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30.11.2015 | Klima- und Umweltschutz

COP21: Transparenz über Wärmeverbrauch fördert den Klimaschutz

Auf der heute beginnenden UN-Klimakonferenz in Paris (COP21) verhandeln politische Entscheider aus aller Welt über Maßnahmen zum Klimaschutz. Ziel ist es, die globale Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Einen wichtigen Beitrag dazu kann die Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden leisten. Damit dies gelingt, müssen Bewohner jedoch mehr Transparenz über ihren Wärmeverbrauch erhalten.

(Grafik: ista International GmbH)

Der Großteil des Energieverbrauchs eines Haushalts entfällt auf Heizung und Warmwasser. Bereits kleine Änderungen im Heizverhalten der Bewohner können dazu beitragen, die Energieeffizienz eines Gebäudes zu steigern. Voraussetzung dafür ist mehr Transparenz über den eigenen Verbrauch, beispielsweise durch Submetering, d.h. der verbrauchsabhängigen Abrechnung von Heiz- und Warmwasserkosten. Der Vorteil für die Nutzer: Jeder Bewohner zahlt nur für die Energie, die er tatsächlich nutzt. Dies motiviert nachweislich dazu, verstärkt auf das eigene Heizverhalten zu achten.

Die EU-Kommission schätzt, dass der jährliche Wärmeverbrauch pro Haushalt dadurch um durchschnittlich 25 Prozent gesenkt werden kann. Allein in Deutschland, wo das Submetering seit 1981 gesetzlich vorgeschrieben ist, wurden seitdem 350 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Darüber hinaus zeigt ein Modellprojekt der deutschen Energie-Agentur (dena), dass sich das Einsparpotenzial um zusätzlich circa 16 Prozent steigern lässt, wenn die jährliche Abrechnung durch eine monatliche Verbrauchsinformation ergänzt wird. Laut des internationalen Beratungsunternehmens Ecofys ließen sich auf diese Weise bereits bei einem Einsparpotenzial von 5 Prozent jährlich 1,3 Millionen Tonnen CO2-Emissionen wirtschaftlich einsparen. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch einer Großstadt mit 400.000 Einwohnern.

Angesichts dieses enormen Einsparpotenzials hat die EU-Kommission alle Mitgliedstaaten verpflichtet, das Submetering bis Anfang 2017 einzuführen und dadurch einen wichtigen Beitrag zu den europäischen Klimaschutzzielen zu leisten. Allerdings geht die Umsetzung in vielen Mitgliedstaaten nur langsam voran. Wie die EU-Kommission vor Kurzem verkündete, werden die EU-Staaten ihren CO2-Ausstoß bis 2020 zwar über das Ziel von 20 Prozent hinaus senken können, die geplanten Energieeffizienzziele jedoch verfehlen. Wenn in Paris nun über effektive Maßnahmen zum Klimaschutz beraten wird, bietet sich das Submetering sowohl für Europa als auch weltweit als kostengünstige und einfach umsetzbare Methode an.

Weitere Informationen über Submetering als Maßnahme zum Klimaschutz erhalten die Besucher der UN-Klimakonferenz auf dem Stand von ista im Rahmen der Veranstaltung Solution COP21, die vom 4. bis 10.12.2015 im Grand Palais in Paris stattfindet.