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24.07.2013 | Gebäudemanagement, Gebäudesanierung, Klima- und Umweltschutz

Studie beziffert enorme Energieeinsparungen durch Wärmerückgewinnung

Einsatz in Nicht-Wohngebäuden besonders effizient und wirtschaftlich / Vermeidung von rund 100 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr / FGK: Wärmerückgewinnung den regenerativen Energien gesetzlich gleichstellen

Der Einsatz der Wärmerückgewinnung trägt entscheidend zur Erhöhung der Gebäudeenergieeffizienz in Deutschland und Europa bei. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier im Auftrag des Fachverbandes Gebäude-Klima e. V. (FGK). Die Forscher zeigen auf, dass gerade in Nicht-Wohngebäuden wie Hotels oder Bürokomplexen nicht nur ein wesentlich größeres Energieeinsparpotential genutzt, sondern aufgrund der spezifischen Anlagengrößen auch besonders wirtschaftlich gehoben werden kann.

Obwohl die Anzahl der Wohngebäude (ca. 18,2 Millionen Einheiten) in Deutschland die der Nicht-Wohngebäude (ca. 1,7 Millionen Einheiten) deutlich übertrifft, entfallen auf Letztere rund 2/3 des Energiebedarfs des gesamten Gebäudebestands. Grund ist das größere Raumvolumen.

Da zentrale raumlufttechnische Anlagen immer häufiger mit Wärmerückgewinnung ausgestattet werden, zeigt sich die energetische Bedeutung der Wärmerückgewinnung besonders im Nicht-Wohnbereich. So beträgt der Anteil an der insgesamt zurückgewonnen Wärme in Deutschland hier rund 93,3 % (2.301.568 MWh/a), während es im Wohnbereich nur 6,7 % sind (165.429 MWh/a).

Die Befunde der Autoren Prof. Dr.-Ing. Percy Kampeis und Dr.-Ing. Christoph Kaup decken sich auffallend gut mit einem Arbeitspapier der EU-Kommission, wonach in der EU durch die Nutzung der Wärmerückgewinnung in Nicht-Wohngebäuden pro Jahr umgerechnet rund 100 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden. Durch eine verstärkte Nutzung der WRG könnten bis 2025 weitere 50 Millionen Tonnen gegenüber 2010 eingespart werden, heißt es in dem Papier.

FGK-Geschäftsführer Günther Mertz: "Die aktuelle Studie des Umwelt-Campus Birkenfeld zeigt: ohne Wärmerückgewinnung kann die Energiewende im Gebäudebereich nicht funktionieren. Wir setzen uns weiter mit Nachdruck dafür ein, diese Technologie den regenerativen Energien gesetzlich gleichzustellen und als Primärmaßnahme im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zu verankern."
Diese Forderung des FGK wird von mehreren Gutachten unterstützt.

Hintergrund:
Lüftungswärmeverluste in einem Gebäude machen rund 35 bis 38 % der gesamten Wärmeverluste aus. Bei der Wärmerückgewinnung in Lüftungsanlagen wird die warme Luft im Gebäude, die bei einer Fensteröffnung ungenutzt in die Umgebung entweichen würde, zur Erwärmung der kühlen Außenluft eingesetzt.
Download der Studie unter: http://www.downloads.fgk.de/130610_Studie_WRG_NWG_Umwelt-Campus-Birkenfeld.pdf