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14.08.2012 | Energie, Klima- und Umweltschutz

Klimaneutrale Veranstaltungen: Neuer CO2-Eventrechner der EnergieAgentur.NRW online

Wer feiern will, braucht Energie. Ein mehrtägiges Musikfestival mit rund 20.000 Gästen verbraucht nach aktuellen Schätzungen etwa 80.000 kWh Strom. Das entspricht dem Tagesbedarf einer Kleinstadt. Aber auch kleinere Events, Konferenzen oder etwa Sportveranstaltungen benötigen Strom und Wärme für einen reibungslosen technischen Ablauf.

Dass dieser Energiehunger Auswirkungen auf das Klima hat, will die EnergieAgentur.NRW stärker ins Bewusstsein von Event-Veranstaltern rücken. Dazu bietet sie auf ihrer Internetseite einen neuen CO2-Eventrechner an. Dieser ermöglicht es, kostenlos per Online-Registrierung die CO2-Emissionen einer Veranstaltung zu ermitteln.

Das Online-Tool erstellt Kalkulationen für Tagungen und Kongresse, Ausstellungen, Messeauftritte, Sportveranstaltungen und Konzerte. Ein erster Schnell-Check liefert nach der Eingabe von nur wenigen Daten eine treffsichere Abschätzung des zu erwartenden CO2-Ausstoßes. Die Detailberechnung bietet zusätzlich differenzierte Werte für die Bereiche Mobilität, Gebäude, Catering, Printprodukte und anderes.

Wer als Organisator die Klimawirkungen seiner Veranstaltung reduzieren will, muss wissen, in welchem Bereich wie viele Emissionen entstehen. Der Eventrechner liefert dafür die notwendige Datengrundlage sowie Praxistipps für die Emissionsreduktion. Der Einsatz des Tools ist damit der erste Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität, die nach dem Leitsatz "vermeiden - vermindern - kompensieren" effektiv umgesetzt werden kann.

Eventveranstalter und Organisatoren können ihre Emissionen ohne großen Zeitaufwand direkt über den CO2-Eventrechner online kalkulieren. Darüber hinaus erhalten sie bei speziellen Fragen Unterstützung durch einen der Energieberater der EnergieAgentur.NRW.

Den EVENT.rechner sowie weitere Informationen sind zu finden unter: http://www.energieagentur.nrw.de/tools

Hintergrund:
Folgende Projekte aus der Beratungspraxis der EnergieAgentur.NRW wurden mit Hilfe des neuen Web-Tools, das nun öffentlich zugänglich ist, umgesetzt:

Konferenz:
Auch für den eigenen Veranstaltungsbereich kalkuliert die EnergieAgentur.NRW den CO2-Ausstoß. Eine typische eintägige Fachkonferenz mit etwa 80 Teilnehmern aus der Region verursacht rund zwei Tonnen CO2. Davon entfallen 500 kg auf den Betrieb des Veranstaltungsorts und das Catering. 1500 kg gehen auf die An- und Abreise der Teilnehmer zurück.

Sport:
Der Siegener AOK Firmenlauf wurde in diesem Jahr klimaneutral veranstaltet. Den CO2-Ausstoß kalkulierten die Siegener gemeinsam mit der EnergieAgentur.NRW auf rund 35 Tonnen. Die Organisatoren entwickelten für die mehr als 8000 Teilnehmer ein klimafreundliches Mobilitätskonzept, setzten Ökostrom ein und achteten auf Ressourceneffizienz und kurze Lieferwege.

Festival:
Das dreitägige Melt!-Festival auf dem Festivalgelände Ferropolis in der Nähe von Gräfenhainichen bei Dessau schätzt seinen Energieverbrauch auf rund 80.000 kWh. Eine 3000 Quadratmeter große Solaranlage auf dem Festivalgelände liefert rechnerisch mehr als genügend Strom für das Groß-Event. Viele weitere Maßnahmen machen das Melt! zum Best-Practise-Beispiel im Festivalbereich.
Mithilfe des CO2-Eventrechners können Festivalveranstalter in NRW ihre Emissionen kalkulieren und mit Unterstützung der EnergieAgentur.NRW die Reduktion gezielt angehen.