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28.11.2016 | Klima- und Umweltschutz

Lokal und global: Solingen erhält Sonderpreis „PartnerStadt“

Mit der Vergabe des Sonderpreises „PartnerStadt – Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global“ an Solingen wurde eine Stadt gewürdigt, die sich seit mehr als drei Jahrzehnten international engagiert. Gewürdigt wurde damit auch der strategische Ansatz des Projektes „50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“.

Die Klimapartnerschaften wirken auf vielfältige Art und Weise. (Foto: panthermedia.net geargodz)

Den Sonderpreis des „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ erhielt am 25. November 2016 im Düsseldorfer Maritim-Hotel die Stadt Solingen. Sie war mit Horb am Neckar und Jena nominiert gewesen. Alle drei Städte sind aktiv in kommunalen Klimapartnerschaften, die von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global gGmbH beraten werden.  

Preisträgerin

Solingen ist seit drei Jahrzehnten aktiv engagiert in internationalen Beziehungen insbesondere mit Jinotega in Nicaragua und mit Thiès im Senegal.

„Solingen überzeugt dabei vor allem durch die Zusammenführung der Erfahrungen mit weiteren europäischen Partnern im Rahmen von Multiakteursprojekten: Durch das Engagement der Stadt entstand aus den vormals bilateralen Beziehungen ein Netzwerk mit Akteuren aus drei Kontinenten, über das Wissen speziell zum Thema ‚nachhaltige Infrastruktur‘ ausgetauscht wird.“, so die Jury.

Die kommunale Klimapartnerschaft von Solingen und Thiès, Senegals zweitgrößter Stadt, hat seit 2013 zu einem gemeinsamen Handlungsprogramm geführt und einem seit 2016 zunächst auf drei Jahre  geförderten Projekt zu Aufforstung und Erosionsschutz. Bepflanzt werden städtische Grünflächen, weitere Maßnahmen sind Aufforstung und Wasserschutzvorrichtungen auf dem Hochplateau bei der Stadt Thìes.  Themen der Zusammenarbeit sind überdies die Sammlung, Wiederverwertung und Entsorgung von Abfall, die Einführung energie- und Ressourcen sparender Techniken, die Umsetzung ökologischer Standards in Industrieunternehmen, der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Sensibilisierung und Einbindung der Bevölkerung durch Bildungsangebote zu Klima- und Ressourcenschutz.

In der Partnerschaft von Solingen und Jinotega werden zwei Infrastrukturprojekte zu nachhaltiger Wasserversorgung und Abwasserbehandlung und regenerative Energieträger gefördert. Konkret sind dies Erneuerungsmaßnahmen der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung, die Förderung regenerativer Energieträger wie etwa eine Biogasanlage und Solarpaneelen in entlegenen Ortschaften, oder der Bau und die dauerhafte Unterstützung eines Bildungszentrums, in dem Fächer wie Agrarökologie gelehrt werden.

Die Stadt Solingen bringt in das Handlungsprogramm ihre Prozesse, Konzepte und Projekte ein, die im Zusammenhang mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept, dem Energiemanagement- und Zertifizierungsverfahren „European Energy Award“, mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Anpassung an den Klimawandel derzeit stattfinden. Durch das Engagement in Partnerschaftsprojekten mit Kommunen wie Thiès und Jinotega stellt sich Solingen den globalen Herausforderungen mit dem Ziel, von den Partnerkommunen zu lernen und sie bei Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen.

Nominierte Kommunen

Horb hat seit 2014 mit Unterstützung des Klimapartnerschaftsprojektes eine Partnerschaft mit Belo in Kamerun aufgebaut. Die Jury begründete ihre Nominierung mit dem strategisch angelegten Engagement, den weitreichenden Perspektiven und nicht zuletzt den besonderen Erfolgen bei der Wiederaufforstung. 4,5 Hektar Wald wurden mit 5.000 in Afrika heimischen Pflanzen aufgeforstet, zwei Ranger eingestellt für den nachhaltigen Waldschutz. 

Jena und das nicaraguanische San Marcos pflegen seit 1998 eine Städtepartnerschaft, die sie im Zuge des Projektes „50 Kommunale Klimapartnerschaften“ 2012 bis 2014 intensivierten. Damals hatten beide Städte ein gemeinsames umfangreiches Handlungsprogramm entwickelt und setzen seitdem vielfältige Projekte um – von der Aufforstung über Biogas- und Photovoltaikanlagen bis zur Wasserversorgung. Flankiert werden die Projekte von Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen.

Zum Sonderpreis

Ausgelobt hat diesen Sonderpreis „PartnerStadt – Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global“ das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, kurz BMUB. Gewürdigt wird damit der Beitrag von Kommunen bei der Umsetzung der 2015 verabschiedeten Entwicklungsziele der Vereinten Nationen.  

Der BMUB-Sonderpreis wird aus der „Exportinitiative Umwelttechnologien” des BMUB finanziert, die durch die Förderung internationaler Kooperationen, Wissenstransfer und Kapazitätsaufbau einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Ausland liefert. Teilnahmeberechtigt waren alle deutschen Städte und Gemeinden, die im Rahmen von Partnerschaften mit Kommunen im Ausland nachhaltige Infrastruktur vor Ort fördern.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird seit 2008 von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. verliehen.

Mehr Informationen zu den Projekten: siehe Link