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14.07.2014 | Abfallwirtschaft, Klima- und Umweltschutz

Klimaschutz und Ressourceneffizienz bei der Kühlgeräte-Rückproduktion

Die ressourceneffiziente Rückproduktion von Kühlgeräten ist ein sehr wesentlicher Beitrag der Abfallwirtschaft zum Kampf gegen den Klimawandel. Die enormen CO2-Einsparpotentiale, die sich aus der vollständigen Rückgewinnung und Zerstörung von FCKW und der Kreislaufführung anderer klimarelevanten Produkten ergeben, werden mit einem neuen Tool der RAL-Gütegemeinschaft quantifizierbar und sichtbar gemacht. RAL CO2OL-PRINT bilanziert den Beitrag der Kühlgeräte-Rückproduktion zum Klimaschutz im täglichen Betrieb.

Nach Ansicht des früheren US-Finanzministers Henry Paulson droht der Welt in nicht allzu ferner Zeit ein „Climate Crash“. Gemäß eines Artikels des Manager Magazin ist Paulson der Ansicht, „dass gegen die finanzielle Sprengkraft des Klimawandels die Hypothekenkrise ein Kinderspiel war“. Diese von vielen Experten geteilte Aussage unterstreicht die Notwendigkeit des Handels, denn nahezu alle menschlichen Aktivitäten wirken sich auf das Klima aus. Insbesondere der ungebremste Anstieg der CO2-Emissionen aus Energiegewinnung, Verkehr und Ausstoß von Klimakillern in die Atmosphäre haben hier einen sehr hohen Einfluss. Ganz besonders zu erwähnen sind die bis in die 90er Jahre u.a. als Kälte- und Treibmittel eingesetzten Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), denn ihnen sind enorme „Global Warming“-Potentiale inne. Zum Beispiel liegt das GWP (Global Warming Potential) des früher in Kühlgeräten verwendeten Kühlmittels FCKW R12 bei etwas 10900. Einem Kilo FCKW R12 stehen also 10900 kg (!) CO2-Emissionen gegenüber.

Die unausweichliche Folge des CO2-Anstieges: Seit dem Einstieg in das Industriezeitalter ist gleichzeitig ein stetiger und sehr alarmierender Anstieg der durchschnittlichen Temperatur auf unserem Planeten messbar. Gerade in den letzten Jahren sind bereits erste Folgen des Klimawandels sichtbar. Gestiegene Temperaturen, Hitzewellen, Schmelzen von Gletschern u.ä. Reaktionen des Klimas sind verstärkt feststellbar und aus Sicht der Wissenschaft Anzeichen für den Klimawandel. Die negativen Folgen für Mensch und Natur werden von Wissenschaftlern bereits mehrheitlich ähnlich gesehen und sind weitestgehend prognostizierbar.

Nach einer im Jahr 2012 veröffentlichten Studie im Auftrag der Weltbank wäre eine Erwärmung um vier Grad, wie derzeit befürchtet, mit verheerenden Folgen verbunden. In den Tropen könnten Ende des Jahrhunderts die kühlsten Monate deutlich wärmer sein als die heißesten Monate der Gegenwart. Der Meeresspiegel kann bei 4° globaler Erwärmung in diesem Jahrhundert 50 bis 100 Zentimeter steigen, und danach noch deutlich höher. Dabei ist dieser Anstieg regional unterschiedlich stark, dies hängt von Meeresströmungen und anderen Faktoren ab. Am höchsten wird das Meer den Projektionen zufolge an den Küsten von Ländern wie den Philippinen, Mexiko, Indien steigen. In der Landwirtschaft könnte dies zu großflächigen Ernteausfällen führen. Veränderungen im Wasserkreislauf können hierbei erschwerend hinzukommen, etwa wenn Dürren vorherrschen oder landwirtschaftliche Flächen überflutet werden. Betroffen seien vor allem die Armen dieser Welt, für die Entwicklung ohne Klimaschutz nach Lage der Fakten kaum möglich sei.

Die Kühlgeräte-Rückproduktion kann zur Minimierung der Folgen des Klimawandels beitragen. Bekannt ist, dass ein FCKW-haltiges Kühlgerät mitteleuropäischer Bauart in etwa dem CO2-Potential einer PKW-Fahrleistung von 17000 km entspricht. Wird dieses Kühlgerät gemäß dem Stand der Technik behandelt, werden weitestgehend keine CO2-Emissionen in die Klimabetrachtung einfließen müssen.

Genau an dieser Stelle setzt RAL CO2OL-PRINT das neue Tool der RAL-Gütegemeinschaft ein, denn der Beitrag zum Klimaschutz muss in der täglichen Praxis der Rückproduktion exakt ermittelt und neutral berechnet werden. Die Berechnung der CO2-Einsparpotentiale setzt ein grundlegendes Monitoring der In- und Output-Materialströme voraus, weil nur aufgrund der täglich rückgewonnenen und der Zerstörung zugeführten FCKW eine belastbare Aussage getroffen werden kann. Bewährt hat sich dabei eine Vorgehensweise gemäß den Monitorvorgaben der RAL-Gütesicherung GZ 728, die an dieser Stelle weitestgehend auch den Vorgaben der EN Norm 50574:2012 entspricht.

[Monitoring auf Grundlage RAL-GZ 728 / EN 50574:2012 als unabdingbare Voraussetzung für RAL CO2OL-PRINT]

Die tägliche Praxis der Rückproduktion ist zu vielfältig und kompliziert um pauschalisierte Angaben zur CO2-Verminderung aufrecht zu erhalten. Nur die exakte und punktgenaue Berechnung der tatsächlichen CO2-Reduzierungserfolge auf Basis der konkreten Rückproduktionsdaten kann eine seriöse und sichere Grundlage für den Rückproduzenten bilden. Dabei werden neben den FCKW auch alle anderen klimarelevanten Materialien wie z.B. Eisen, Kupfer, Aluminium, Kunststoffe etc. in Betracht gezogen. RAL CO2OL-PRINT bildet die CO2-Reduzierung der Kühlgeräte-Rückproduktion in Daten und Fakten ab. Das von RAL entwickelte Tool erlaubt es, die Aussagen zur positiven Klimaauswirkung der gesamten Wertschöpfungskette für alle Beteiligten transparent und damit für jeden greifbar zu gestalten. Der Klimaschutzbeitrag ist damit quantifizierbar.