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03.02.2016 | Klima- und Umweltschutz

Neuer Projektverbund zur ressourcenschonenden Biotechnologie gestartet

Bayern geht bei der Rohstoffwende neue Wege und nutzt dabei auch die Chancen der Biotechnologie. Mit dem Projektverbund BayBiotech wird der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen vorangebracht. Bei der Auftaktveranstaltung in der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf:

"Es ist für die Zukunft unseres Landes von enormer Bedeutung, dass wir mit unseren endlichen Ressourcen sparsam und intelligent umgehen. Deshalb brauchen wir die Rohstoffwende – aus ökonomischen und ökologischen Gründen. Mit dem neuen Projektverbund erschließen wir innovative Möglichkeiten der Biotechnologie, um Ressourcen zu schonen. BayBiotech ist neben dem Projektverbund ForCycle ein weiterer starker Baustein im Handlungsfeld Forschung und Entwicklung unseres Mega-Projekts Rohstoffwende Bayern."
Gerade der High-Tech-Standort Bayern soll von der Ressourceneffizienz besonders profitieren. Das Bayerische Umweltministerium finanziert den Projektverbund mit einem Gesamtvolumen von rund 2 Millionen Euro.

Das Konzept für den Projektverbund wurde von der FAU entwickelt. Dabei werden beispielsweise Feinchemikalien entwickelt, die unter anderem wichtige Ausgangsstoffe für die Arzneimittelherstellung sind. Werden dort biologisch abbaubare Katalysatoren eingesetzt, ist die Entsorgung unerwünschter Nebenprodukte nicht mehr erforderlich.
Scharf: "Mit sanften biotechnologischen Verfahren lassen sich Belastungen für die Umwelt deutlich reduzieren. Gleichzeitig können wir Energie, Kosten und Abfälle sparen und nachwachsende Rohstoffe als Alternativen erschließen. Diese Chancen wollen wir in Bayern verantwortungsvoll nutzen."

Der zweite Schwerpunkt des Verbunds bearbeitet Fragestellungen zur Entwicklung von biologisch abbaubaren Kunststoffen. "Neben dem Plastikmüll in den Weltmeeren haben wir Mikroplastikpartikel auch in unseren Binnengewässern gefunden. Diese Entwicklung fordert zunehmend unsere Aufmerksamkeit. Wir wollen deshalb auch biologisch abbaubare Kunststoffe weiterentwickeln. Der Projektverbund nimmt die Forschung auf diesem Gebiet jetzt in Angriff", erläuterte Scharf. Das Bayerische Umweltministerium hat bereits 2014 eine Mikroplastik-Initiative gestartet.

Folgende sieben Projekte werden im Rahmen des Projektverbunds finanziert:

  • Koordinierungsvorhaben zum Projektverbund BayBiotech, FAU

  • Ressourcenschonende Herstellung von Feinchemikalien, Technische Universität München (TUM)

  • Entwicklung neuer Ganzzellbiokatalysatoren, TUM

  • Biofilme für die Prozessintensivierung, Universität Bayreuth

  • Biotechnologische Optimierung der biobasierten Polymerherstellung, Wissenschaftszentrum Straubing

  • Synthese von Biopolymeren aus Kohlenstoffdioxid, TUM

  • Ressourceneffiziente Produktionsverfahren für PHB-Biokunststoffe, TUM