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11.03.2015 | Klima- und Umweltschutz, Messen

Neue Gesetzesimpulse für die Abluftreinigung in China

Mit einer rigideren Umweltschutzgesetzgebung will die chinesische Regierung die immensen Umweltprobleme der Volksrepublik in den Griff bekommen. Zu den Hauptzielen zählt eine schnelle Verbesserung der Luftqualität. Nationale und internationale Anbieter der dafür benötigten Technologien und Services rechnen zukünftig mit noch besseren Geschäften. Die IE expo, Asiens führende Umwelttechnologiemesse, bringt vom 6. bis 8. Mai 2015 im Shanghai New International Expo Centre Angebot und Nachfrage zusammen.

Konsequenzen einer neuen Umweltpolitik

Seit Januar dieses Jahres ist eine verschärfte Fassung des Umweltschutzgesetzes in China in Kraft. Zu dessen zentralen Zielen zählt die Bekämpfung von Luftverunreinigungen. Industrieunternehmen sind jetzt verpflichtet, ihre Emissionswerte zu veröffentlichen. Betrieben, die die Umweltschutzauflagen nicht einhalten, drohen kontinuierliche Strafzahlungen oder sogar ein Produktionsstopp. Weiterhin erhalten Nichtregierungsorganisationen das Recht, gegen Unternehmen, die die Gesetzesvorgaben missachten, vor Gericht zu klagen. Von hoher Tragweite sind außerdem Regelungen, die die chinesischen Lokalregierungen verstärkt in die Pflicht nehmen. Letztere sind für die tatsächliche Umsetzung der nationalen Umweltziele vor Ort zuständig. Misserfolge werden per Gesetz sanktioniert.

Ralph Büchele, GreenTech-Experte der internationalen Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants, ist sich sicher, dass „strengere Grenzwerte, die tatsächliche Umsetzung der geplanten Maßnahmen und härtere Sanktionen für starke Impulse auf dem chinesischen Umwelttechnologiemarkt in den kommenden Jahren sorgen können.“ Die Nachfrage werde dabei vielschichtig und umfassend sein. „Nach einer Phase mit hohem Analyse- und Beratungsbedarf wird es um die Auswahl der richtigen Lösungen gehen. So können Bestandsanlagen mit kostengünstigen Abluftreinigungssystemen nachgerüstet werden. Bei Neuanlagen sind hingegen vor allem prozessintegrierte Lösungen mit hoher Engineering-Leistung gefragt“, ergänzt Büchele weiter.

Bernhard Felizeter, Leiter der Umweltabteilung der deutschen Auslandshandelskammer in Beijing, ist darüber hinaus überzeugt, dass „die deutlich verschärften Emissionsregelungen aussichtsreiche Marktchancen auch für deutsche Unternehmen eröffnen, die auf lokale Anforderungen angepasste Lösungen zur Effizienzsteigerung und Umrüstung von chinesischen Industrieanlagen anbieten.“

Chancen für Aussteller der IE expo

Eine gute Chance, das international verfügbare Dienstleistungs- und Technologieangebot mit potenziellen Kunden in China zusammenzubringen, ist die IE expo. Gerade die Aussteller aus dem Segment Abluftreinigung haben hohe Erwartungen. „Unter dem neuen Gesetz werden sich große Chancen für Firmen entwickeln, die Lösungen gegen Umweltverschmutzung anbieten“, sagt zum Beispiel Leon Xu, Chief Executive Officer der Firma BioMintec Environment (Shanghai). Sein Unternehmen mit finnischem Ursprung stellt ein umweltfreundliches Bindemittel her, das unter anderem in Minen, Steinbrüchen, Kraftwerken und Häfen die Entstehung von Staubemissionen verhindert. Besonders die Bekämpfung von Stäuben mit Korngrößen unter 2,5 Mikrometern steht seit etwa zwei Jahren bei der chinesischen Zentralregierung ganz oben auf der Liste ihrer dringendsten Umweltziele.

Neben Feinstaub und Kohlendioxid zählen auch Schwefeldioxid, Stickstoffoxide und Ozon zu den Schadsubstanzen, für die im Reich der Mitte möglichst schnell Lösungen gefunden werden müssen. Für diese und viele weitere Arten von Luftverunreinigungen präsentieren unter anderem Aussteller wie Heraeus Noblelight GmbH, Huerner Funken Environmental (SuZhou), KURIYAMA (Shanghai) CORPORATION, Purafil, SHIMADZU (China) und Tianyi Group ihre Technologien in Shanghai.

Bei vielen industriellen Abluftreinigungssystemen ist es erforderlich, die schadstoffbeladenden Luftmassen zu sammeln und zu transportieren. Meist geschieht dies mit Gebläsen. „Das gesetzlich neu gestärkte Umweltbewusstsein in China macht auch die Energieeffizienz der eingesetzten Aggregate zu einem Kernthema“, weiß Malcolm Staff, Chief Executive Officer von Halifax Fan. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller von Industriegebläsen in Großbritannien. „In chinesischen Unternehmen sehen wir viel zu oft noch Systeme, die am tatsächlichen Bedarf vorbei arbeiten. Auf der IE expo werden wir zeigen, dass mit den richtigen Designs der Energieverbrauch der Industriegebläse in China im Durchschnitt halbiert werden kann“, kündigt Staff an.

Wissenschaftliches Rahmenprogramm zum Thema Luftreinhaltung

Neben dem Ausstellungsbereich widmet sich auch das Rahmenprogramm der IE expo 2015 dem wachsendem Bereich Abluft- und Luftreinigung sowie Luftreinhaltung. Während der Messe finden zum einen das „China Home Air Purifier Industry Summit Forum“ und zum anderen „The 2nd Seminar for Pollution Control and Monitoring Technology for VOCs in Key Industries“ statt.

Nähere Informationen dazu sowie zum gesamten Rahmenprogramm stehen online zur Verfügung.