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18.08.2014 | Beschaffungspraxis, Klima- und Umweltschutz, Umwelttechnik

Bayern macht Nachhaltigkeit konkret

Der Freistaat arbeitet mit vielen verschiedenen Projekten an den Politikfeldern von morgen. Das betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber in München bei einer Zwischenbilanz der laufenden staatlichen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit.

"Generationengerechtigkeit ist das Leitbild einer zukunftsorientierten Politik. Die Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie formuliert Ziele und bündelt konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung in Bayern. Aktuell laufen rund 90 ressortübergreifende Projekte der jeweiligen Ministerien. Die Projekte richten sich an Bürger, Hochschulen, Kommunen und Unternehmen und haben ein Finanzvolumen von knapp 1,26 Milliarden Euro", so Huber.

Der Freistaat konzentriert sich mit seinen Maßnahmen auf zehn zentrale Themenfelder, die für eine nachhaltige Entwicklung Bayerns besonders bedeutsam sind: Klimawandel, Erhalt und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, zukunftsfähige Energie, nachhaltige Mobilität, sozialer Zusammenhalt, Bildung und Forschung, nachhaltige Wirtschaft und nachhaltiger Konsum, Gesundheit und Ernährung, Staat und Verwaltung sowie nachhaltige Finanzpolitik. Für eine nachhaltige Entwicklung in Bayern hat der Schutz der heimischen Gewässer höchste Priorität.

"Bayern ist ein Wasserland. Unser Trinkwasser hat höchste Priorität und verdient besonderen Schutz. Aktuell investiert Bayern jährlich rund 440 Millionen Euro in die Gewässerqualität", so Huber.
Wesentliche Maßnahmen sind rund 1.900 Renaturierungen auf 1.500 Kilometern Gewässerlänge und etwa 900 Einzelprojekte an 700 Querbauwerken zur Verbesserung der Durchgängigkeit, die teilweise bereits umgesetzt sind. Beispielsweise wurde im Rahmen des Projekts "Wertach vital" die Wertach wieder in einen naturnahen Zustand gebracht und damit gleichzeitig ein wesentlicher Beitrag zum Hochwasserschutz für die Stadt Augsburg geleistet.

Ein weiterer aktueller Schwerpunkt ist der Umweltschutz in der öffentlichen Verwaltung. Staatliche Behörden und Kommunen können vor allem bei der Beschaffung, der Vergabe öffentlicher Aufträge sowie beim Betrieb ihrer Objekte zum Erhalt der Lebensgrundlagen beitragen. Allein der Umfang der öffentlichen Beschaffung in Deutschland liegt nach Schätzungen bei fast 400 Milliarden Euro jährlich, was einem Anteil von rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Um für umweltgerechtes Handeln der öffentlichen Hand zu werben und Informationen und Hilfestellungen zu geben, hat das Bayerische Landesamt für Umwelt jetzt einen neuen Online-Leitfaden "Umweltschutz in Behörden" veröffentlicht.

In der Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie fasst der Freistaat langfristige Ziele, Maßnahmen und Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung in Bayern zusammen. Die Nachhaltigkeitsstrategie wurde von einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter der Federführung des Bayerischen Umweltministeriums erarbeitet und im Jahr 2013 vom Ministerrat beschlossen.