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15.11.2016 | Klima- und Umweltschutz

2050: Geothermie zentrale Säule des Klimaschutzes

Mit der Verabschiedung des Klimaschutzplanes 2050 hat die Bundesregierung die Weichen für die zukünftige Gestaltung des Wärmemarktes gestellt. Der Bundesverband Geothermie e.V. begrüßt, dass die Dekarbonisierung des Energiemarktes durch Energieeffizienz, Direktnutzung und Sektorkopplung erreicht werden soll. Jetzt ist der Zeitpunkt, konkrete Maßnahmen umzusetzen

Statement von Dr. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie:

„Drei von Drei: Energieeffizienz, Direktnutzung erneuerbarer Energie und Sektorkopplung sind die zentralen Anliegen des nun verabschiedeten Klimaschutzplanes 2050. Und Geothermie ist energieeffizient, eine direkte regenerative Nutzung von Erdwärme und eignet sich zur Sektorenkopplung.

Mit dem Klimaschutzplan 2050 ist die Bundesregierung auf einem guten Weg. Nun muss aus diesem Plan eine ambitionierte Tat werden. Ich hoffe, dass aus den vielen Prüfaufträgen konkrete Maßnahmen erwachsen. Dabei sollte der Einsatz von Erneuerbaren Energien gleichrangig zur Energieeffizienz verfolgt werden.

Klimaschutz und Energiewende brauchen eine ambitionierte Wärmewende, wird doch im Wärmesektor mehr als die Hälfte unserer Energie verbraucht wird. Doch die Wärmewende kann nur gelingen, wenn der Ausbau von klimafreundlichen Heizungen im Gebäudebestand beschleunigt wird. Es ist gut, dass die Bundesregierung diese Erkenntnis im Klimaschutzplan bekräftigt. Ambitioniertes Handeln ist hier besonders geboten.

Die angedachte Weiterentwicklung der Energiesteuern unter Berücksichtigung von Klima- und Umweltschutz ist von zentraler Bedeutung. Bislang wird beispielsweise die Oberflächennahe Geothermie mit einem Anteil von Steuern und Abgaben am Strom-Verbraucherpreis von über 50 % gegenüber Öl und Gas mit 20-30 % deutlich benachteiligt. Das ist klimapolitisch kontraproduktiv. Ein ebenso wichtiger Schritt ist der Abbau von klimaschädlichen Subventionen.

Es freut mich, dass die Bundesregierung zudem die Wärmenetze als wichtiges Handlungsfeld erkannt hat. Die konsequente Ausrichtung der Wärmeverteilung auf Niedertemperaturwärmnetze ist aus Effizienzaspekten sinnvoll und erleichtert die Integration der Tiefen Geothermie.

Der Ausbau der Geothermie hängt auch wesentlich von den Untergrundkenntnissen ab. Ein koordiniertes Erkundungsprogramm könnte hier große Fortschritte bringen. Es kann schließlich nicht sein, dass wir mehr über das Weltall wissen als darüber, was hunderte Meter unter unseren Füßen ist. Ich hoffe, dass diese Maßnahme von der Bundesregierung in Erwägung gezogen wird.“

Den kompletten Maßnahmenkatalog des Bundesverbandes Geothermie e.V. zur Umsetzung des Klimaschutzplanes 2050 mit detaillierter Ausführung der Einzelmaßnahmen finden Sie online (siehe Link).