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19.10.2015 | Klima- und Umweltschutz

Neue App warnt bayernweit vor Naturgefahren

Jeder Bürger in Bayern kann sich zukünftig noch besser vor Naturgefahren schützen. Das betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf heute in München bei der Vorstellung der neuen und bayernweit einzigartigen "umweltinfo"-App.

Zur App Nationalpark Bayerischer Wald (© Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

"Die App ist ein digitaler Bodyguard für die Hosentasche. Sie bietet eine einzigartige Kombination von Warnung und Information für die Bürger. Wir informieren die Menschen zukünftig noch schneller und individueller über Naturgefahren. Mit einer Push-Funktion warnt die App den Nutzer in Echtzeit vor drohenden Gefahren: Vom Hochwasser bis zum Orkan, von erhöhten Ozonwerten im Sommer bis zu Lawinen im Winter", so Scharf.

Jeder Nutzer kann individuell bis zu drei Standorte konfigurieren, für die er bei drohenden Gefahren aktiv eine Warnung auf sein Smartphone bekommt: beispielsweise bei akuter Hochwassergefahr. Über die App lassen sich auch vielfältige Umweltinformationen abrufen, etwa über die Luftqualität oder eine Pollenbelastung. Die App wurde gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt entwickelt.

Der Leiter des Geschäftsbereiches Wettervorhersage und Vorstandsmitglied des DWD Hans-Joachim Koppert bekräftigte: "Heute besteht durchaus das Potential, dass sich Unwetter in Zukunft häufiger zeigen, beispielsweise wegen höherer Temperaturen und mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre. Speziell die Zahl der heißen Tage ist signifikant gestiegen und wird weiter zunehmen. Auch sind die Schäden durch Unwetter in den letzten Jahren deutlich gestiegen, da unsere Gesellschaft immer verwundbarer wird.  Einer rechtzeitigen Warnung der Bevölkerung vor Wetter- und Unwettergefahren kommt daher eine immer größere Bedeutung zu."

Die neue App ist ein wichtiger Baustein bei der Anpassung Bayerns an den Klimawandel. Scharf: "Wir wollen Bayern bis 2050 klimasicher machen. Klimasicherheit ist eine politische und gesellschaftliche Herkulesaufgabe. Als entscheidenden Baustein werden wir im Frühjahr 2016 die Bayerische Klima-Anpassungsstrategie fortschreiben. Auf dieser Basis werden wir ein umfassendes Handlungskonzept für die regionale Ebene erarbeiten. So können vor Ort gezielt die Maßnahmen ergriffen werden, die den größten Nutzen bringen. Daneben investieren wir weiter in eine Sicherheits-Infrastruktur gegen Naturgefahren, insbesondere in den Hochwasserschutz. Das ist eine Lebensversicherung für die Menschen." 3,4 Milliarden Euro investiert der Freistaat aktuell in den Hochwasserschutz – das ist die größte Maßnahme zur Klimasicherheit in Bayern. Auch der Lawinenschutz wird beispielsweise weiter ausgebaut: Insgesamt verfügt Bayern über Schutzverbauungen von 40 Kilometern. Rund 8 Kilometer werden in den nächsten Jahren neu hinzukommen.

Der Klimawandel ist Realität: In Unterfranken herrschte im Sommer 2015 die größte Trockenheit seit 40 Jahren. Die Durchschnittstemperatur ist in Bayern in den vergangenen 80 Jahren um rund 1,1 Grad gestiegen - in den hoch sensiblen Alpen sogar um 1,5 Grad. Um zu zeigen, wie sich der Klimawandel regional im Detail auswirkt, wird das Umweltministerium noch dieses Jahr den ersten bayerischen Klima-Report vorlegen. 170 Millionen Euro stehen im aktuellen Doppelhaushalt allein für den Klimaschutz zur Verfügung.