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03.05.2015 | Klima- und Umweltschutz, Stadtplanung

Bayerischer Hochwasserdialog geht in Phase 2

Neue Grundwassermodelle für die möglichen Flutpolderstandorte entlang der Donau und Workshops für die Bürger: damit startet Phase 2 des Hochwasserdialogs. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte dazu heute (02.05.15) in München:

"Wir nehmen jeden Standort genau unter die Lupe. Die möglichen Auswirkungen der gesteuerten Flutpolder werden jetzt im Detail untersucht. Die Bürger sind durch die Workshops bei den weiteren Schritten in Echtzeit beteiligt und können sich aktiv einbringen. Intensiver Dialog und Transparenz stehen auch in Zukunft im Mittelpunkt."

Hieran besteht bei der Bevölkerung ein großes Interesse. Rund 5.000 Bürger und Mandatsträger haben seit Ende November an acht Dialog-Veranstaltungen zu den geplanten gesteuerten Flutpoldern entlang der Donau teilgenommen und mit der Umweltministerin ausführlich über die Polderpläne des Freistaats diskutiert. Gleichzeitig haben über 70.000 Bürger auf die Internetplattform des Ministeriums zugegriffen. Dabei wurden Befürchtungen und Anregungen vorgebracht, die in den nun schrittweise folgenden regionalen Workshops behandelt werden. Vor allem die Themen Infrastruktur, Grundwasser, Naturschutz und Landwirtschaft werden umfassend aufgearbeitet. Die Workshops werden von den Wasserwirtschaftsämtern gemeinsam mit professionellen Moderatoren durchgeführt. Die Ergebnisse werden anschließend in die weiteren Planungsverfahren eingebracht.

Ein Schwerpunkt des bisherigen Hochwasserdialogs waren die potenziellen Auswirkungen der gesteuerten Flutpolder auf das Grundwasser. Scharf: "Flutpolder werden nicht gebaut, wenn schädliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden können. Wir werden genaue Grundwassermodelle in Auftrag geben und dafür nach jetzigem Stand über 1,5 Millionen Euro einsetzen. Wir wollen untersuchen, wie durch technische Maßnahmen die Grundwasserfrage gelöst werden kann. Beim Hochwasserschutz steht die Sicherheit der Bevölkerung an erster Stelle." Derzeit wird die Ausschreibung der Grundwassermodelle vorbereitet. Die Vergabe wird 2015 erfolgen. Auch von den Erfahrungen aus anderen Regionen will Bayern profitieren. So gibt es beispielsweise entlang des Oberrheins eine Reihe von gesteuerten Flutpoldern, die bereits mehrfach im Einsatz waren.