Public Manager
20.06.2012 | Abfallwirtschaft, Klima- und Umweltschutz

VKU ZUM UN-GIPFEL "RIO+20"

20 Jahre nach dem ersten "Weltgipfel" beraten ab morgen mehr als 100 Staats-und Regierungschefs in Rio de Janeiro über die nachhaltige Entwicklung in der internationalen Staatengemeinschaft. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt das ambitionierte Vorhaben der Vereinten Nationen, die Entwicklung der Volkswirtschaften weltweit hin zu einem verstärkt nachhaltigen Wirtschaften zu beschleunigen.

"Kommunale Unternehmen fühlen sich seit jeher dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet und werden auch zukünftig im Sinne einer verantwortungsvollen und effizienten Unternehmensführung handeln. Dabei kommt dem Umwelt- und Klimaschutz eine große Bedeutung zu", erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.
Mit ihrem mittelständisch geprägten und gemeinwohlorientierten Geschäftsmodell sowie ihrer regionalen Verankerung ist es für kommunale Unternehmen selbstverständlich, so Reck, "ihr Handeln auf die Bedürfnisse der Bürger auszurichten und unter Schonung der Ressourcen zu wirtschaften. Die Ergebnisse sind tagtäglich vor Ort sichtbar: Kommunale Unternehmen planen und investieren nachhaltig und kontinuierlich in Infrastrukturen."

Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität der Bürger, für Qualität und Versorgungssicherheit. Reck: "In Zukunft wird dieses Engagement weiterhin maßgeblich sein, beispielsweise für den Ausbau erneuerbarer Energien, beim Recycling und dem Gewässerschutz für eine sichere Trinkwasserversorgung."

Für das Engagement kommunaler Unternehmen für den Klimaschutz gibt es zahlreiche Beispiele. So investieren die kommunalen Wasserversorger für eine effektive und nachhaltige Wasserversorgung jährlich rund zwei Milliarden Euro in den Erhalt und Ausbau ihrer Infrastruktur. Ver- und Entsorgungsgrad sind auf Spitzenniveau in Deutschland: So sind größere Wasserverluste und Rohrbrüche sehr selten und Abwasser wird fast flächendeckend mit dem höchsten EU-Standard gereinigt. Gerade in einem dicht besiedelten und hochindustrialisierten Land ist der Schutz der Trinkwasserressourcen eine zentrale Notwendigkeit zur Sicherung der Daseinsvorsorge.

Auch beim Recycling gibt es klare und messbare Erfolge für den Klima- und Ressourcenschutz. In Deutschland werden 64 Prozent aller Haushaltsabfälle recycelt und kein Abfall landet mehr unvorbehandelt auf Deponien. Im Kyoto-Protokoll hatte Deutschland zugesagt, bis zum Jahr 2012 insgesamt 255 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente weniger pro Jahr in die Atmosphäre abzugeben. Dazu trägt die Abfall- und Recyclingwirtschaft direkt und indirekt insgesamt etwa 20 Prozent bei. Das sind mehr als 50 Millionen Tonnen, wovon rund 40 Millionen Tonnen durch die Schließung der Deponien für unbehandelte Abfälle zustande kommen - der alleinige Verdienst der Kommunen.

Bei der Energieerzeugung setzen kommunale Energieversorger auf leistungsfähige und effiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Unabhängig von der Art des eingesetzten Brennstoffs werden durch KWK in Deutschland Emissionen in einer Größenordnung von 41,7 bis 49,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Allein die bei den kommunalen Energieversorgern installierte Kraftwerkskapazität besteht aktuell zu 61 Prozent aus KWK-Anlagen. Durch sie haben die deutschen Stadtwerke 2009 rund 9,7 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Reck abschließend: "Kommunale Unternehmen orientieren sich nicht am größtmöglichen Gewinn, sondern am öffentlichen Wohl. Über das operative Geschäft hinaus fühlen sie sich für ihr gesellschaftliches Umfeld verantwortlich und haben ökonomische, ökologische und soziale Ziele gemeinsam im Blick."