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26.03.2015 | Klima- und Umweltschutz, Weiterbildung

Klima-Bündnis-Kommunen diskutieren Versorgungssicherheit in Dresden

Klimaschutz erfordert lokales Handeln. Dies gilt vor allem für Themen der Energieversorgung und Energiesicherheit, die üblicherweise auf kommunaler Ebene geregelt werden. Vom 22. bis 25. April werden sich rund 200 Vertreterinnen und Vertreter europäischer Kommunen aus ganz Europa sowie nationaler Regierungen, EU-Institutionen, der Industrie und aus der Amazonasregion in Dresden treffen, um Fragen der Versorgungssicherheit und die wichtige Rolle der Städte und Gemeinden im globalen Klimaschutzprozess zu diskutieren.

Diese Veranstaltung steht gleichzeitig für 25 Jahre Klima-Bündnis, das rund 1700 Kommunen in Europa mit den indigenen Völkern des Amazonasregenwaldes für den Klimaschutz vereint.

Das Engagement der Klima-Bündnis-Kommunen „steht auch als Beispiel für die nationalen Regierungen, die eine Vereinbarung zu einem globalen Klimaabkommen bei den anstehenden Verhandlungen in Paris anstreben“, bestätigt Joachim Lorenz, Vorsitzender des Klima-Bündnis.

Themen wie Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, der Konvent der Bürgermeister, erneuerbare Energien und das „Europäische Jahr für Entwicklung“ spielen eine wesentliche Rolle während der Veranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum. Interessierte Akteure aus allen Bereichen können sich online anmelden unter: siehe Link

Die Teilnahme für Mitglieder des Klima-Bündnis ist kostenfrei.

Diese Internationale Jahreskonferenz des Klima-Bündnis markiert einen weiteren Punkt auf dem Weg zu einem neuen weltweiten Klimaabkommen. Nach der UN-Klimakonferenz von Lima im Dezember 2014, soll auf der Klimakonferenz in Paris Ende 2015 ein Nachfolge-Vertragswerk des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden. Die Klima-Bündnis-Mitglieder wollen von Dresden aus ein Signal nach Paris senden. So sollen Resolutionen verabschiedet werden, die eine EU-weite Umsetzung der Energiewende fordern, den Beitrag der lokalen Akteure im Klimaschutz würdigen und die Selbstverpflichtungen der Klima-Bündnis-Kommunen bekräftigen.

Gastgeber der diesjährigen Konferenz ist die sächsische Landeshauptstadt Dresden. „Ich freue mich, Gäste aus aller Welt in Dresden begrüßen zu können. Im Rahmen und am Rande der Konferenz können sich die Teilnehmer von Dresden inspirieren lassen und erleben, mit welchen Projekten der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt werden kann“, sagt Dresdens Erster Bürgermeister Dirk Hilbert.
Seit 1994 ist Dresden Mitglied im Klima-Bündnis und hat sich seitdem freiwillig zum aktiven Handeln verpflichtet. 2013 verabschiedete die Stadt das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept (IEuKK). Sein Ziel: Dresden soll langfristig ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort bleiben, mit einer preiswerten, sicheren und umweltverträglichen Energieversorgung (weitere Informationen: siehe 2. Link).

Erfolgreiche Beispiele aus dem Dresdner Maßnahmenpaket sind ein Pilotprojekt zur Optimierung bestehender Heizungsanlagen und der gezielte Ausbau des Fernwärmenetzes. Darüber hinaus bietet Dresden der Klima-Bündnis-Jahreskonferenz einen Blick auf klimafreundliche Technologien und Konzepte. „Hinter den barocken Kulissen von Elbflorenz tüftelt ein Hightech-Standort mit Exzellenzuniversität an Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft“, so der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert. Auch zahlreiche Startups mit ihren Innovationen geben wichtige Impulse für den Klimaschutz in Dresden und darüber hinaus. Zwei Beispiele sind ein hocheffizientes Ladegerät, das Smartphones auf Basis der Brennstoffzellentechnologie auflädt und ein Heizsystem, das die Abwärme von Servern für Gebäude nutzbar macht (weitere Informationen: siehe Anlage). Das alles sind Bausteine, die helfen, dass die ambitionierte Zielmarke des Klima-Bündnis und damit auch Dresdens erreicht werden kann: Die Treibhausgasemissionen sollen jährlich um etwa 100 000 Tonnen reduziert werden.

Im Jahr 1990 gegründet mit dem Ziel, europäische Kommunen und indigene Völker des Amazonasbeckens zu vereinen, hat das Klima-Bündnis ein Vierteljahrhundert zum Schutz des Weltklimas gewirkt. Die Mitgliedsstädte und -gemeinden in ganz Europa haben sich freiwillig verpflichtet die lokalen Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und mit den Indigenen des Amazonasbeckens zum Schutz des Regenwaldes zusammenzuarbeiten. Die Internationale Konferenz und Mitgliederversammlung ist ein jährlich stattfindendes Treffen der Klima-Bündnis-Mitglieder und anderer interessierter Akteuren in denen Themen rund um den kommunalen Klimaschutz, europäische Politik, den internationalen Klimaprozess und Regenwaldschutz beleuchtet werden.