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23.05.2015 | Klima- und Umweltschutz

Umweltministerkonferenz setzt Akzente gegen Mikroplastik und Klimawandel

Plastikmüll wird zu einer immer größeren Belastung für die Ökosysteme, speziell für die Gewässer. Darauf müsse entsprechend reagiert werden. Das bekräftigte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf gestern zum Abschluss der ersten Umweltministerkonferenz 2015 in Kloster Banz.

"In den Ozeanen treiben riesige Plastik-Inseln. Unsere aktuellen Untersuchungen zeigen aber: Mini-Müll gibt es auch in den heimischen Gewässern. Wir wollen den Eintrag von Mikroplastik in unsere Gewässer aktiv verhindern." Dazu will Bayern eine breite gesellschaftliche Allianz schließen: ein "Bündnis gegen Mikroplastik". Gemeinsam mit dem Bund soll auch die Forschung im Bereich Mikroplastik weiter ausgebaut werden. Daneben soll vor allem die Industrie für einen freiwilligen kompletten Verzicht auf Mikroplastik in Kosmetika gewonnen werden. Scharf: "Sollte die Freiwilligkeit nicht zum Erfolg führen, wollen wir uns auf europäischer Ebene für ein gesetzliches Verbot von Mikroplastik in Reinigungsmitteln, Kosmetika und Körperpflegeprodukten einsetzen." Gleichzeitig soll Kunststoffmüll insgesamt reduziert werden. Dazu will die EU beispielsweise den Verbrauch von Plastiktüten verringern: von aktuell rund 200 Tüten pro Kopf und Jahr auf 40 Tüten im Jahr 2025.

Eines der zentralen Themen der Konferenz war der Klimaschutz. Die Umweltminister wollen sich insbesondere für eine Verstärkung der nationalen Klimaschutz-Bemühungen einsetzen. Scharf: "Speziell die Stromgewinnung braucht eine neue Struktur. Wir brauchen den Einstieg in den Ausstieg aus dem Kohlestrom. Kohle ist der Klimakiller Nummer 1."

Deshalb hat die Umweltministerkonferenz beschlossen, dass der Stromsektor signifikante Einsparungen beim CO2-Ausstoß erbringen muss. Daneben sprechen sich die Umweltminister für eine Verbesserung der Naturschutzförderung durch die EU aus.Im Rahmen der UMK kommen die Umweltministerin des Bundes, Dr. Barbara Hendricks, sowie die Umweltminister der Länder zu zwei Treffen im Freistaat zusammen. Nach der ersten Konferenz vom 20. bis 22. Mai in Kloster Banz wird die UMK vom 11. bis 13. November in Augsburg stattfinden. Die Umweltministerkonferenz (UMK) ist eine Fachministerkonferenz zur Abstimmung aktueller umweltpolitische Fragen.