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21.11.2014 | Klima- und Umweltschutz, Messen

acqua alta feiert erfolgreiche Premiere in der Messe Essen

Am 18. und 19. November 2014 fand zum ersten Mal die acqua alta in der Messe Essen statt. Der Kongress mit begleitendender Ausstellung wurde zwei Tage lang zum Branchentreffpunkt für alle am Hochwasserschutz Beteiligten. Experten-Vorträge beleuchteten die Schwerpunkte Klimafolgen, Technischer Hochwasserschutz und Katastrophenmanagement. In der ergänzenden Ausstellung präsentierten 36 führende Unternehmen ihr Angebot. Das NRW-Symposium am zweiten Tag stand ganz im Zeichen des Hochwasserrisikomanagements für Kommunen.

(Fotos: Messe Essen)

Insgesamt zählte die acqua alta an beiden Tagen rund 800 Besucher, darunter Ingenieure und Architekten, Stadtplaner, Katastrophenschützer, Vertreter des Landes, der Städte und Gemeinden sowie private Hausbesitzer. „Wir freuen uns über eine gelungene Auftaktveranstaltung in Essen", resümiert Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen. „Das Thema Hochwasserschutz ist top-aktuell. Die acqua alta hat sich als hervorragende Plattform erwiesen, die alle wichtigen Akteure zusammenbringt. Das ist einzigartig in Europa." Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte in seiner Eröffnungsrede am zweiten Kongresstag, die acqua alta-Ausstellung ermögliche, über den Tellerrand hinaus zu schauen und innovative Produkte kennenzulernen.

Die Fachausstellung zeigte Lösungen des permanenten und mobilen Hochwasser- und Objektschutzes. Dazu gehörten Kanalabdichtungen, Klappen, Dicht- und Spundwände, Deicherhöhungen, Fenster- und Türschotten, Baustoffe zur Dammgründung, Geogitter sowie Dammbalken- und Schlauchsysteme. Darüber hinaus waren auch Anbieter von hydrologischen Messtechniken, Software für geographische Informationssysteme und IT-Tools zur Risikobewertung vor Ort.

Hochkarätig besetzter acqua alta-Kongress

Von Klimaveränderungen und den damit verbundenen Herausforderungen für den Hochwasserschutz über innovative Hochwasserschutz-Systeme bis hin zu gelungenen Praxiseinsätzen des Hochwassermanagements in Metropolregionen – der acqua alta-Kongress rückte verschiedenste Aspekte des Hochwasserschutzes in den Fokus. Am Ende waren sich die Referenten einig: „Einen absoluten Hochwasserschutz gibt es nicht." Es bestehe aber die Möglichkeit, das Risiko zu identifizieren und mit entsprechenden Schutzmaßnahmen zu minimieren. Notwendig sei vor allem die Sensibilisierung für das Thema. Hierbei sei auch der private Hausbesitzer gefragt, das eigene Heim präventiv zu schützen. Viele Bürger, die nicht direkt am Wasser wohnten, seien sich der Hochwasserbedrohung durch Starkregen-Ereignisse nicht bewusst.

Zu den renommierten Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft gehörten unter anderen Prof. Dr. Anders Levermann, Professor für die Dynamik des Klimasystems am Potsdam-Institut für Klimafolgen, der als „Hochwasserpapst" bekannte Reinhard Vogt, Vorstandsmitglied der Hochwassernotgemeinschaft Rhein e.V., Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf, Lehrstuhlinhaber am Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, und Dr. Emanuel Grün, Mitglied des Vorstandes der Emschergenossenschaft/Lippeverband.

Ein anschließender Round Table mit Vertretern von Hilfsorganisationen und Kommunen rückte das Thema „Einsatz von Social Media für die Koordination von Freiwilligenhilfe" in den Fokus und ließ neue Sichtweisen zu. Simon Seyer stellte in diesem Rahmen den Planungsstand des Projekts ZUKS.org vor. Helfer sollen sich zukünftig online registrieren können und erhalten dann im Katastrophenfall genaue Informationen über den Einsatzort.

NRW-Symposium: Hochwasserrisiken gemeinsam meistern

Die neue Richtlinie zum Hochwasserrisiko-Management stellt Bund, Länder und Kommunen vor neue Aufgaben. Bis 2013 galt es, Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten zu erstellen, bis 2015 muss ein Hochwasserrisiko-Managementplan vorliegen. Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen nutzte die acqua alta deshalb am zweiten Tag für ein Symposium unter dem Motto „Hochwasserrisiken gemeinsam meistern – Maßnahmen gemeinsam umsetzen". Vertreter der Städte und Gemeinden in NRW informierten sich über den aktuellen Stand der Umsetzung sowie die weitere Vorgehensweise und standen in regem Austausch.

Nächster Termin
Die nächste acqua alta findet im Frühjahr 2016 als Messe mit begleitendem Kongress in der Messe Essen statt.

Ausstellerstimmen:

Andreas Castelao, Vertrieb SEBA Hydrometrie GmbH & Co. KG:

„Unsere Erwartungen an die acqua alta 2014 in Essen wurden voll erfüllt. Besonders der kommunale Schwerpunkt hat uns gut gefallen. Die Veranstaltung haben wir besonders fürs Netzwerken genutzt. Wir konnten ein neues Klientel erreichen, aber vor allem Bestandskunden über unseren neuen ‚Gaugekeeper‘, ein optisches Bildverarbeitungsverfahren zur Wasserstandserfassung, informieren."

Marc Daniel Heintz, Stellvertretender Geschäftsführer HochwasserKompetenzCentrum e.V.:

„Wir haben uns zum ersten Mal in dieser Form mit einem eigenen Stand auf einer Messe präsentiert. Wir haben sehr viele interessante Gespräch geführt und uns intensiv mit unseren Mitgliedern ausgetauscht. Besonders positiv bewerten wir die klare Ausrichtung der acqua alta in Richtung Hochwasserschutz. Die Kombination aus Kongress und Ausstellung war ideal. So konnten wir besonders Kommunen für das Thema sensibilisieren. Oft nachgefragt wurden Informationen zum Hochwasserpass und zu unserem Hochwassermobil."

Wolfgang Harttig, Corporate Services BAUER Spezialtiefbau GmbH:

„Wir können jetzt schon sagen, dass wir bei der nächsten acqua alta wieder dabei sein werden. Wir konnten viele positive Eindrücke gewinnen und haben neue Kontakte geknüpft. Der Wissensaustausch auf der einen Seite im Kongress und die Praxisanwendungen in der Ausstellung auf der anderen Seite sind ein idealer Mix."

Rolf Timmermann, Deputy Head of Department, Project Manager Geoinformation and Decision Support Systems DHI WASY, und Holger Ziehm, Technischer Vertrieb esri Deutschland:

„Wir haben als Partner unsere IT-Tools für die Wasserwirtschaft und den Katastrophenschutz vorgestellt. Die acqua alta schafft es, diese beiden Themen zu vernetzen. Der neue Standort inmitten von Nordrhein-Westfalen ermöglicht uns, einen großen Markt zu erreichen. Wir konnten einen großen Teil von unseren Stamm-, aber auch Neukunden am Stand begrüßen