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06.11.2015 | Klima- und Umweltschutz

Vom Nullenergie-Hotel bis zu ressourcenschonenden Spülmaschinen

Jury nominiert 14 innovative und nachhaltige Projekte für den Innovationspreis für Klima und Umwelt

Ende Januar 2016 ist es soweit: Das Bundesumweltministerium und der Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) verleihen zum fünften Mal den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU). Die hochrangig besetzte Jury unter Vorsitz von Prof. Klaus Töpfer gab am Freitag in Berlin die Kandidaten für die Preisvergabe bekannt. Insgesamt 14 innovative und nachhaltige Projekte sind in fünf Kategorien nominiert. Grundlage der Jury-Entscheidung ist eine wissenschaftliche Bewertung der eingereichten Bewerbungen durch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI).

Im nunmehr fünften Ausschreibungsjahr des IKU fand sich wieder eine große Bandbreite innovativer Ideen und Projekte zu klima- und umweltfreundlichen Verfahren, Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Die feierliche Preisverleihung findet am 20. Januar 2016 im Bundesumweltministerium in Berlin statt. Die Gewinner werden von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Holger Lösch, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Zusätzlich zu den Preisen in den fünf IKU-Kategorien wird ein Sonderpreis "Innovation und biologische Vielfalt" vergeben. Ausgezeichnet werden Innovationen, die dem Klima- und Umweltschutz durch Verbesserung der Biodiversität dienen. Der IKU wird mit Mitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert.

Hintergrundinformationen

Die 14 nominierten Kandidaten für die Preisvergabe sind: 

  • Die Baumann Hydrotec GmbH & Co. KG (Wangen im Allgäu) entwickelte mit dem Hydro Fischlift eine Aufstiegshilfe für Fische mit geringem Platzbedarf, die auch bei großen Höhendifferenzen eingesetzt werden kann.
  • Die Clariant Produkte (Deutschland) GmbH (München) beeindruckte mit ihrem sunliquid®-Verfahren zur klimafreundlichen und nachhaltigen Herstellung von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen.
  • Colt International (Kleve) präsentierte mit dem innovativen ClimaTower ein Kompaktgerät, das die Energie doppelt nutzt und so das Heizen, Kühlen und die Trinkwassererwärmung in einem Niedrigst-Energie-Konzept zusammenführt.
  • Die DeVeTec GmbH (Saarbrücken) präsentierte für die Gewinnung von Strom aus Niedertemperatur-Abwärme ein kompaktes ORC-Abwärmekraftwerk, das sich dank seines Hubkolbenmotors besonders für diskontinuierliche Abwärmeströme eignet.
  • Die Unternehmen geoKOAX GmbH und Aqua Concept GmbH (Gräfelfing) stellten eine innovative Erdwärmesonde inklusive umweltfreundlicher Wärmeträgerflüssigkeit vor, mit der die Nutzung von Erdwärme auch in bohrtiefenbegrenzten Regionen wie Trinkwasserschutzgebieten und auf sehr kleinen Grundstücken möglich wird.
  • Die HEWI G. Winker GmbH Co. KG (Spaichingen) überzeugte mit der Neukonstruktion des klassischen Verbindungselements Mutter: 20 Prozent bis 30 Prozent Material bzw. Gewicht konnten gegenüber konventionellen Norm-Muttern eingespart werden, ohne dass verwendungsrelevante Eigenschaften verändert wurden.
  • Die Hobart GmbH (Offenburg) hat für ihre Bandspülmaschinen, die in Großküchen zum Ein-satz kommen, mit der twinLINE-Technologie die Möglichkeit geschaffen, Tabletts auf einem separaten Band zeitgleich mit dem übrigen Spülgut zu reinigen und so die Betriebszeit und da-mit Energie-, Wasser- und Reinigerverbrauch zu reduzieren.
  • Die Industrial Solar GmbH (Freiburg im Breisgau) entwickelte ein marktfähiges solarthermisches System auf Basis von Fresnel-Kollektoren zur Erzeugung von Prozesswärme/-dampf und Kälte für industrielle Anwendungen. Die Vermarktung erfolgt über ein Partner-Geschäftsmodell; Damit verbunden ist der Technologietransfer zur Produktion der Kollektoren vor Ort.
  • Der Krones AG (Werk Steinecker) gelang es, durch einen kaskadierten Schichtenspeicher die Niedertemperaturbrauerei zu realisieren, bei der die Wärmeversorgung beispielsweise über ein Nahwärmenetz erfolgen kann.
  • Die LTG Aktiengesellschaft (Stuttgart) überzeugte mit ihrem energieeffizienten dezentralen Fassadenlüftungsgerät FVPpulse System PulseVentilation, welches der Lunge nachempfunden ein- und ausatmet.
  • Die Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG (Wilnsdorf) entwickelte mit "RK Coil Protect" ein Transportschutzsystem aus recycelten Gummireifen für hochempfindliche Stahlfolien, dank dessen Hilfe der Stahlausschuss um 90 Prozent reduziert werden kann.
  • Die RWE Deutschland AG (Essen) integrierte ein 1 Kilometer langes supraleitendes 10-kV Kabel in der Innenstadt von Essen, um dadurch Material, Übertragungs- und Umwandlungsverluste einzusparen.
  • Die Viessmann Werke GmbH & Co. KG (Allendorf/Eder) überzeugte mit der Entwicklung eines mikrobiologischen Verfahrens zur Methanisierung von Wasserstoff mit Hilfe spezieller Mikroorganismen, das zur Speicherung von Überschussstrom aus Wind- und Sonnenenergie genutzt werden kann.
  • Die Wilhelms GmbH (Garrel) entwickelte ein massenproduktionstaugliches Herstellungsverfahren für Bodenmikroorganismen (Pilze), mit deren Zugabe zum Saatgut große Menge Dünger eingespart werden können.