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07.12.2016 | Klima- und Umweltschutz

Fachtagung über Winterpaket der EU-Kommission zur Energieunion

Bei der Fachveranstaltung „Europäisches Energiemarktdesign: Energiewende 2.0?“ der EnergieAgentur.NRW, die gestern (6. Dezember 2016) im Meliá Hotel Düsseldorf stattfand, haben politische Vertreter der Landesebene und der Europäischen Union mit 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber diskutiert, wie die Ziele der Weltklimakonferenz, des EU-Winterpaketes zur Energieunion sowie der Klimaschutzpläne auf Bundes- und Landesebene ineinandergreifen und funktionierende Energiemärkte entstehen lassen können.

„Für das Erreichen der Klimaschutzziele ist eine Neugestaltung der Energiemärkte von zentraler Bedeutung“, unterstrich Peter Knitsch, Staatssekretär im NRW-Klimaschutzministerium. „Deswegen braucht es ein europäisches Energiemarktdesign, das auf die Bedürfnisse dezentraler erneuerbarer Energien abgestimmt ist.“

Das bedeutet: Märkte, die eine intelligente Verknüpfung von Erzeugungsanlagen anreizen, eine Flexibilisierung der Nachfrageseite wirtschaftlich interessant machen und Bürgerinnen und Bürger befähigen, mehr Eigenverantwortung für Energieeffizienz und den Umstieg auf erneuerbare Energien zu übernehmen, so der Tenor der Fachtagung. In dem Winterpaket der EU wird den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine stärkere Bedeutung für die Energiewende eingeräumt. Sie sollen zukünftig Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, speichern, verbrauchen und verkaufen können. „Das begrüße ich ausdrücklich, denn damit wird der Ausbau der erneuerbaren Energien und deren Akzeptanz gestärkt“, so Peter Knitsch. Unverständlich sei hingegen, warum der Einspeisevorrang nur noch für kleine Anlagen und Bestandsanlagen gelten soll. Damit werden neue Hürden und Risiken für den Ausbau erneuerbarer Energien, die in die Netze einspeisen, geschaffen, sagte Knitsch: „Dieses Ansinnen ist - gerade in Anbetracht der internationalen Verpflichtungen der Europäischen Union zum Klimaschutz - kontraproduktiv.“

„Die Wechselwirkung zwischen Klimaschutz und Energiemärkten wird immer wichtiger. Dies wirkt sich auf Märkte und Marktakteure aus. Mit den zusätzlichen Aufgaben und Möglichkeiten in einem regenerativen Energiesystem werden wir neue Marktakteure sehen, etablierte Player werden sich wandeln. Durch ein kluges Energiemarktdesign entstehen Geschäftsmodelle, die aus einer politischen Idee einen tragfähigen Business Case machen“, erläuterte Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW.

Wie dies gelingen kann, wurde am Vormittag mit politischen Vertretern und am Nachmittag in Foren mit der Fachwelt diskutiert. Hierbei standen die Fragen im Fokus, welche Investitionen in den europäischen Energiemarkt benötigt werden, welche Rolle grenzüberschreitende Netze haben und wer zukünftig auf den Energiemärkten handelt.

Die Veranstaltungsdokumentation wird im Nachgang auf der Website der EnergieAgentur.NRW zur Verfügung gestellt.