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12.04.2015 | Beschaffungspraxis, Klima- und Umweltschutz

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InnProBio: Europäisches Projekt will biobasierte, innovative Produkte im öffentlichen Einkauf stärken

Das am 1. März gestartete EU-Projekt InnProBio lotet die Möglichkeiten für die öffentliche Beschaffung von biobasierten Produkten und Dienstleistungen vor dem Hintergrund der neuen EU-Beschaffungsrichtlinie aus. Ziel ist es, durch Initiierung einer verstärkten öffentlichen Nachfrage die europäischen Märkte für innovative biobasierte Produkte zu unterstützen. Koordiniert wird das Vorhaben von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Kick-off-Meeting von InnProBio am 18. März in Berlin. (Foto: FNR)

Die öffentlichen Ausgaben für Güter, Arbeit und Dienstleistungen belaufen sich Schätzungen zufolge auf fast ein Fünftel des Bruttoinlandsproduktes der Europäischen Union. Damit ist die Marktmacht der öffentlichen Hand enorm. Der Europäische Rat hat im Februar 2014 eine neue EU-Beschaffungsrichtlinie verabschiedet, die es ermöglichen soll, diese Marktmacht noch mehr als bisher gestalterisch im Hinblick auf ökologische und soziale Kriterien einzusetzen: Künftig können öffentliche Organisationen entsprechende Kriterien beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen verstärkt berücksichtigen. Auch die Beschaffung innovativer Produkte wird gestärkt. Bis April 2016 haben die EU-Mitgliedsstaaten Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Hier setzt das durch die EU finanzierte und von der FNR koordinierte Projekt ‚Forum for Bio-Based Innovation in Public Procurement‘ (InnProBio) an. InnProBio möchte öffentliche Beschaffer und Entscheidungsträger, die sich für biobasierte Produkte und Dienstleistungen interessieren, in einem Expertennetzwerk zusammenbringen. Es sollen Informations- und Trainingsmaterialien entwickelt werden, die Beschaffer über das mittlerweile große Sortiment an Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen  informieren und  aufzeigen,  wie es verstärkt in öffentliche Beschaffungsvorhaben eingebunden werden kann. Darüber hinaus sind Trainingsworkshops und Dialogveranstaltungen mit öffentlichen Beschaffern, Entscheidern, Standardisierungsexperten und Wirtschaftsvertretern sowie die Erarbeitung von Politikempfehlungen geplant. Die Weiterentwicklung von Standards für biobasierte Produkte und Dienstleistungen steht ebenfalls auf der Agenda.

Am Ende der 3-jährigen Projektlaufzeit sollen europäische Beschaffungsgruppen gegründet werden, die gemeinsam an der Vorbereitung konkreter Einkaufsprojekte von biobasierten Produkten und Dienstleistungen arbeiten.

Das EU-Projekt ergänzt die FNR auf nationaler Ebene: In dem durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projekt „Nachwachsende Rohstoffe im Einkauf“ informiert die FNR die öffentliche Hand seit einigen Jahren über die Vorteile von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen.
InnProBio wird durch das Rahmenprogramm der Europäischen Union Horizon 2020 finanziert (Grant Agreement Number 652599).

Informationen zum Projekt stehen online (siehe Link) zur Verfügung.