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05.06.2014 | Energie, Gebäudesanierung, Klima- und Umweltschutz

Nah am Rekord: Wolf GmbH blickt erneut auf ausgezeichnetes Geschäftsjahr

Bayerns Branchenprimus gewinnt weiter Marktanteile +++ Größter Hersteller für Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik im Freistaat präsentiert Bilanzzahlen

Die deutsche Heiz- und Klimatechnikbranche gilt hinsichtlich Markt- und Wachstumspotenzial als „schlafender Riese“. Eines der führenden Unternehmen der Branche ist die Wolf GmbH aus dem bayerischen Mainburg (Landkreis Kelheim). Egal ob national oder international, ob Einfamilienhaus oder Flughafen, ob Allianz Arena oder Kreml – in unzähligen Objekten weltweit steckt Energieeffizienz „made in Mainburg“.

Bei einer Bilanz-Pressekonferenz im Münchner Presse-Club präsentierte Bayerns größter Hersteller und einer der europaweit führenden Systemanbieter in den Bereichen Heizung, Klima, Lüftung und Services, die Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2013 sowie das erste Quartal 2014. Erneut gibt es gute Nachrichten: Das Rekordergebnis aus 2012 konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz schwächelnder Exportmärkte in Südeuropa und bei gleichbleibendem Ertrag nahezu wiederholt werden.
Das Unternehmen hat zudem zum 50-jährigen Bestehen (1963 bis 2013) weiter kräftig investiert: In den Standort Mainburg, in Forschung und Entwicklung und in neue Produktlinien. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg noch einmal an. Das Unternehmen zählt mit über 1.400 Mitarbeitern zu den größten metallverarbeitenden Betrieben im Freistaat.

Die Wolf GmbH, eine 100%ige Tochter der Centrotec Sustainable AG, erreichte im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von gesamt knapp 337 Millionen Euro. Das abgelaufene Geschäftsjahr war damit das Zweitbeste der Firmengeschichte. Der bisherige Rekordumsatz aus dem Jahr 2012 in Höhe von 339 Millionen Euro wurde nur knapp verfehlt, der Ertrag konnte dabei sogar leicht verbessert werden. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 7,1 Prozent gegenüber 2012 (IFRS).

Für Bernhard Steppe, Sprecher der Geschäftsleitung, war das Geschäftsjahr 2013 damit ein Jahr des Übergangs und der Konsolidierung auf hohem Niveau: „Wir haben in 2013 unsere Ziele nicht in allen Sparten erreicht. Wir mussten den Rückgang von wichtigen Marktsegmenten hinnehmen, in denen wir in den letzten Jahren gut unterwegs waren. Öl-Geräte verlieren immer mehr gegenüber Gas-Geräten, die Solarthermie leidet unter dem schlechten Image der Photovoltaik, das Klimageschäft erwies sich als schwierig und der Export schwächelt immer noch unter der Krise zahlreicher europäischer Staaten“, erklärt Bernhard Steppe.

Bei diesen widrigen Rahmenbedingungen habe sich einmal mehr die strategische Positionierung von Wolf als Systemanbieter mit den beiden Säulen Heizung und Klima/Lüftung sowie eine gute Balance zwischen Inlandsgeschäft und Export bewährt.
„So konnten wir dennoch unsere Marktposition im Inland weiter festigen und in einigen Sparten erneut Marktanteile hinzu gewinnen. Mit diesen Zuwächsen, und natürlich unseren zwei Standbeinen Klima/Lüftung und Heizung, haben wir einen guten Ausgleich erreicht und insgesamt erneut ein sehr gutes Geschäftsjahr hingelegt“, so Steppe.

Auch in Sachen Belegschaft gibt es weiter positive Nachrichten aus Mainburg: Der Personalstand der Wolf GmbH wuchs 2013 durchschnittlich auf rund 1.440 Beschäftigte. Die Stammbelegschaft (ohne Azubis/Praktikanten, Zeitarbeiter) wurde im Stichtagsvergleich um 40 Personen um 3,1 Prozent auf 1.345 Mitarbeiter erhöht.
Für 2014 rechnet Bernhard Steppe mit einem neuen Wachstumsschub der gesamten Wolf Gruppe. Dazu wurden 2013 wichtige Weichen gestellt und kräftig in neue Produkte, Forschung und Entwicklung und den Standort Mainburg investiert. So ging im Bereich Klima im Juli 2013 eine dritte Fertigungslinie in Betrieb. Im Heizungsbereich hat Wolf eine komplett neue Generation an Brennwertgeräten eingeführt. Neue Technologien machen Wolf Brennwertsysteme noch sparsamer im Verbrauch und effizienter in der Leistung. Hinzukommen eine Vielzahl intelligenter Lösungen und Services, wie Service-Apps, Smartphone-Anbindung oder selbstkalibrierende Brennstoff-Einstellung. Zudem wurde im Lüftungsbereich die erfolgreichen „C-Klasse“ Lüftungsgeräte mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung optimiert und erweitert.

„Das alles sind Maßnahmen und Innovationen, die uns in den nächsten Jahren deutlich voran bringen werden“, bekräftigt Steppe.
Auf das Geschäftsjahr 2014 blickt das Unternehmen deshalb mit gesunder Zuversicht. „Wir sind hervorragend aufgestellt. Jetzt müssen wir Endverbraucher und Investoren überzeugen, dass mit moderner Klima-/Lüftungs- und Heiztechnik, wie sie von Wolf in Komplettsystemen angeboten wird, deutliche Steigerungen der Energieeffizienz zu erreichen sind. Der Austausch einer Altanlage ist eine Investition in die Zukunft, die bessere Renditen bringt als nahezu jede Geldanlage“, sagt Steppe.

Optimistisch stimmen die ersten Quartalszahlen: In den ersten drei Monaten 2014 liegt der Gesamtumsatz mit 4,9 Prozent deutlich über dem Vergleichszeitraum in 2013. Der Exportanteil stieg um 1,4 Prozent, die Belegschaft wuchs um 2,8 Prozent an. Besonders erfreulich: Die Wolf GmbH profitierte überdurchschnittlich von Marktimpulsen und wächst 2014 in den wichtigsten Geschäftsfeldern bislang ersichtlich über Branchendurchschnitt. So liegt das Wolf- Wachstum deutlich über dem Wachstum des Wärmeerzeugermarktes insgesamt. Besonders im Bereich Brennwerttechnik können die Bayern im Zeitraum Januar bis April 2014 mit neuen hocheffizienten Produkten Marktanteile hinzugewinnen.

Trotz der positiven Markt- und Unternehmenszahlen übte Bernhard Steppe erneut Kritik an den politischen Rahmenbedingungen, wie der nicht vorhandenen steuerlichen Abzugsfähigkeit von energetischen Sanierungsmaßnahmen, sowie an der Förderpolitik der Bundesregierung.
„ Leider ist das Thema Energiewende überwiegend zu einem Strom-Thema geworden, bei dem über Abwrackprämien für alte Kühlschränke und Waschmaschinen diskutiert wird. Wir sollten aber besser über Energieeffizienz im Gebäudebestand sprechen. Etwa 40 Prozent der Primärenergie werden im Wärmemarkt verbraucht. Rund 17 Millionen renovierungsbedürftige Häuser sind unwirtschaftlich und umweltbelastend. Hier liegt das Potenzial, um die Klimaziele zügig und ökonomisch zu erreichen“, fordert Bernhard Steppe.