröffentlicht (siehe Link1).

Mit ihrem großen Beschaffungsvolumen hat die Öffentliche Hand eine Vorbildfunktion. Mehr als 350 Milliarden Euro geben die Einkäufer in Behörden jährlich aus (siehe Link2). Die Öffentliche Beschaffung gilt daher als Hebel für den Klimaschutz. Dies gilt vor allem für Gebäudeneubau und -renovierung, wie eine McKinsey-Studie gezeigt hat (siehe Link3).

Die jetzt veröffentlichten GPP-Kriterien der EU gelten sowohl für die Renovierung bestehender Gebäude als auch für die Errichtung neuer Gebäude. Sie sollen den Behörden die Beschaffung von Produkten, Dienstleistungen und Bauarbeiten mit geringeren Umweltauswirkungen erleichtern. Die GPP Kriterien sind in Auswahlkriterien, technische Spezifikationen, Zuschlagskriterien und Vertragserfüllungsklauseln gegliedert und beziehen sich auf die wesentlichen Umweltwirkungen von Bürogebäuden. Mit den GPP-Kriterien verfügen Beschaffer und Bieter nun über verschiedene Optionen zur Bewertung der Umweltauswirkungen und zur Auswahl von Bauelementen mit geringeren Umweltauswirkungen. Die Kriterien ermöglichen eine Bewertung der Auswirkungen über den gesamten Produkt- bzw. Gebäudelebenszyklus, so dass Bieter und ihre Planungsteams gegebenenfalls Verbesserungen gezielt vornehmen können.

Zur Beurteilung der Umweltwirkung von Baumaterialien verweisen die GPP-Kriterien auf die Verwendung von Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declaration - EPD).

„EPDs weisen die Umwelteigenschaften von Bauprodukten aus, ohne zu werten. Auf diese Weise tragen sie zur Transparenz in der Beschaffung bei.“, sagt Martin Blumberg, Vice President Building & Construction der thinkstep AG.

Schon bei der Auswahl des Planungsteams sehen die GPP-Kriterien vor, dass der Architekt, Berater oder das Planungsteam Erfahrung mit den Inhalten und der Systematik einer EPD besitzt, um Spezifikation, Beschaffung und Einbau umweltverträglicher Baustoffe zu gewährleisten. Im Rahmen der Detailplanung und Definition der Leistungsanforderung kann dann die Berechnung des z.B. Treibhauspotenzials anhand von EPDs über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes zusätzliche Punkte einbringen und damit ein Zuschlagkriterium sein, wenn eine Optimierung im Vergleich zu einem Referenzgebäude oder verschiedenen Gebäudeplanungen gegeben ist.

Dazu geben die GPP-Kriterien der EU in Anhang 1 eine detaillierte Beschreibung der Verwendung von EPD-Informationen zur Darstellung geringerer Umweltauswirkungen im Rahmen dieser Gebäudevergleiche:

Die EPDs müssen den anerkannten Normen ISO 14025 oder EN 15804 folgen und vergleichbare funktionale Äquivalente der Bauprodukte berücksichtigen. Es müssen mindestens die folgenden Bauelemente betrachtet werden: Fundamente, Tragwerk einschließlich Balken, Stützen und Platten, Außenwände und Isolierung, Fußböden und Decken, Innenwände, Fenster und Dächer. Die GPP-Kriterien für Planung, Bau und Management von Bürogebäuden verweisen bei einzelnen im Gebäude verbauten Komponenten auf spezifische Kriterien des Regelwerks. Dies betrifft z. B. Wandplatten, TGA (Warmwasser-Heizgeräte), Innenbeleuchtungen und Elemente im Sanitärbereich (Wasserhähne, WCs).

Bei den Umweltwirkungen steht der Energieverbrauch während der Nutzung an erster Stelle, daneben spielen aber auch andere Umweltwirkungen der Bauprodukte und deren Herstellung eine große Rolle. Bei den Baumaterialien kommt es vor allem auf die verwendeten Ressourcen, die Emissionen und Umweltauswirkungen bei der Gewinnung und der Verarbeitung sowie die Transporte der Rohstoffe an. Der Ressourcenverbrauch ist auch von der Menge der Abfälle abhängig, die bei der Produktherstellung, auf der Baustelle und bei Abbrucharbeiten entstehen. Recycling und Wiederverwendung von Baustoffen und -produkten bis hin zu ganzen Bauelementen können zu einer Reduzierung der Umweltauswirkungen beitragen – und auch zur Kreislaufwirtschaft.

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